EAK Rundbrief Januar 2018

Erinnern – Gedenken – Nicht-Vergessen, drei Worte verbinden sich eng mit der Friedensarbeit.

Liebe Leserinnen,
liebe Leser,

zu Beginn des Jahres begegnet uns der 27. Januar. Er erinnert an die Befreiung des Konzentrationslagers Ausschwitz. Und da wird sich gleich am Anfang des Jahres zeigen, wie sehr es dem Populismus gelingt, den obengenannten Dreischritt aus dem kollektiven Bewusstsein in eine unbeachtete Nische zu drängen. Es wird sich auch zeigen, welchen politischen Mut wir entwickeln, zu erinnern und zu gedenken nicht zu vergessen.

Ich, jedenfalls, kann mir eine demokratische Zukunft unseres Landes nicht vorstellen, die nicht eingebettet ist in das stete gewaltfreie Arbeiten und Eintreten für weltweiten Frieden. Die Ev. Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden steht genau dafür ein. Sie schärft aus dem Erinnern das eigene Gewissen. Und die auf das Nicht-Vergessen gerichtete Gedenkarbeit fordert und fördert das Eintreten für Frieden und Gerechtigkeit. Dass aus diesen großen Worten keine utopisch verschleierte Vision wird, stehen landes- und freikirchliche Beauftragte für Friedensarbeit ein. So gewinnt FRIEDEN Gestalt im pazifistischen Ruf. Er setzt an die Stelle der immer neu gehegten „ultima ratio“, den unumstößlichen Willen zu gewaltfreien und zivilen Konfliktlösungswegen. Eingebunden in lokal/regionale Friedensarbeit behalten dann auch die Opfer vergangener Kriege und Terrorzeiten und auch die tagtäglich neuen Gewaltopfer ihre Gesichter und Geschichten.

Erinnern – Gedenken – Nicht-Vergessen macht nur Sinn, wenn wir Schritt um Schritt lernen, Frieden zuzulassen. Er lässt sich nicht machen, er lässt sich jedoch einüben, indem wir ihn nie abgeschlossen sehen, sondern entdecken, dass er immer in Bewegung aufeinander zu und miteinander unterwegs ist.

Wie das geht?

Viele kleine und große Gruppen, Vereine, Institutionen, Gemeinschaften leben vor, wie es geht. Sie sind couragiert und geben dem Frieden ein Gesicht. Sie alle stehen dafür, dass es Sinn macht, nicht mehr zu lernen, Krieg zu führen, Soldat*in zu sein, sondern Friedensstifter*in für eine gewaltfreie Welt, die ihre Konflikte nicht militärisch-gewalttätig löst.

So starten wir erinnernd, gedenkend und nicht vergessend in dieses Jahr 2018. Das bedeutet, mutig voranzuschreiten, um dem militaristischen Wahn und dem durch Sicherheitsdenken geprägten Streben nach immer neuen militärischen Optionen und Konstellationen, Einhalt zu gebieten. Wer sich erinnert, der entdeckt, wie brüchig militärische Lösungen sind. Wer gedenkt, entwickelt Kräfte, die alte Gräben zuzuschütten, um Neues entstehen zu lassen. Wer nicht vergisst, lernt, im Gegenüber nicht Gegner oder Feind zu sehen, sondern jemand, der wie eine/r selbst ist.

Ich sehe ein Jahr vor mir, in dem sich immer mehr Menschen aufmachen, nicht mehr einander Gegner zu sein. Sie entdecken sich als solche, die aufeinander angewiesen sind. Sie beginnen, zu erkennen, dass sie sich nur selber schaden, wenn sie das Gegenüber ausgrenzen, bekämpfen, vernichten.

Am Ende zitiere ich die 14. These der friedenspolitischen Thesen der Ev. Jugend Pfalz (von 2013): „Friedenspolitik zeigt sich in einer demokratischen Gesellschaft, in der Verantwortung geteilt und wahrgenommen wird.“

Erinnern – Gedenken – Nicht-Vergessen ist für mich der wichtigste Dreischritt für 2018.

Detlev Besier,
EAK Vorstand, Pfarrer für Frieden und Umwelt Arbeitsstelle Frieden und Umwelt der Ev. Kirche der Pfalz

Inhaltsverzeichnis

  • EAK legt bei Vorstandssitzung Arbeitsschwerpunkte für die kommenden zwei Jahre fest
  • EAK: Hohe Zahl minderjähriger Soldaten ist "erschreckend"
  • Neue Website des Projekts „Jugendliche werden Friedensstifter/innen“ online
  • Frieden Geht!: Anmeldung zum Staffellauf gegen Rüstungsexport ab sofort möglich
  • Renke Brahms: Die Friedensbewegung ist wichtig und notwendig
  • Gerechter Frieden statt gerechter Krieg

 

Aus der Arbeit der EAK

EAK legt bei Vorstandssitzung Arbeitsschwerpunkte für die kommenden zwei Jahre fest

Bei einer Vorstandssitzung in Bad Soden-Salmünster im Kinzigtal hat die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) die Schwerpunkte und Arbeitsfelder für die kommenden beiden Jahre festgelegt. Danach will die EAK weiterhin die Beratung für Kriegsdienstverweigerer, den Erfahrungsaustausch über die Friedensarbeit und friedensethische Fragen innerhalb der Landes- und Freikirchen sowie Fragen der Gewissensfreiheit, der Gewissensbildung und der pazifistischen Friedenstheologie in den Blick nehmen.
 

Kriegsdienstverweigerung (KDV)

EAK: Hohe Zahl minderjähriger Soldaten ist "erschreckend"

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) hat die hohe Zahl von Minderjährigen in der Bundeswehr scharf kritisiert. Nach Medienberichten ist im vergangenen Jahr die Zahl von Soldatinnen und Soldaten, die bei Dienstantritt noch nicht volljährig waren, auf 2128 gestiegen. Das wäre die bisher höchste Anzahl von minderjährigen Soldaten in der Bundeswehr. „Diese Entwicklung ist erschreckend und so nicht hinnehmbar“, betont der EAK-Vorsitzende Dr. Christoph Münchow.

Wissenswertes

Neue Website des Projekts „Jugendliche werden Friedensstifter/innen“ online

Das Projekt „Jugendliche werden Friedensstifter/innen“ ist ab sofort mit einer eigenen Seite im Internet vertreten. Unter www.friedensstifter-online.de finden Interessierte schnellen Zugang zu den teilnehmenden Landeskirchen und den dortigen Kontaktpersonen. An diese können sie sich bei Interesse an einem Friedensstifter-Training wenden. Zielgruppe des Projekts sind Schüler- und Konfirmandengruppen, die im Rahmen des Trainings zu Friedensstiftern und Friedensstifterinnen ausgebildet werden.

Frieden Geht!: Anmeldung zum Staffellauf gegen Rüstungsexport ab sofort möglich

Mit „Frieden Geht!“ wird sich in diesem Jahr ein Staffellauf gegen Rüstungsexporte von Oberndorf bis Berlin durch weite Teile Deutschlands bewegen. Das von einem breiten Netzwerk aus Trägerorganisationen – zu denen auch die EAK zählt – und Unterstützer*innen getragene Projekt wird somit ein weithin sichtbares Zeichen gegen den Export von Waffen setzen.

Renke Brahms: Die Friedensbewegung ist wichtig und notwendig

Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, hat die Bedeutung und die Notwendigkeit der Friedensbewegung hervorgehoben. Anlass ist die Gründung der ältesten deutschen Friedensorganisation, der Deutschen Friedensgesellschaft (DFG), vor 125 Jahren am 21. Dezember 1892. „Damals fanden sich Menschen zusammen, die sich nicht mit der Militarisierung der Gesellschaft und dem Wettrüsten der Staaten abfinden wollten und pazifistischen Ideen eine wichtige Stimme gaben“, betont der EKD-Friedensbeauftragte.

Gerechter Frieden statt gerechter Krieg

Die Evangelische Kirche im Rheinland fordert den längst überfälligen Abzug der letzten US-amerikanischen Atomwaffen aus Deutschland, die im rheinland-pfälzischen Büchel lagern. Das ist ein Aspekt eines Friedenswortes, das die Landessynode anlässlich des Endes des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren als Diskussionsimpuls heute beschlossen hat.
 

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