AGDF ruft zu Gebeten für Peter Steudtner und Mitgefangene auf

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(29.07.2017) Die evangelische Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) ruft zu Gebeten für den in der Türkei inhaftierten Menschenrechtler Peter Steudtner und seine Mitgefangenen auf.  Der Menschenrechtsaktivist aus Berlin, der auch für evangelische Friedensorganisationen tätig ist, war am 5. Juli mit weiteren Personen in Istanbul während eines Workshops zu IT-Management und den gewaltfreien Umfang mit Konflikten verhaftet worden. Am 18. Juli wurde von einem Haftrichter die Untersuchungshaft angeordnet.

„Leider gibt es keine wirklichen Fortschritte zur Freilassung Peter Steudtners“, bedauert AGDF-Vorsitzender Horst Scheffler in einem Schreiben an die AGDF-Mitgliedsorganisationen. Bundesaußenminister Siegmar Gabriel, dem er sofort nach der Verhaftung geschrieben und um den Einsatz für die Freilassung gebeten hatte, sei zwar aktiv. Doch in der Türkei sei keine Besserung der politischen Lage in Sicht, bedauert Scheffler.

„Für Christen ist das Gebet eine Möglichkeit, Hoffnung, Klage und Bitten vor Gott zu bringen“, betont Horst Scheffler. Darum rufe die AGDF dazu auf, für Peter Steudtner und seine Mitgefangenen zu beten. „Wir nehmen die tägliche Gebetseinladung der Berliner Gethsemanekirche, der Heimatgemeinde von Peter Steudtner, dankbar auf. Und wollen die Fürbitte für die Inhaftierten auch in die eigenen Gebete aufnehmen“, so der AGDF-Vorsitzende in seinem Schreiben an die Mitgliedsorganisationen. Darin fügt er einen eigenen Vorschlag für ein öffentliches Gebet bei:

„In Apostelgeschichte 16 wird zunächst berichtet, dass Paulus und Silas zunächst geschlagen und ins Gefängnis geworfen wurden. Paulus und Silas waren damals auf ihrer zweiten Missionsreise durch Kleinasien. Das ist die heutige Türkei.

Weiter wird erzählt, wie Paulus und Silas beteten und Gott lobten. Ein Erdbeben lässt die Grundmauern des Gefängnisses wanken und die Fesseln der Gefangenen werden gelöst. Paulus und Silas sind befreit.

Heute ist Peter Steudtner ein Gefangener in einem Gefängnis in der Türkei. Seine Haft und die der ebenfalls verhafteten Freunde und Menschenrechtler ist ebenso rechtswidrig und willkürlich wie die einst von Paulus und Silas. Diese hatten die  römischen Bürgerrechte und hätten weder geschlagen noch gefangen gesetzt werden dürfen.

Lasst uns für Peter Steudtner und die mit ihm verhafteten Freunde und Menschenrechtler beten, dass auch ihnen die Fesseln der Haft gelöst werden und sie frei kommen.

Lasst uns auch beten für die Familien zuhause, die auf ihre Männer, Partner und Väter warten.

Lasst uns beten für alle, die wegen ihres Einsatzes für Frieden, Menschenrechte, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung verfolgt, gedemütigt und inhaftiert werden.“
(Dieter Junker)