EAK Rundbrief April 2016

Liebe Leser_innen des EAK - Rundbriefs,

Stell Dir vor es ist Krieg und keiner geht hin. Gefühlt über 90 % der Leser_innen werden das Zitat kennen. Für viele war es womöglich Biographie prägend?! In unfriedlicher Zeit müssen wir es uns nicht mal vorstellen, Krieg ist um uns herum bzw. mit den davor flüchtenden Menschen bei uns angekommen.

Stell Dir vor es ist Krieg und keiner geht hin, dann kommt er zu Dir. So das Zitat von Carl Sandburg 1936. Warum ist der 2. Teil des Zitats nicht auch in den Köpfen? Wären die Situationen in Syrien, Afghanistan, Gaza, Irak, Türkei und der Ukraine sowie mittelbar betroffenen Anrainerstatten Libanon, Jordanien, Griechenland u. a. womöglich andere wenn wir uns gewiss wären, „dass sie zu uns kommen“?

Weniger Geflüchtete wird es nur mit weniger Kriegen geben. Wenn sich Europa in Solidarität und Gerechtigkeit sowie den Menschenrechten dessen nicht endlich bewusst wird, sich im wahrsten Sinne des Wortes „zusammenreißt“, außenpolitisch nicht an einem Strang zieht und einzelne Mitgliedsstaaten ihre jeweiligen Nationalismen nicht hinter sich lassen, wird es als Friedensprojekt scheitern. Oder ist diese Wertegemeinschaft bereits zu einer „angeblichen“ degeneriert?

Europa - mehr als ein Wirtschaftsraum. Die Konferenz Europäischer Kirchen hat bereits 1994 in ihrer Erklärung von Bratislava formuliert, dass es mit Europa um mehr als Wirtschaftswachstum geht.  Wird das nicht endlich umgesetzt, sieht es schlecht aus; zumal es die Demographie nicht gut mit Europa meint. Im Weltmaßstab spielt es als „Union“ vielleicht eine Rolle. Mit lediglich egoistischen Interessen, werden alle Einzelnen kein Gehör finden und Europa zu einer Fußnote in den Geschichtsbüchern. Es geht um nicht mehr und nicht weniger als: Mehr Europa wagen.

Rainer Hub
- EAK - Vorstandsmitglied - 


Aus der Arbeit der EAK und der Evangelischen Friedensarbeit

Pressemitteilung EAK und AGDF: Evangelische Friedensverbände für Ende der nuklearen Teilhabe und Abzug der US-amerikanischen Atomwaffen aus Europa

Die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) und die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) haben die Bundesregierung nachdrücklich aufgefordert, sich innerhalb der NATO für ein Ende der nuklearen Teilhabe und einen Abzug der US-amerikanischen Atomwaffen aus Europa einzusetzen. 

„Vor genau sechs Jahren, am 26. März 2010, hat der Deutsche Bundestag mit einer großen Mehrheit der Bundesregierung aufgefordert, sich für eine atomare Abrüstung einzusetzen. Doch geschehen ist seither nichts“, kritisiert AGDF-Geschäftsführer Jan Gildemeister. Und der EAK-Geschäftsführer Wolfgang Burggraf fügt hinzu: „Stattdessen hat die Bundesregierung in der NATO einer Modernisierung der US-Atomwaffen in Europa zugestimmt und im Dezember in der Generalversammlung der Vereinten Nationen sogar gegen Resolutionen votiert, die eine ethische Verpflichtung zur Abschaffung und eine Ächtung von Atomwaffen beinhalten.“ Es handelt sich um die Resolutionen A/RES/70/48 und 50.

Pressemitteilung Evangelische Friedensarbeit: Evangelische Friedensarbeit äußert sich kritisch zum Einsatz von Kampfdrohnen

Äußerst kritisch hat sich die evangelische Friedensarbeit zum Einsatz von bewaffneten Drohnen geäußert. Anlass ist eine Gerichtsverhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, in der es um die Klage eines Pfälzers geht, der das Bundesministerium der Verteidigung zur Überwachung bewaffneter Drohneneinsätze, die über die US-Air Base Ramstein gesteuert werden, verpflichten möchte.

Kriegsdienstverweigerung

Sanitätsoffizier-Anwärter darf Kriegsdienst verweigern

Ein Sanitätsoffizier-Anwärter der Bundeswehr aus Rheinland-Pfalz hat gerichtlich seine Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer durchgesetzt. Das Mainzer Verwaltungsgericht gab am Freitag einer Klage des Leutnants statt, dessen Antrag zunächst abgelehnt worden war. (AZ: 4 K 136/15.MZ)

In der mündlichen Verhandlung hatte der Mann dargelegt, dass er sich zunächst ein falsches Bild von der Bundeswehr gemacht habe. Die Entscheidung für eine Laufbahn als Offizier des Sanitätsdienstes habe er 2008 nach Berichten über Hilfseinsätze bei der Tsunami-Katastrophe in Südasien getroffen. Außerdem habe er geglaubt, auch in Afghanistan helfe die Bundeswehr beim Aufbau eines Gesundheitswesens.

"Man geht aber nicht als Arzt, sondern als Soldat in den Einsatz", sagte er in der mündlichen Verhandlung. "Man ist bewaffnet, nimmt an Patrouillen teil und gegebenenfalls auch an Gefechten." Noch vor Ende seiner Arztausbildung sei ihm bewusst geworden, dass die Existenz von Sanitätsärzten Militäreinsätze erst ermögliche. Daran habe er nicht mehr teilnehmen wollen und können.

Den vollständigen Artikel finden sie unter: www.evangelische-friedensarbeit.de

Gemeinsame Erklärung von Kriegsdienstverweigerungsgruppen aus dem östlichen Mittelmeer

"Wir erheben unsere Stimme für Frieden und gegen die Militarisierung"

Gemeinsame Erklärung von Kriegsdienstverweigerungsgruppen aus dem östlichen Mittelmeer unterzeichnet von:

  • Bewegung Nein zum Kriegsdienstzwang (NoMilService), Ägypten
  • Liga der Kriegsdienstverweigerer (LOC), Italien
  • Mesarvot, Israel
  • Verein der griechischen Kriegsdienstverweigerer
  • 40 Mütter, Israel
  • Initiative Kriegsdienstverweigerung in Zypern
  • Verein für Kriegsdienstverweigerung (Vicdani Ret Derneği), Türkei

Die vollständige Erklärung können sie nachlesen unter: connection-ev.org

Connection e.V.: Stoppt den Kreislauf der Gewalt in der Türkei !

Aufruf an die deutsche Bundesregierung und die Europäische Union

Acht deutsche Friedensorganisationen wenden sich wegen des Krieges im Südosten der Türkei an die Bundesregierung. Er findet weitgehend abseits der Aufmerksamkeit der internationalen Öffentlichkeit statt – Terroranschläge, der Krieg in Syrien und die Flüchtlingsfrage dominieren die Tagesordnung. Aber angesichts der Gewalt und der Menschenrechtsverletzungen in den vom Krieg zwischen türkischer Regierung und PKK betroffenen Regionen fordern die Organisationen, dass die deutsche und europäische Politik nicht länger wegsehen darf. Sie haben eine Petition gestartet, die unter weact.campact.de/p/UrgentCallTurkey unterzeichnet werden kann.

Für Nachfragen und Interviews stehen zur Verfügung:

Herr Rudi Friedrich von Connection e.V., Tel. 069-8237 5534
oder Frau Dr. Christine Schweitzer vom Bund für Soziale Verteidigung, 0571-29456 oder 040 655 90 940.

Weitere Informationen erhalten sie unter: www.connection-ev.org

Connection e.V.: Israel: Zwei Kriegsdienstverweigerinnen in Haft

Am 27. März 2016 wurde die israelische Kriegsdienstverweigerin Tair Kaminer zum vierten Mal zu einer Haftstrafe verurteilt, dieses Mal zu 20 Tagen Gefängnis. Ihre erste Haftstrafe trat sie am 10. Januar 2016 an. Seitdem ist sie bereits 75 Tage im Militärgefängnis inhaftiert gewesen.

Am 29. März 2016 wurde zudem die 19-jährige Kriegsdienstverweigerin Aiden Katri zu einer ersten Haftstrafe von sieben Tagen Haft verurteilt. Zur Musterung hatte sie sich zunächst als Mann beim Militär gemeldet. Inzwischen sieht sie sich selbst als Frau. Sie ist die erste inhaftierte Transgender, die in Israel den Kriegsdienst verweigert hat.

Mehr Informationen erhalten sie unter: www.connection-ev.org.

Wie sie die israelischen Kriegsdienstverweigerinnen unterstützen können, erfahren sie hier

Unterschriftenaktion: Keine Minderjährigen in die Bundeswehr

"Unter 18-Jährige dürfen in Deutschland nicht wählen, sie dürfen nicht selber Auto fahren oder gewaltverherrlichende Videospiele spielen. Jungen und Mädchen dürfen aber mit 17 Jahren schon zur Bundeswehr gehen, dort Panzer fahren und in Techniken der realen Kriegsführung ausgebildet werden, einschließlich der simulierten Tötung. Sie bekommen dort dasselbe militärische Training wie Erwachsene, das Jugendarbeitsschutzgesetz gilt ebenso wenig wie besondere Maßnahmen zum Schutz vor sexueller Belästigung oder Missbrauch."

DFG-VK, Bündnis Kindersoldaten, terre des hommes, Kindernothilfe, Friedensband und andere Organisationen haben eine Unterschriftenaktion gegen die Rekrutierung von Minderjährigen gestartet. 

Mehr erfahren sie unter: unter18nie.de

Wissenswertes

APD: Michael-Sattler-Friedenspreis 2016 für christlich-muslimische Friedensinitiative in Nigeria

Der „Michael-Sattler-Friedenspreis“ 2016 geht an die Ekklesiyar Yan'uwa a Nigeria (EYN – „Kirche der Geschwister in Nigeria“) und ihre 2010 mit muslimischen Partnern gegründete „Christian and Muslim Peace Initiative” (CAMPI). Die Preisverleihung ist am 20. Mai in Rottenburg am Neckar vorgesehen. Erwartet werden dazu Ephrahim Kadala (55), Pastor und Friedenskoordinator der EYN, und Hussaini Shuaibu (51), Fachhochschullehrer, Mediator und muslimischer Mitarbeiter von CAMPI.

Der Michael-Sattler-Friedenspreis wird seit 2006 von dem in Bammental bei Heidelberg ansässigen Deutschen Mennonitischen Friedenskomitee (DMFK) verliehen. Damit zeichnet das vor 60 Jahren von der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in der Bundesrepublik gegründete DMFK zum fünften Mal Projekte oder Personen aus, die sich praktisch, theoretisch oder theologisch für Frieden und Versöhnung eingesetzt haben. 

Weitere Informationen erhalten sie unter: www.apd.info

Nachhaltiger Frieden mit unbewaffneten Zivilisten

Am 14.März 2016 tagte der Unterausschuss für „Zivile Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und vernetztes Handeln“ zum Thema „Chancen für unbewaffnetes ziviles Peacekeeping“.
Mehr zu dem Thema finden sie unter: www.bundestag.de

Publikation

BSV Hintergrundpapier: Kosten der Gewalt

Dieses Hintergrund- und Diskussionspapier betrachtet die Frage von Gewalt, Krieg und Gewaltlosigkeit aus einer Perspektive, die in den sozialen Bewegungen gewöhnlich eher gemieden wird, weil sie alle ethischen Erwägungen ausklammert: Nämlich aus der Perspektive der Ökonomie.

Mehr dazu erfahren sie unter: www.soziale-verteidigung.de

Veranstaltung

Ohne Rüstung Leben Workshops: Kleinwaffenexporte und ihre Folgen - global und ganz nah

Ohne Rüstung Leben veranstaltet drei Einführungsworkshops zum Thema "Kleinwaffenexporte".

Mehr Informationen dazu und die genauen Termine finden sie unter: www.ohne-ruestung-leben.de.

Weitere Veranstaltungen

Vortrag und Diskussion mit dem Titel „Büchel und Ramstein - zwei Orte, wo Militärs etwas verbergen" am 07.April 2016 in Köln, veranstaltet vom Friedensbildungswerk Köln  in Zusammenarbeit mit der DFG/VK Gruppe Köln, dem Kölner Friedensforum, attac Köln, AK «Geopolitik und Frieden».
Mehr Informationen unter: www.friedensbildungswerk.de

Am 13.April 2016 findet in Köln ein Vortrag zum Thema „Unfaire Handelsbeziehungen und Rüstungsexporte" statt. Veranstalter ist die Melanchthon-Akademie.
Mehr dazu unter: www.melanchthon-akademie.de

Vom 15. bis 17.April 2016 veranstaltet die Plattform Zivile Konfliktbearbeitung ihre Jahrestagung 2016 unter dem Titel „Im staatlichen Auftrag oder in politischer Selbstständigkeit? Zivilgesellschaftliche Akteure der Konfliktbearbeitung im In- und Ausland" in der Evangelischen Akademie Loccum.
Weitere Informationen erhalten sie unter: www.konfliktbearbeitung.net

Die DFG-VK Baden Württemberg veranstaltet am 16.April 2016 eine Tagung mit dem Titel „Frieden schaffen ohne Waffen. Pazifismus gestern heute und morgen" in Karlsruhe.
Informationen erhalten sie unter: bawue.dfg-vk.de

Am 17.April 2016 eröffnet die Fotoausstellung „Nie wieder Krieg?!" - Eine Auswahl von Werken Fotojournalistin Ursula Meissner aus 25 Jahren Kriegs- & Krisenfotografie mit anschließender Gesprächsrunde mit Dr. Jochen Hippler (Politikwissenschaftler & Friedensforscher), Constanze Kurz (Journalistin bei netzpolitik.org & Pressesprecherin des CCC), Ursula Meissner (Kriegs- & Krisenfotografin), Andreas Zumach (UNO Experte und freier Journalist u.a. für die taz in Saarbrücken.
Weitere Informationen erhalten sie unter: quovadisbellum.com

In Karlsruhe findet am 19.April 2016 ein Vortrag zum Thema „Grenzen öffnen für Menschen, Grenzen schließen für Waffen" mit Buchpräsentationen zum „Netzwerk des Todes. Die kriminellen Verflechtungen von Waffenindustrie und Behörden" und zum „Schwarzbuch Waffenhandel. Wie Deutschland am Krieg verdient" mit Jürgen Grässlin statt.
Mehr dazu unter: www.bbk-karlsruhe.de

Die DFG-VK veranstaltet am 19.April 2016 eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Gewaltlos gegen Krieg. Stoppt den Drohnenkrieg!" mit Mitgliedern von CODEPINK in München.
Informationen erhalten sie unter: www.dfg-vk.de/bayern

An der Pädagogischen Hochschule Weingarten findet am 22.April 2016 der „Friedenskongress - Frieden zwischen Pädagogik und Zivilgesellschaft" zur pädagogischen und zivilgesellschaftlichen Stärkung der Friedensregion Bodensee statt.
Mehr dazu unter: www.ph-weingarten.de

In Heidelberg findet vom 26. bis 27.April 2016 eine Fachtagung zum Thema „Pazifismus auf neuen Wegen?" statt, veranstaltet von FEST (Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft ).
Weitere Informationen unter: www.fest-heidelberg.de

Vortrag und Diskussion „Weißbuch 2016 und kritische Betrachtung" mit Otmar Steinbicker am 03.Mai 2016 in Jülich.
Mehr dazu unter: www.kkrjuelich.de

In Lindau/ Bad Schachen findet am 03.Mai 2016 ein Vortrag und Diskussion zum Thema „Gewalt als letztes Mittel? - Über die Wirksamkeit militärischer und ziviler Handlungsoptionen" - mit Susanne Luithlen (leitet die Akademie für Konflikttransformation im Forum Ziviler Friedensdienst) statt.
Informationen finden sie unter: www.friedens-raeume.de

Am 20.Mai 2016 findet die Aktion „Kunst macht Frieden" von verschiedenen Künstlern in Aachen statt.
Mehr dazu unter: www.euregioprojekt-frieden.org

Vom 25. bis 29. Mai 2016 findet in Leipzig der 100. Deutsche Katholikentag statt. Das diesjährige Leitwort lautet „Seht, da ist der Mensch“.
Mehr Informationen finden sie unter: www.katholikentag.de

Vom 25. Bis 29.Mai 2016 findet in Leipzig die Ausstellung „Frieden geht anders - Ausstellung zur zivilen Konfliktberatung“ statt.
Mehr dazu unter: www.paxchristi.de

Impressum 


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im Verein für Friedensarbeit im Raum der EKD e.V. (VfF) 
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