Renke Brahms: Christen setzen auf den Frieden, der Angst vertreibt und Mut und Hoffnung macht

EKD

(2.04.2017) Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Renke Brahms, hat dazu aufgerufen, sich nicht erschrecken zu lassen von den vielen, zum Teil unübersichtlichen Entwicklungen, von den Bedrohungen des Friedens. „Lassen wir uns doch nicht erschrecken von denen, die uns einreden wollen, dass alles nur bergab geht, wenn wir uns nicht abschotten gegen Andere“, meinte der Theologe in seiner Predigt in der Hauptkirche St. Nikolai in Hamburg.

„Lassen wir uns nicht schrecken von denen, die meinen, Gewalt sei eben nur mit Gewalt zu bekämpfen, denen nichts anderes einfällt, als zu den Waffen zu greifen. Stehen wir furchtlos auf gegen Millionen von Gewehren und Pistolen, die in die Krisenländer dieser Erde geliefert werden, um den eigenen Profit zu mehren. Widersprechen wir mutig denen, die in Hass über Flüchtlinge reden und herziehen über Menschen anderer Herkunft und Hautfarbe“, betonte der EKD-Friedensbeauftragte in Hamburg. Dazu brauche es heute schon manchmal Mut, aber man dürfe nicht so lange warten, bis sich keiner mehr traue, zu widersprechen, so Renke Brahms.

Christen fänden diese Kraft in Jesus Christus, der selbst widersprochen und widerstanden habe und der dafür gelitten habe und gestorben sei. Und der auferstanden sei zur neuen Hoffnung für alle, unterstrich Renke Brahms, der auch Leitender Geistlicher der Bremischen Evangelischen Kirche ist. Die Welt mache angesichts der täglichen Bilder und Nachrichten Angst, in den Gesichtern der Flüchtenden komme die Not und das Elend von Verfolgung und Vertreibung, von Krieg und Hunger entgegen, und die populistische Suppe der Ausländerfeindlichkeit gefährde die Demokratie mehr als alle Flüchtlinge zusammen. „Angst kann zerstören, krank machen. Wo Angst geschürt wird, wird das Herz eng, wird der Verstand eng, da verkrampft sich die helfende Hand zur verschlossenen, schlagenden Faust“, warnte der EKD-Friedensbeauftragte in seiner Predigt.

Dagegen könnten Christen den Frieden setzen, der die Angst vertreibe und der anders sei als das, was die Welt gebe, mahnte Renke Brahms. So sei der römische Frieden zu Zeiten Jesus ein Frieden gewesen, der auf Macht und Gewalt beruhte, ein Frieden der Sklaverei der Völker, der Unterwerfung und der Ausbeutung. So wie in vielen Teilen der Welt auch heute, gab der EKD-Friedensbeauftragte zu bedenken. „Der Frieden Jesu Christi ist ein Weg der Gewaltlosigkeit, einer, der die Anderen mit hineinholt in das Reich Gottes, der die Grenzen überwindet, der integriert und nicht ausschließt“, betonte Renke Brahms in Hamburg. Es sei ein Frieden wie die Aussöhnung der Völker nach dem Zweiten Weltkrieg, wie die Friedensgebete, die die Mauer zum Einsturz brachten und der Frieden, den Menschen mit Friedensdiensten in viele Länder der Welt bringen würden. „Das sind die, die sich nicht erschrecken lassen, die sich nicht fürchten vor den Herausforderungen, die sich nicht entmutigen lassen. Das alles macht mir Mut und schenkt mir Hoffnung“, unterstrich Renke Brahms.

Der EKD-Friedensbeauftragte Renke Brahms predigte in Hamburg aus Anlass des Judika-Sonntags in der Evangelisch-lutherischen Kirche in Norddeutschland, der in diesem Jahr unter dem Motto „Auf dem Weg – Gerechtigkeit und Frieden“ stand. 

(Dieter Junker)

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Predigt des EKD-Friedensbeauftragten Renke Brahms beim Judika-Sonntag 2017 in der Hauptkirche St. Nikolai in Hamburg.