EAK Rundbrief Februar 2016

Liebe Leserinnen und Leser,

die Zuflucht nach Europa und in unser Land ist weiter das zentrale Thema. Sehr bewegt mich der Stimmungswandel. Willkommenskultur wird ähnlich negativ konnotiert wie Gutmensch. Menschlicher Beistand und Unterstützung wird als Naivität, weltfremd, dumm diskreditiert.

Ideenlosigkeit, wie Veränderung aussehen könnte, drückt sich in Ohnmacht und Verrohung aus. Ein Modell das helfen soll: Schotten hoch in Europa. Die Extremen mit ihrer blanken Menschenverachtung sind salonfähig. Zündeln mit Worten und in Häusern (924 Häuser für Asylsuchende wurden 2015 angegriffen!). Die Haltung: „Unser wohlverdienter Wohlstand gehört uns. Selbstschuld, wer anderswo geboren wurde.“ ist verachtend. Selbst mit christlichen Geschwistern ist das Einfühlungsvermögen im christlichen Abendland nicht groß. Kann man ja nicht sehen, ob der Araber Christ oder Moslem ist. Wo stand nochmal die Wiege des christlichen Glaubens?

Was ist passiert, dass so eine Angst, so ein Neid aufbricht? Ja, die haupt- und ehrenamtlichen Helfenden stoßen an Grenzen, die neues Denken erfordern. Es gibt Bedrohungen. Hannover, München, Köln, Paris. Die Gefahr ist nicht mehr abstrakt. Es gibt Menschen, die die Fluchtwelle für ihren Hass nutzen. Das stellt Polizei, Behörden und Regierung vor große Herausforderungen, Sicherheit zu gewährleisten.

Bei dem Vielen, was wirklich zu tun ist, bin ich der festen Überzeugung, dass diese Herausforderungen zu meistern sind. Die globale Krise hat viele (Handlungs-) Ebenen. Wir brauchen Empathie und Menschlichkeit. Die, die Wissen über Veränderungsprozesse und –möglichkeiten haben, müssen dies verstärkt weitergeben.

Bleiben wir dran am konstruktivem Denken und Handeln, an Konzepten, die dem Leben aller dienen. Beziehen wir öffentlich Stellung. Teilen wir, hier und weltweit auf diesem einmaligen, schönen, zerbrechlichen Planeten mitten im Universum. Sie sind engagiert. Lassen Sie nicht nach, zeigen Sie weiter Mut, Entschlossenheit, Wärme für diese Welt.

Die Worte der Jahreslosung 2016: ‚Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.‘, Jesaja 66,13 ist mir dabei Stärke und Trost.

Elisabeth Peterhoff
Diakonin, Stellvertretende EAK Vorsitzende

Arbeitsstelle kokon in der Evang.-Luth. Kirche in Bayern
Ehrenamtliche Koordinatorin des Ehrenamtskreises Flüchtlingshilfe Vorra


Aus der Arbeit der EAK

Pressemitteilung EAK:Vor 60 Jahren: Gründung der EAK

Am 8. Februar 1956 beschloss das Bundeskabinett die Wiedereinführung der Wehrpflicht

Die „Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden“ (EAK) kann in diesem Jahr auf ihr 60-jähriges Bestehen blicken. Dieses Jubiläum will der evangelische Friedensverband in diesem Sommer mit einer Veranstaltung in Bonn feiern und an die langjährige Arbeit und den Einsatz für das Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung und die Arbeit für Kriegsdienstverweigerinnen und Kriegsdienstverweigerer erinnern.

Weitere Informationen finden sie unter: eak-online.de

Kriegsdienstverweigerung

Connection e.V.: Israel: Zwei Kriegsdienstverweigerinnen in Haft

Die 19-jährige Tair Kaminer hatte am 10. Januar 2016 im Rekrutierungsbüro in Tel Hashomer ihre Kriegsdienstverweigerung erklärt: "Solange der gewaltvolle militärische Weg gegangen wird, schaffen wir eine Generation voller Hass. Wir müssen dies jetzt stoppen!" Tair Kaminer wurde inzwischen zwei Mal verurteilt, am 10. Januar zu 20 Tagen und am 2. Februar 2016 zu 25 Tagen Haft.

Ende Januar schloss sich ihr eine weitere Kriegsdienstverweigerin an, die 20-jährige Tanya Golan. "Ich weigere mich, Teil einer Organisation zu sein, die seit Jahrzehnten Millionen ihrer bürgerlichen Rechte beraubt." Auch sie wurde inhaftiert.

Connection e.V. fordert mit der DFG-VK Hessen und der War Resisters' International die sofortige Freilassung von Tair Kaminer und Tanya Golan und die Einstellung aller Verfahren gegen KriegsdienstverweigerInnen.

Weitere Informationen finden sie unter: www.connection-ev.de

Wissenswertes

Pressemitteilung EKD-Friedensbeauftragter Renke Brahms: Friedensthema gewinnt wieder an Bedeutung

Das Friedensthema gewinnt nach Ansicht des Friedensbeauftragten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, wieder mehr an Bedeutung. Bei der Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD, die in der Evangelischen Akademie in Tutzing tagt, verwies Brahms auf die zahlreichen Initiativen in einzelnen Landeskirchen, aber auch auf die aktuellen politischen Diskussionen im Zusammenhang mit der Flüchtlingssituation und der militärischen Intervention im Nahen Osten. „Es ist wichtig, dass in den Landeskirchen, aber auch in den Gemeinden, Gruppen und Initiativen weiter Friedensfragen diskutiert werden, damit diese dann auf der EKD-Ebene zusammengeführt werden und dort auch in einem breiten Rahmen zur Sprache kommen“, betonte der EKD-Friedensbeauftragte.

Motto der Ökumenische FriedensDekade 2016: "Kriegsspuren"

Beim Treffen des Gesprächsforums Anfang Dezember wurde das Motto der Ökumenischen FriedensDekade für das Jahr 2016 festgelegt. Es lautet „Kriegsspuren„.

Hintergrundinformationen dazu finden sie unter: www.friedensdekade.de

Stellungnahme der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft e.V. zum Bundeswehreinsatz in Syrien

Parlamentsarmeen stehen im Ruf, dass sie langwierige Entscheidungsprozesse benötigen, da die Gründe für und gegen einen militärischen Einsatz sorgfältig abgewogen und ein öffentlicher Disput auch über die unbeabsichtigten Folgen und Risiken geführt werden müssen. Umso mehr überraschte das vorgelegte Tempo des Deutschen Bundestages: Bereits drei Tage nach dem Kabinettsbeschluss – und drei Wochen nach den Anschlägen des sogenannten Islamischen Staates (IS) in Paris – beschloss der Bundestag mit 445 gegen 145 Stimmen den gegenwärtig größten Einsatz der Bundeswehr.  

Die ausführliche Stellungnahme finden sie unter: fest-heidelberg.de

Theaterproduktion „Kampfeinsatz“

"Die Theaterproduktion „Kampfeinsatz“ zeichnet auf der Grundlage von Interviews mit sogenannten Kriegsheimkehrern der Bundeswehr und Traumatherapeuten, sowie Zeitungsberichten und Dokumentationen über Menschen, die aus Deutschland kommend an Kriegshandlungen aktiv teilgenommen und Gewalt in unterschiedlicher Form erlebt und/oder ausgeübt haben, die Lebenswege verschiedener fiktiver Figuren nach."

Aktuelle Termine finden sie hier.

Veranstaltungen

Am 05.Februar 2016 findet in Berlin eine öffentliche Veranstaltung zum Thema „Vernetzter Frieden - Ursachen und Wirkung von Flucht, Terrorismus und Krieg" statt, veranstaltet von der NaturwissenschaftlerInnen-Initiative - Verantwortung für Frieden und Zukunftsfähigkeit (NatWiss).
Weitere Informationen unter: natwiss.de

Das DGB-Bildungswerk NRW veranstaltet eine Fachtagung zum Thema „Frieden schaffen! Aber wie? - Krieg und Flucht - Wegschauen geht nicht mehr" am 11.Februar 2016 in Duisburg.
Mehr dazu unter: www.dgb-bildungswerk-nrw.de

Am 11. Februar 2016 findet die 14. Internationale Münchner Friedenskonferenz „Frieden und Gerechtigkeit gestalten - NEIN zum Krieg" in München statt.
Weitere Informationen finden sie unter: www.friedenskonferenz.info

Vortrag mit Diskussion mit dem Titel „Im Blick der Öffentlichkeit: Friedens- und Rüstungspolitik" am 15.Februar 2016 in Hannover.
Mehr dazu unter: www.igmetall-hannover.de

Fachtagung „Friedenslogisch denken und handeln - Zivile Konfliktbearbeitung als Leitbild" vom 18.-20.Februar 2016 in Ratzeburg, veranstaltet vom Instituts für konstruktive Konfliktaustragung und Mediation e.V..
Details dazu finden sie unter: www.ikm-hamburg.de

Vom 26.-28.Februar 2016 veranstaltet die Evangelische Akademie Loccum eine Tagung zum Thema „Neue Konflikte, neue Friedensethik?“ in Loccum.
Weitere Informationen: www.loccum.de

Vortrag und Diskussion am 26.Februar 2016 in Nürnberg mit dem Titel „Als Kirche des Friedens Verantwortung tragen in der Einen Welt".
Mehr dazu finden sie unter: neff.musterwebsite-evangelisch.de

Vortrag und Diskussion mit dem Titel „Refugees welcome? - Der Zusammenhang von Flucht und Krieg und Sozialer Frage" am 01.März 2016 in Köln, veranstaltet vom Friedensbildungswerk Köln.
Weitere Informationen unter: www.friedensbildungswerk.de

Das 48. AFK-Kolloquium zum Thema „Braucht Frieden Ordnung?",findet vom 03.-05.März 2016 in Bonn statt.
Mehr dazu unter: www.afk-web.de

Der BSV veranstaltet vom 11.-13.März 2016 eine Tagung mit dem Titel „Bevor Angst die Seele auf isst - Über Bedrohungen und friedenspolitische Alternativen in unserer krisenhaften Zeit." in Magdeburg.
Informationen hierzu unter: www.soziale-verteidigung.de

Das Institut für Friedensarbeit und gewaltfreie Konfliktbearbeitung veranstaltet in Kooperation mit dem Friedenskreis Halle e.V. einen Studientag zum Thema „Konzepte für Friedensarbeit heute - Von Erfahrungen der DDR-Zeit und danach lernen.“ am 09. April 2016 in Halle.
Weitere Informationen unter: www.soziale-verteidigung.de

Am 26./27.April 2016 veranstaltet die FEST in Kooperation mit der Aktionsgemeinschaft Dienst für Frieden (AGDF) ein Seminar zum Thema „Pazifismus auf neuen Wegen?" in Heidelberg.
Mehr dazu unter: www.fest-heidelberg.de

EAK(interne) Termine im Überblick

EAK-Mitgliederversammlungen 2016/17

08.-10.06.2016; Bonn Mitgliederversammlung
21.-23.09.2016; Mainz, Mitgliederversammlung inkl. Studientag gemeinsam mit der AGDF
07.-08.02.2017; Kassel Mitgliederversammlung
26.-28.09.2017; Kassel Mitgliederversammlung inkl. Studientag

EAK-Vorstandssitzungen 2016/17

23.-24.02.2016; Bonn Vorstand-Klausurtagung
08.-10.06.2016, Bonn Vorstandssitzung
21.-23.09.2016; Mainz Vorstandssitzung
07.-08.02.2017; Kassel Vorstandssitzung
26.-28.09.2017; Kassel Vorstandssitzung

Impressum


Herausgeber
Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK)
im Verein für Friedensarbeit im Raum der EKD e.V. (VfF) 
Endenicher Str. 41
53115 Bonn
Tel.: +49 (0) 228 - 24999- 0
office [at] eak-online.de
www.eak-online.de 
Besuchen sie uns doch auch mal auf Facebook unter: www.facebook.com/Kriegsdienstverweigerung !