„Dazu beigetragen, einer friedlicheren und gerechteren Welt einen kleinen Schritt näherzukommen“

AGDF

(13.10.2017) Die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) hat die Arbeit des langjährigen Geschäftsführers der ökumenischen Friedensinitiative „Ohne Rüstung leben“, Paul Russmann, gewürdigt, der nun in den Ruhestand getreten ist. „Paul Russmann gehört zu den Menschen, die sich über Jahrzehnte hinweg für Frieden und Gerechtigkeit engagiert und immer wieder ihre Stimme gegen Rüstung und Waffenhandel erhoben haben“, so Horst Scheffler, der ehemalige AGDF-Vorsitzende, der in vielen Gremien mit Paul Russmann eng zusammengearbeitet hat.

Der 1955 in Geldern geborene Paul Russmann war viele Jahre lang Geschäftsführer und Referent für Friedensarbeit der ökumenischen Friedensinitiative „Ohne Rüstung leben“, die auch Mitglied der AGDF ist. Daneben ist der gelernte Bankkaufmann und Diplom-Theologe auch im Vorstand des Dachverbandes der Kritischen Aktionäre und der „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ tätig.

„Diese Themen haben die Arbeit von Paul Russmann bestimmt und er hat mit seinem Engagement dafür gesorgt, dass in der Öffentlichkeit auch immer wieder Waffenexporte und die Verbindungen von Unternehmen mit der Rüstungsindustrie zur Sprache kamen“, betont Horst Scheffler. Doch auch der Einsatz für Friedensdienste, für eine zivile Konfliktbearbeitung oder gewaltfreie Proteste und der Einsatz für ein Atomwaffenverbot seien wichtige Anliegen des langjährigen Geschäftsführers von „Ohne Rüstung leben“ gewesen. „Mit seiner Arbeit hat Paul Russmann dazu beigetragen, einer friedlicheren und gerechteren Welt einen kleinen Schritt näherzukommen“, ist Horst Scheffler überzeugt. Und die Verleihung des Friedensnobelpreises an die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen, mit der „Ohne Rüstung leben“ kooperiert, sei ein Stück weit auch eine Bestätigung für die Lebensleistung von Paul Russmann, so der frühere AGDF-Vorsitzende.

Dabei habe der christliche Glaube beim Engagement von Paul Russmann stets eine große Rolle gespielt. „Die biblische Vision einer Welt, in der Schwerter zu Pflugscharen werden, war und ist eine wichtige Motivation für Paul Russmann und sein Engagement für eine friedliche Welt“, unterstreicht Horst Scheffler. So habe er auch tatkräftig daran mitgewirkt, dass es beim Deutschen Evangelischen Kirchentag 2015 in Stuttgart ein eigenes „Zentrum Frieden“ gegeben habe, organisiert von zahlreichen Friedensgruppen und Initiativen, um dem Thema Frieden einen breiten Raum beim Kirchentag zu bieten. „Hier gehörte Paul Russmann zu den Motoren“, so Horst Scheffler.

Christine Busch, die jetzige AGDF-Vorsitzende, erinnert aber auch an die Arbeit der vor 40 Jahren auf Initiative des württembergischen evangelischen Pfarrers Werner Dierlamm gegründeten Aktion „Ohne Rüstung leben“, die sich gerade in den 1980er Jahren zu einer der größten christlichen Friedensgruppen in Deutschland entwickelte und die sich bis heute mit Dialog und Protest, Aktion und Lobbyarbeit gegen Rüstungsexporte, Kleinwaffen, für eine atomwaffenfreie Welt und den Ausbau eines zivilen Friedensdienstes engagiert. „Dass dies seit vielen Jahrzehnten so ist, daran hat auch Paul Russmann einen großen Anteil“, unterstreicht Christine Busch. Und sie ergänzt: „Es ist aber auch schön und wichtig, dass die gute Arbeit der Aktion ,Ohne Rüstung leben´ verlässlich weitergeht.“
(Dieter Junker)