EAK Rundbrief Dezember 2016

Auf dem Weg zu einer "Kirche des gerechten Friedens"

Viele Kirchen begeben sich auf diesen Weg. Z.B. hat die Landessynode der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers dazu im November eine Resolution verabschiedet und will auf dieser Grundlage zu konkreten Umsetzungen bei der nächsten Synode kommen. Die Kirchen bewegen sich also doch, wenn auch langsam und vorsichtig. Bei mir wächst oft die Ungeduld, dass wir eindeutiger, klarer sein müssen angesichts der aktuellen Bedrohung des inneren und äußeren Friedens; angesichts des unendlichen Leids, das daraus folgt, angesichts dessen, dass die Signale der Politik überall auf mehr Rüstung, mehr Militär und mehr Abschottung gestellt werden.

Aber die Verkündigung der Frohen Botschaft wie wir sie Weihnachten wieder hören werden ist eindeutig: “Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.“ (Hier bleibe ich gern beim alten Luther) Dies gilt es zu hören, zu predigen und vor allem zu leben.
Dann erhalten vielleicht auch Sätze aus unseren kirchlichen Erklärungen, wie der aus Hannover eine neue Kraft (hier einige Zitate):

  • „Auf diesem "Pilgerweg" wollen wir uns für einen Frieden einsetzen, der weit über politische und militärische Vorstellungen hinausweist und im biblischen Sinne des "Schalom" eine umfassende Bewahrung der Schöpfung und eine gerechte Verteilung der Lebensressourcen für alle Menschen umschließt.“
  • „Bis heute fragen wir zu wenig, inwiefern unser Lebensstil, insbesondere unser Konsumverhalten, zur Verschärfung von Konflikten und gewalttätigen Auseinandersetzungen beiträgt.“
  • Die Erhöhung der weltweiten Ausgaben für Rüstung und Militär ist ein Irrweg, der verlassen werden muss.“
  • „Für einen "gerechten Frieden" muss der Einsatz von militärischer Gewalt schrittweise durch zivile Ansätze zur Konfliktlösung ersetzt werden.“
  • "Schritte zu Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung" … sollen verstärkt und ins Zentrum des kirchlichen Bewusstseins und Handelns gerückt werden.“
  • „Wir regen an, innerhalb der hannoverschen Landeskirche besondere Orte als geistliche und kommunikative Zentren für die Themen des gerechten Friedens auszubauen und neue Möglichkeiten der Friedensarbeit zu entwickeln.“
  • „Wir glauben, dass im gerechten Frieden Neues wird. In dieser Gewissheit wollen wir als Kirche unseren Beitrag dazu leisten, dass Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung in unserer Gesellschaft und in der Welt wachsen.“
  • Wenn manches davon wirklich umgesetzt würde, kämen wir der Weihnachtsbotschaft wieder ein kleines Stück näher. Dafür lasst uns beten und arbeiten.

Ich wünsche ein gesegnetes und friedvolles Weihnachtsfest
Pastor Lutz Krügener

Referent für Friedensarbeit der Landeskirche Hannovers und
Mitglied im Vorstand der EAK
 

Inhaltsverzeichnis

  • Friedensarbeiterinnen oder Friedensarbeiter für Café Friedenswege in Wittenberg gesucht
  • Stagnation statt Fortschritt
  • EKD-Friedensbeauftragter: Eine friedliche Welt braucht Institutionen und Regeln
  • Kritische Bestandsaufnahme zum Leitbild des gerechten Friedens
  • Württembergische Kirche für Verbot von Rüstungsexporten
  • PM AGDF „... rechtmäßig Kriege führen?“
  • AGDF und EAK: Zivil statt militärisch muss die Devise sein
  • Das Motto für 2017: Streit!
  • GKKE fordert neues Rüstungsexportkontrollgesetz
  • Verzicht auf den "Großen Zapfenstreich" bei Verabschiedung
  • Kriegsdienstverweigerung ist ein mutiger persönlicher Schritt aus Gewissensnot
  • EAK: Asylanträge türkischer Soldaten „wohlwollend prüfen“
  • Europäischer Stationenweg zur Reformation macht Halt in Bretten (15. und 24. Dezember 2016)
  • Konferenz für Friedensarbeit + Studientag (23. - 25. Januar 2017)
  • Frieden ist des Christenmenschen Berufung! Die Reformation und das Friedenszeugnis der Kirche
  • 1. EAK Mitgliederversammlung (7.-8. Februar 2017)
  • 2. EAK Mitgliederversammlung (26.-28. September 2017)

Aus der Arbeit der EAK und der Evangelischen Friedensarbeit

Friedensarbeiterinnen oder Friedensarbeiter für Café Friedenswege in Wittenberg gesucht

Der Verein für Friedensarbeit im Raum der EKD e. V. sucht drei Friedensarbeiterinnen oder Friedensarbeiter im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes. Aus Anlass des Reformationsjubiläums findet vom 20. Mai bis 10. September 2017 in der Lutherstadt Wittenberg die Weltausstellung „Reformation heißt Zukunft gestalten“ statt (www.r2017.org). Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) und die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) wollen im Rahmen dieser Weltausstellung gemeinsam mit der ev.

Stagnation statt Fortschritt

(8.12.2016)
Im Vorfeld des Internationalen Tags der Menschenrechte am 10. Dezember hat das Europäische Büro für Kriegsdienstverweigerung (EBCO) seinen Jahresbericht "Kriegsdienstverweigerung in Europa 2016" vorgelegt. EBCO-Vorsitzender Friedhelm Schneider, der die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) in der Menschenrechtsorganisation vertritt, bilanziert den Bericht mit der Einschätzung: „Insgesamt war die Menschenrechtssituation von Kriegsdienstverweigerern in Europa 2016 durch Stagnation statt Fortschritt gekennzeichnet.“

EKD-Friedensbeauftragter: Eine friedliche Welt braucht Institutionen und Regeln

(19.11.2016) Besorgt hat sich der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Renke Brahms, zur Zukunft der internationalen Rechtsordnung geäußert. Anlass sind die Ankündigung Russlands, sich vom Internationalen Strafgerichtshof zurückzuziehen, sowie der Austritt mehrerer afrikanischer Staaten aus dem Internationalen Strafgerichtshof. Noch bis zum 24. November treffen sich die Vertragsstaaten des Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zu ihrer Jahreskonferenz.  

Kritische Bestandsaufnahme zum Leitbild des gerechten Friedens

(11.12.2016)

Württembergische Kirche für Verbot von Rüstungsexporten

(23.11.2016) Die Synode der Evangelischen Landeskirche in Württemberg hat sich für ein Exportverbot von Kleinwaffen, für eine Beschränkung von Waffenexporten und eine Stärkung von Friedensbildung und ziviler Konfliktbearbeitung ausgesprochen. Eine entsprechende Erklärung wurde bei der Tagung in Stuttgart mit zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen verabschiedet und mit Standing Ovations gefeiert.

PM AGDF „... rechtmäßig Kriege führen?“

Dürfen Christen ohne Sünde rechtmäßig Kriege führen? Für das „Augsburger Bekenntnis“, bis heute eine der maßgeblichsten Bekenntnisschriften der lutherischen und vieler unierter Kirchen, ist die Antwort klar. Im dortigen Artikel 16 wird dem Staat das Recht eingeräumt, rechtmäßig Kriege führen und in ihnen mitstreiten zu können. Und das Augsburger Bekenntnis geht noch weiter. Denn im gleichen Artikel 16 werden auch die, die, die lehren, dass ein solches Handeln unchristlich sei, verdammt. Harte Worte, findet der katholische Theologe Dr.

AGDF und EAK: Zivil statt militärisch muss die Devise sein

Die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) und die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) erwarten von den neuen Leitlinien der Bundesregierung für Krisenengagement und Friedensförderung eindeutige Friedensperspektiven anstelle eines einseitigen, sicherheitslogischen Denkens.

Das Motto für 2017: Streit!

(02.12.2016) Das Gesprächsforum der Ökumenischen FriedensDekade hat auf seiner Tagung in Kassel am 28./29. November das Jahresmotto für das Jahr 2017 festgelegt. Mit dem Motto Streit!“, bewusst mit einem Ausrufezeichen versehen, möchte der Trägerkreis der Ökumenischen FriedensDekade zwei inhaltliche Aspekte aufgreifen. So soll das Motto auf die dringend notwendige Auseinandersetzung um die enormen finanziellen Zuwächse im bundesdeutschen Militärhaushalt hinweisen und für einen Ausbau ziviler Maßnahmen der Konfliktbearbeitung „streiten“.

GKKE fordert neues Rüstungsexportkontrollgesetz

Die GKKE fordert ein neues Gesetz zur Rüstungsexportkontrolle. Dies haben die beiden Vorsitzenden der GKKE bei der Vorstellung ihres 20. Rüstungsexportberichtes in der Bundespresse- konferenz besonders betont. „Seit vielen Jahren beklagen die Kirchen den anhaltenden Widerspruch zwi- schen gesetzlichen Grundlagen, politischen Leitlinien und dem erklärten Willen zu restriktiver Rüstungsexportpolitik einerseits und einer alles andere als restriktiven Genehmigungspraxis andererseits.

Verzicht auf den "Großen Zapfenstreich" bei Verabschiedung

November 2016
Sehr geehrter Herr Bundespräsident!
Im kommenden Jahr werden Sie aus Ihrem Amt verabschiedet. Als Mitglieder von seit vielen Jahren für den Frieden eintretende Gruppen möchten wir Sie bitten, bei Ihrer Verabschiedung auf den "Großen Zapfenstreich" der Bundeswehr zu verzichten.
Der große Zapfenstreich wird immer wieder kritisiert als ein Ritual aus vordemokratischem Geist.

Kriegsdienstverweigerung

Kriegsdienstverweigerung ist ein mutiger persönlicher Schritt aus Gewissensnot

Bonn, 16.11.2016
Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) hat nachdrücklich das Grundrecht auf eine Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen unterstrichen. Anlass ist das derzeit laufende Verfahren des ehemaligen US-Soldaten André Shepherd vor dem Verwaltungsgericht in München. Shepherd hatte sich 2007 durch Desertion einem Einsatzbefehl für den Irak entzogen, da er befürchtete, unterstützend an Kriegsverbrechen der US-Armee beteiligt zu sein. Darum beantragte er 2008 Asyl in Deutschland, was vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge aber abgelehnt wurde. Gegen diese Entscheidung klagte er vor dem Verwaltungsgericht in München, das das Verfahren zunächst aussetzte, bis der Europäische Gerichtshof (EuGH) im vergangenen Jahr entschied, dass die Entscheidung über den Asylantrag bei deutschen Behörden und Gerichten liege.

EAK: Asylanträge türkischer Soldaten „wohlwollend prüfen“

(20.11.2016) Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) hat die Bundesregierung aufgefordert, die Asylanträge türkischer Soldaten aus dem NATO-Hauptquartier in Ramstein wohlwollend zu prüfen. Dies könne die Gewährung von Asyl, dies könne aber auch ein dauerhaftes Bleiberecht in Deutschland sein, meint die EAK. „Eine Kriegsdienstverweigerung ist in der Türkei völlig ungeklärt.

Veranstaltungen

Europäischer Stationenweg zur Reformation macht Halt in Bretten (15. und 24. Dezember 2016)

Philipp Melanchthon wurde 1497 in Bretten geboren. Der Weggefährte und Freund Martin Luthers gilt selbst als wichtiger Reformator. Sein 1530 verfasstes Augsburger Bekenntnis ist bis heute eine zentrale lutherische Bekenntnisschrift. Eine Abendveranstaltung am 15.12.16 würdigt sein Wirken, samt Licht- und Schattenseiten. Gespräch und Kabarett, Musik und Theater wechseln sich ab in der Brettener Stiftskirche.        

Konferenz für Friedensarbeit + Studientag (23. - 25. Januar 2017)

Am 23.Januar 2017, treffen sich die Mitglieder der Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung in Wittenberg

Am 24./25.Januar 2017 veranstaltet die Konferenz für Friedensarbeit in der Evangelischen Akademie Wittenberg einen Studientag mit dem Titel "Frieden ist des Christenmenschen Berufung! Die Reformation und das Friedenszeugnis der Kirche".

Mehr zur Veranstaltung und zur evangelischen Friedensarbeit unter: www.evangelische-friedensarbeit.de.

Frieden ist des Christenmenschen Berufung! Die Reformation und das Friedenszeugnis der Kirche

24./25.1.2017
500 Jahre Reformation – dieses Jubiläum wird im Jahr 2017 gefeiert. Die Konferenz für Friedensarbeit tritt in Wittenberg zusammen, an dem maßgeblichen Erinnerungsort des Wirkens Martin Luthers.

1. EAK Mitgliederversammlung (7.-8. Februar 2017)

 

2. EAK Mitgliederversammlung (26.-28. September 2017)

 

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