EKD-Konferenz für Friedensarbeit trifft sich in Loccum

Evangelische Friedensarbeit

(29.01.2018) Der Rückblick auf das Reformationsjubiläum, die aktuellen Prozesse in den Landeskirchen auf dem Weg zu einer Kirche des gerechten Friedens und der Blick auf das Schwerpunktthema Frieden bei der EKD-Synode 2019 stehen im Mittelpunkt der neunten Konferenz für Friedensarbeit im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die am 4. und 5. Februar in der Evangelischen Akademie in Loccum zusammenkommt.

Zu den Themen der Tagung gehören unter anderem ein Rückblick und eine Auswertung des Café Friedenswege im Rahmen der Weltausstellung Reformation in Wittenberg sowie Berichte aus den Landeskirchen zur Friedensarbeit. Der Studienleiter der Evangelischen Akademie Loccum, Thomas Müller-Färber, wird ein Referat zur Einbeziehung zivilgesellschaftlicher Akteure in politische Prozesse halten. Die Referentin für Fragen der Nachhaltigkeit der EKD, Ruth Gütter, gibt zudem einen Überblick über Nachhaltigkeit als Querschnittsthema auch für die Friedensarbeit.

Im Rahmen der Tagung wird der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms (Bremen), der auch die Konferenz leitet, seinen Bericht über das vergangene Jahr und über aktuelle Fragen der evangelischen Friedensarbeit abgeben.

Die „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD“ trat im Januar 2009 zum ersten Mal zu ihrer jährlichen Tagung zusammen. Ihr gehören die Friedensbeauftragten der EKD-Gliedkirchen sowie Vertreter von EKD, kirchlichen Trägern der Friedensarbeit und damit verbundenen Institutionen an. Sie vernetzt dadurch die Arbeit aller relevanten Akteure und ermöglicht dadurch eine breite Diskussion friedenspolitischer Entwicklungen und Strategien sowie die Abstimmung gemeinsamer Initiativen. Die Konferenz will so Impulse an die leitenden Gremien der EKD und ihrer Gliedkirchen sowie für die Arbeit ihrer Mitglieder geben.

Im Vorfeld der Konferenz wird es vom 2. bis 4. Februar in der Akademie in Loccum einen Studientag geben, der sich mit der Rolle der Kirchen als friedenspolitische Akteure im Ukraine-Russland-Konflikt beschäftigt. Thema: „Neue Entspannungspolitik?“ Dabei soll die bisher weitgehend unbeleuchtete Rolle der Kirchen der Region in dieser Auseinandersetzung in den Blick genommen werden. Während der Tagung mit gefragt, wo die Kirchen hier konfliktverschärfend agieren, wo Potenzial für Versöhnung und Dialog besteht, welche kirchlichen und kirchennahen Initiativen sich vor Ort in der zivilen Konfliktbearbeitung engagieren und inwieweit die Kirchen hier zu einer Entspannungspolitik beitragen können.

Der Studientag ist dabei hochkarätig besetzt. So gehören unter anderem der ehemalige Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, Professor Dr. Konrad Raiser, der Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche in Eurasien, Eduard Khegay, der Mitarbeiter im Außenamt der Ukrainischen Orthodoxen Kirche, Dr. Sergij Bartnyk, der Moskauer Publizist Sergij Chapnin sowie der Kiewer Religionswissenschaftler und Philosoph Professor Konstantin Sigou zu den Referenten. Dazu kommen Politiker, Wissenschaftler und Vertreter kirchlicher Einrichtungen. Neben Vorträgen stehen auch Workshops, Arbeitsgruppen und Podiumsdiskussionen auf dem Programm. So wird es in Arbeitsgruppen auch um die Versöhnungsarbeit vor Ort und kirchliche sowie zivilgesellschaftliche Initiativen im Russland-Ukraine-Konflikt gehen. Das Studientagsthema ist dabei auf großes Interesse gestoßen, der Studientag ist bereits ausgebucht.
(Dieter Junker)