Judika-Sonntag: Auf dem Weg zu einer „Kirche des gerechten Friedens“

Evangelische Friedensarbeit

(25.03.2017) „Recht und Gerechtigkeit“ sind seit jeher Themen des Sonntags Judika, des fünften Sonntags in der Passionszeit. Seit 2015 lädt die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland ihre Gemeinden dazu ein, dies in den Mittelpunkt ihrer Gottesdienste zu stellen. In diesem Jahr lautet das Motto „Auf dem Weg – Gerechtigkeit und Frieden“. Insgesamt werden am 2. April, dem diesjährigen Sonntag Judika, dazu in mehr als 100 Kirchengemeinden in der Nordkirche Gottesdienste gefeiert. In der Hauptkirche St. Nikolai in Hamburg wird Renke Brahms, der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, die Predigt halten. Daneben predigen unter anderem auch Horst Scheffler, der Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF), und die Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Sabine Müller-Langsdorf.

„Gottesdienste sind wichtige Orte, um unsere Ohnmacht und Klage vor Gott zu bringen und um Kraft zu bitten für Erneuerung und Umgestaltung. Diese christliche Tradition hilft, Angst und Trauer anzusprechen und auszuhalten, und nicht gleich Antworten zu geben“, unterstreichen Julika Koch von der Arbeitsstelle Ökumene-Menschenrechte-Flucht-Friedensbildung der Nordkirche und Anne Freudenberg, Referentin für Theologie und Nachhaltigkeit im Zentrum für Mission und Ökumene der Nordkirche, die gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe die Broschüre mit dem Titel „Gerechtigkeit und Frieden“ erarbeitet haben. Beide werden ebenfalls am Sonntag Judika in Gemeinden der Nordkirche predigen.

Angesichts der aktuellen weltweiten Entwicklungen erfährt das Thema des diesjährigen Sonntags Judika eine besondere Bedeutung. Die Terroranschläge in der ganzen Welt, die Bilder aus den Kriegs- und Krisengebieten machen betroffen und sind erschreckend. In den Gottesdiensten ist Raum für Klage und Dank, aber auch für Ermutigung zu weiterem Engagement.

Die Nordkirche greift mit diesen besonderen Gottesdiensten am Sonntag Judika auch die Einladung des Ökumenischen Rates der Kirchen auf, sich mit Fragen der Gerechtigkeit und des Friedens zu befassen und „Pilgerwege der Gerechtigkeit und des Friedens zu gehen. Die Landessynode der Nordkirche hatte im September vergangenen Jahres sich dafür ausgesprochen, eine noch deutlicher wahrnehmbare Stimme für eine friedensstiftende, gewaltfreie und gerechte Politik in der deutschen und europäischen Gesellschaft zu werden. Die Landessynode Anfang März 2017 in Lübeck hat dazu ein Positionspapier zum Thema Gerechter Frieden verabschiedet.

Der Sonntag Judika wird in diesem Jahr bereits zum dritten Mal nordkirchenweit zum Thema Gerechtigkeit gefeiert. Im vergangenen Jahr lautete das Motto „Gerechtigkeit und Flucht“, 2015 ging es um „Gerechtigkeit und Geld“.
(Dieter Junker)

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