EAK Rundbrief Dezember 2017

Liebe Leserinnen,
liebe Leser,

heute erreicht Sie der letzte Rundbrief der EAK im Jahr 2017. Die EAK blickt auf ein bewegtes Jahr zurück. Mit neuen Mitgliedern im Vorstand wurden wichtige Diskussionen über die Struktur der Arbetisgemeinschaft geführt und die Weichen für ihre künftige Ausrichtung gestellt.

Selbstverständlich beteiligte sich die EAK auch am Reformationsjubiläum. So war das Café Friedenswege in Wittenberg Anlaufstelle für alle, die sich über evangelische Friedensarbeit informieren und austauschen wollten. Darüber hinaus beteiligte sich die EAK an der Ausrichtung der Themenwoche Frieden der Weltausstellung Reformation in Wittenberg.

Neben dem Thema der Kriegsdienstverweigerung  betrachtet die EAK mit Sorge die zunehmende Militarisierung der EU sowie die wachsende Akzeptanz militärischer Mittel zur scheinbaren Lösung von Konflikten. Dazu finden Sie im Folgenden interessante Neuigkeiten aus dem vergangenen Monat. Hier bereits eine kurze Vorschau:

Am 10. Dezember wurde der Friedensnobelpreis an ICAN, die internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen verliehen. Der Ökumenische Rat der Kirchen begrüßte diese Entscheidung und äußerte seine Freude über die ersten Unterzeichnungen des Atomwaffenverbotsvertrags.

Die Friedensdekade 2018 wird unter dem Thema „Krieg 3.0“ stehen. Damit soll auf die Gefahr eines drohenden dritten Weltkriegs aufmerksam gemacht werden. Zudem sollen die aktuellen Entwicklungen im militärischen Sektor durch technologische Weiterentwicklungen ins Bewusstsein gerückt werden.

Die Nordkirche verabschiedete auf ihrer Synode ein Positionspapier zum Thema „Gerechter Frieden“. Da alle Versuche, Recht, Gerechtigkeit und Frieden mit militärischer Gewalt durchzusetzen von christlich-ethischen Vorstellungen wegführten, will die Nordkirche gemeinsam mit weiteren Akteuren Konfliktlösungsmodelle entwickeln, die dem Konzept der Friedenslogik folgen, so die Erklärung.

Die EAK freut sich, dass Friedhelm Schneider erneut zum Präsidenten des Europäischen Büros für Kriegsdienstverweigerung (EBCO) gewählt wurde und bedankt sich bei Herrn Schneider für seine Arbeit in dieser wichtigen Organisation. Den aktuellen Jahresbericht von EBCO finden Sie auf unserer Homepage.

Dies sei Ihnen lediglich als Vorschau auf diese und weitere interessante Meldungen in diesem Rundbrief gegeben.
Die EAK wünscht Ihnen gesegnete Weihnachtsfeiertage mit Ihren Lieben und Familien und einen guten Start ins neue Jahr. Unsere Geschäftsstelle ist ab dem 02. Januar wieder für Sie da.

Beste Grüße

Daniel Untch
-Referent-

Inhaltsverzeichnis

  • EBCO: „Recht auf Kriegsdienstverweigerung muss auf europäischer Tagesordnung bleiben“
  • Friedhelm Schneider bleibt Präsident des Europäischen Büros für Kriegsdienstverweigerung
  • Türkischer Kriegsdienstverweigerer Osman Murat Ülke erhielt Vorladung
  • ÖRK-Führung begrüßt Schritte in Richtung atomwaffenfreie Welt
  • Auf seiner Tagung in Amman (Jordanien) vom 17. bis 23. November gab der Exekutivausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) eine „Erklärung zum Atomwaffenverbotsvertrag und zur Verleihung des Friedensnobelpreises 2017 an die Internationale Kampagne
  • AGDF: Die Arbeit für den Frieden ist eine bleibende Aufgabe aus dem Reformationsjubiläum
  • Motto 2017: Krieg 3.0
  • Mit Modellen der Friedenslogik aktiv Gewalt überwinden

Kriegsdienstverweigerung (KDV)

EBCO: „Recht auf Kriegsdienstverweigerung muss auf europäischer Tagesordnung bleiben“

(08.12.2017) Angesichts einer fortschreitenden Militarisierung der EU sieht das Europäische Büro für Kriegsdienstverweigerung (EBCO) die Durchsetzung des Grundrechts auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen zunehmend erschwert. „Die Bestrebung, den Rechten der Kriegsdienstverweigerer zur Anerkennung zu verhelfen, war in Europa auch 2017 mit negativen Entwicklungen konfrontiert“, bedauert EBCO-Vorsitzender Friedhelm Schneider bei der Vorlage des EBCO-Jahresberichtes „Kriegsdienstverweigerung in Europa 2017“.

Friedhelm Schneider bleibt Präsident des Europäischen Büros für Kriegsdienstverweigerung

(17.11.2017) Friedhelm Schneider aus Mannheim bleibt weiterhin Präsident des Europäischen Büros für Kriegsdienstverweigerung (EBCO). Der Theologe und langjährige Leiter der Arbeitsstelle Frieden und Umwelt der Evangelischen Kirche der Pfalz wurde bei der EBCO-Mitgliederversammlung im zyprischen Nikosia für weitere drei Jahre in dieses Amt gewählt.

Türkischer Kriegsdienstverweigerer Osman Murat Ülke erhielt Vorladung

(23.11.2017) Vor zwei Tagen wurde der türkische Kriegsdienstverweigerer Osman Murat Ülke auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Bilecik zur Polizei vorgeladen. Er sollte eine Aussage bezüglich der gegen ihn neu aufgenommenen Verfahren zu Desertion und Befehlsverweigerung machen. “Damit verletzt die Türkei in eklatanter Art und Weise ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte im Falle von Osman Murat Ülke“, so heute Rudi Friedrich vom Internationalen Kriegsdienstverweigerungs-Netzwerk Connection e.V.

Wissenswertes

ÖRK-Führung begrüßt Schritte in Richtung atomwaffenfreie Welt

(27.11.2017) Auf seiner Tagung in Amman (Jordanien) vom 17. bis 23. November gab der Exekutivausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) eine „Erklärung zum Atomwaffenverbotsvertrag und zur Verleihung des Friedensnobelpreises 2017 an die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen“ ab.

In der Erklärung heißt es: „Atomwaffen dürfen unter keinen Umständen noch einmal eingesetzt werden.”

Auf seiner Tagung in Amman (Jordanien) vom 17. bis 23. November gab der Exekutivausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) eine „Erklärung zum Atomwaffenverbotsvertrag und zur Verleihung des Friedensnobelpreises 2017 an die Internationale Kampagne

(27.11.2017)

AGDF: Die Arbeit für den Frieden ist eine bleibende Aufgabe aus dem Reformationsjubiläum

Beim Reformationsjubiläum ist es nach Ansicht der AGDF-Vorsitzenden Christine Busch gelungen, die Freiheit eines Christenmenschen, die Verantwortung in Kirche und Gesellschaft, aber auch ökumenische Verbundenheit in versöhnter Verschiedenheit neu zu entfalten. Eine bleibende und auch zu verstärkende Aufgabe ist nach Ansicht der AGDF-Vorsitzenden die weitere Arbeit für den Frieden.

Motto 2017: Krieg 3.0

(01.12.2017) Das Gesprächsforum der Ökumenischen FriedensDekade hat auf seiner Tagung in Kassel am 27./28. November das Motto für das Jahr 2018 festgelegt. Mit „Krieg 3.0“ möchte der Trägerkreis der Ökumenischen FriedensDekade angesichts der Gefahr der Eskalation vorhandener Konflikte weltweit auf die potenziellen Gefahren eines dritten Weltkriegs aufmerksam machen. Dabei soll die weltweite Aufrüstungsspirale, die sich auch in den Finanzplänen der kommenden Jahre für den  Verteidigungshaushalt in Deutschland widerspiegelt, kritisch hinterfragt werden.

Veröffentlichungen/Publikationen

Mit Modellen der Friedenslogik aktiv Gewalt überwinden

(17.11.2017) Die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) hat heute (16. November) ein Positionspapier zum Thema „Gerechter Frieden“ verabschiedet. Damit haben die Synodalen auch dem überarbeiteten Abschnitt „Gewalt überwinden“ zugestimmt. Auf ihrer Tagung im März hatten die Synodalen beschlossen, intensiv über diese Frage zu beraten. Die Ergebnisse eines dafür im September durchgeführten Studientages zum Thema „Frieden“ flossen in das aktuelle Positionspapier ein.

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