EAK Rundbrief Juli 2016

Liebe Leserinnen und Leser,

auf einer Reise durch die Westbank begrüßte uns Anfang Juni ein palästinensischer Gesprächspartner mit den Worten. „Willkommen in der kompliziertesten Situation der Welt.“ In vielen Begegnungen bestätigte sich der Eindruck dieser Begrüßungsworte. Im Grund- und Kernkonflikt des Nahen Ostens stehen sich die Postionen und Forderungen anscheinend derart unversöhnlich gegenüber, dass viel kreative Kraft nötig ist, um die Ressourcen freizulegen, aus denen eine Verständigung gelingen kann. Die Worte zu wägen, die gesprochen werden; die Geschichten zu prüfen, die erzählt werden. Dies ist ja Voraussetzung dafür, Schritte auf dem Weg des Friedens zu gehen. In einer so stark von Gewalt geprägten Umgebung werden die Widerworte und die Gegengeschichten, die „counternarratives“ von einzelnen widerständigen Friedensstiftern und von kleinen Weggemeinschaften besonders wichtig. Es gibt ja diese großartigen und beeindruckenden Hoffnungszeichen unter Juden, Christen, Muslimen und säkular lebenden Menschen. Der israelisch-palästinensische Konflikt ist angesichts der noch viel massiveren Gewalt in Syrien, im Irak und auf den großen Fluchtrouten etwas außer Sichtweite geraten. Der Nahe Osten steht in Flammen, in Nordafrika wächst die Instabilität, und der Krieg im Osten der Ukraine geht mit veränderlicher Intensität weiter. Wie entscheidend ist es, dass Christinnen und Christen der Versuchung widerstehen, in den Diskurs um „Sicherheit“ durch Gewalt einzustimmen. Das biblische Zeugnis von der Gewaltlosigkeit als Lebensform erweist seine Kraft gerade in den „kompliziertesten Situationen“, hier will es gelebt werden. Friedensspiritualität und Friedenspraxis gehören zusammen in einem Leben in der Nachfolge Jesu. Die Arbeit der EAK lebt aus diesen Quellen und ermutigt dazu, diese Ressourcen ganz ernst zu nehmen. Das ist unverzichtbar!

Roger Mielke,

Gast mit beratender Stimme im EAK-Vorstand,
Oberkirchenrat der EKD


EAK betreffende Meldungen

Pressemitteilung EAK: 60 Jahre EAK: Gewissen beraten und schärfen ist Aufgabe der Kirche

Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, hat die Bedeutung der Beratung von Kriegsdienstverweigerern nachdrücklich unterstrichen. „Das Gewissen zu beraten und zu schärfen, gehört zu den elementaren friedensethischen Aufgaben der Kirche“, betonte Brahms unter Verweis auf die EKD-Friedensdenkschrift von 2007 bei einer Pressekonferenz aus Anlass des 60-jährigen Bestehens der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) in Bonn. Auch wenn die Zahl der Verweigerer derzeit gering sei, so sei es wichtig, dass Menschen, die von diesem Menschenrecht Gebrauch machen würden, eine professionelle Unterstützung erhielten. „Die Möglichkeit der Kriegsdienstverweigerung im soldatischen Dienst ist ein Prüfstein für eine Parlamentsarmee in einer Demokratie“, so der EKD-Friedensbeauftragte.

APD Pressemitteilung: 60 Jahre Beratung von Kriegsdienstverweigerern in Deutschland

Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, hat die Bedeutung der Beratung von Kriegsdienstverweigerern betont. Anlass dazu war ein Festakt in Bonn zum 60-jährigen Bestehen der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK).

Verständnis für Soldaten in Gewissensnot gefordert
„Das Gewissen zu beraten und zu schärfen, gehört zu den elementaren friedensethischen Aufgaben der Kirche“, betonte Brahms unter Verweis auf die EKD-Friedensdenkschrift von 2007. Auch wenn die Zahl der Verweigerer derzeit gering sei, wäre es wichtig, dass Menschen, die von diesem Recht Gebrauch machen würden, eine professionelle Unterstützung erhielten. „Die Möglichkeit der Kriegsdienstverweigerung im soldatischen Dienst ist ein Prüfstein für eine Parlamentsarmee in einer Demokratie“, gab der EKD-Friedensbeauftragte zu bedenken.

Brahms kritisierte, dass viele Soldatinnen und Soldaten, die den Kriegsdienst verweigern, vor den Verwaltungsgerichten landen würden. Es sei eine neue Aufgabe der EAK, diese Prozesse zu beobachten und die Durchsetzbarkeit des Menschenrechts auf Kriegsdienstverweigerung zu dokumentieren. Doch auch die Streitkräfte sieht der EKD-Friedensbeauftragte gefordert. „Hier ist es wichtig, dass auch in der Bundeswehr Verständnis für die Situation von Soldatinnen und Soldaten in Gewissensnot besteht“, mahne Renke Brahms und betonte dabei die Rolle der Pfarrerinnen und Pfarrer in der evangelischen Militärseelsorge. „Ihnen kommt hier eine wichtige Aufgabe zu.“

Videos der EAK-Jubiläumsveranstaltung

Auf YouTube finden sie Videos vom diesjährigen Studientag der EAK im Juni 2016 und weiterer Veranstaltungen der EAK sowie der evangelischen Friedensarbeit.

Hier gelangen sie zum YouTube-Kanal.

"Bunt ist cool" 2016

Am 02.Juli fand zum wiederholten Mal das Fußballfest "Bunt ist cool" statt. Mit dem Motto „Gemeinsam für Respekt, Fairness und Menschenwürde - Gegen Rassismus, Diskriminierung und Antisemitismus“ zeigten 90 Mannschaften in zahlreichen Spielen ihre Überzeugung.

Auch der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm kickte in diesem Jahr mit.

Einen ausführlichen Artikel zum Fußballfest finden sie unter: www.ejb.de sowie einen Zeitungsartikel aus dem Sonntagsblatt unter: www.arbeitsstelle-kokon.de.

Pressemitteilung ptz Stuttgart: Johannes Neudeck wird Friedenspädagoge im Pädagogisch-Theologischen Zentrum der Evangelischen Landeskirche in Württemberg

Der bisherige Friedens- und Versöhnungsbeauftragte der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens Johannes Neudeck (54) wird zum 1. September 2016 Referent für Friedenspädagogik am Pädagogisch-Theologischen Zentrum der Evangelischen Landeskirche in Stuttgart-Birkach.

Landessynode und Oberkirchenrat haben die Projektstelle für Friedenspädagogik für 5 Jahre eingerichtet, um die zahlreichen Aspekte der Friedensarbeit, wie die des interkulturellen und interreligiösen Miteinanders, der Gewaltprävention, theologisch begründeter Friedensarbeit in innerkirchlichen und zivilgesellschaftlichen Zusammenhängen verstärkt aufnehmen zu können.

Ziel der Aufgaben ist es, in unterschiedlichen kirchlichen und gesellschaftlichen Kontexten für den christlichen Friedensauftrag zu sensibilisieren, zu praktischen Schritten zu motivieren und durch die Umsetzung friedenstheologischer und friedensethischer Impulse, durch Anleitung von Multiplikatoren und thematische Angebote für Kirchgemeinden und Gemeindegruppen die Friedensarbeit zu unterstützen.

Johannes Neudeck wird vernetzt mit dem Friedenspfarramt der Landeskirche arbeiten. In der Landeskirchlichen Arbeitsgemeinschaft für Friedensarbeit (EAK Württemberg) erhält er Sitz und Stimme. Auch die Vernetzung der kirchlichen Friedensarbeit mit nichtkirchlichen Einrichtungen und Gremien wird ein Schwerpunkt der Arbeit des neuen Referenten sein. Die Bildungspläne an den öffentlichen Schulen unterstreichen die Notwendigkeit der Friedensarbeit in einer globalen Welt und einer pluralistischen Gesellschaft.

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie unter: www.ptz-stuttgart.de.

Kriegsdienstverweigerung

Connection e.V.: Israel - Erneut zwei Kriegsdienstverweigerinnen in Haft

Die 19-jährige Tair Kaminer hatte am 10. Januar 2016 im Rekrutierungsbüro in Tel Hashomer ihre Kriegsdienstverweigerung erklärt: "Solange der gewaltvolle militärische Weg gegangen wird, schaffen wir eine Generation voller Hass. Wir müssen dies jetzt stoppen!" Tair Kaminer wurde inzwischen sechs Mal verurteilt, am 10. Januar zu 20 Tagen, am 2. Februar zu 25 Tagen, am 29. Februar zu 30 Tagen, am 27. März zu 20 Tagen, am 3. Mai zu 30 Tagen und am 19. Juni zu 45 Tagen Haft. Ihre Gesamtstrafe beläuft sich nunmehr auf 170 Tage.

Die 18-jährige Omri Baranes wurde am 16. Mai 2016 zum zweiten mal zu einer Haftstrafe von 30 Tagen verurteilt, nachdem ihr Antrag auf Anerkennung der Kriegsdienstverweigerung abgelehnt worden ist. Sie hatte im April 2016 bereits eine 7-tägige und im Mai eine 30-tägige Haftstrafe verbüßt. In ihrer Erklärung schreibt sie: "In der Schule werden wir indoktriniert. Uns wird gesagt, dass das Militär entscheidend für unsere Existenz ist. Der größte Teil unserer Steuern wird dafür ausgegeben. Ich glaube, dass alle Menschen Verantwortung für die Sicherstellung humanitärer Werte tragen. Deshalb verweigere ich."

Connection e.V. fordert mit der War Resisters' International die sofortige Einstellung aller Verfahren gegen Tair Kaminer, Omri Baranes und andere KriegsdienstverweigerInnen.

Mehr Informationen und wie Sie die Kriegsdienstverweigerinnen unterstützen können unter: www.connection-ev.org.

Artikel über die israelische Kriegsdienstverweigerin Tair Kaminer

In der israelischen Tageszeitung „Yedioth Ahronot“ erschien am 24.Juni 2016 ein Artikel über die israelische Kriegsdienstverweigerin Tair Kaminer, verfasst von Sima Kadmon.

Den englischen Artikel können Sie nachlesen unter: zcomm.org.
Eine deutsche Übersetzung des Artikels finden sie unter: bibjetzt.wordpress.com.

Interview mit einem ägyptischen Kriegsdienstverweigerer

Ein Gespräch mit dem ägyptischen Kriegsdienstverweigerer Mohamed Fathy Abdo Soliman nachzulesen in der aktuellen Ausgabe graswurzelrevolution.

Mehr unter: www.graswurzel.net

Wissenswertes

Pressemitteilung AGDF: AGDF kritisiert neues Weißbuch der Bundesregierung zur Sicherheits- und Verteidigungspolitik

Aus Sicht der evangelischen Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) ist der inhaltliche Ansatz des neuen „Weißbuchs zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr“ überholt. „Die Erfahrungen zeigen, dass es illusorisch ist, mehr Sicherheit durch Aufrüstung und Militärinterinventionen erreichen zu wollen. Bereits die Analyse der Bundesregierung greift zu kurz: Als Bedrohungen werden ganz unterschiedliche Phänomene wie Terror, Cyberangriffe, hybride Kriegsführung, fragile Staaten, Aufrüstung, ‚die Bedrohung des freien Welthandels´, Klima oder Migration aufgezählt. Ursachen für eine Unsicherheit seien neue Techniken, Globalisierung und Digitalisierung als Treiber eines gewaltigen Umbruchs“, kritisiert Jan Gildemeister (Bonn). Völlig ausgeklammert würden hingegen im Weißbuch die weltweite wirtschaftliche und soziale Ungerechtigkeit, die Konflikte befeuere und Menschen in die Migration treibe, der immense Ressourcenverbrauch der Industrie- und Schwellenländer, der den Klimawandel beschleunige, was ebenfalls Fluchtbewegungen verursache, der wachsende Waffenhandel auch in Krisenregionen, von dem deutsche Rüstungskonzerne profitieren würden, und die Gefahr, die von Atomwaffen und deren Modernisierung ausgehe, meint der AGDF-Geschäftsführer.

Zwar werde im Weißbuch auch die Notwendigkeit ziviler Maßnahmen genannt, aber letztlich gehe es um mehr Soldaten und mehr Geld für eine Aufrüstung der Bundeswehr, betont der evangelische Friedensverband. Dabei werde aber ausgeblendet, dass militärische Interventionen in den letzten Jahrzehnten nie zur Lösung von Konflikten beigetragen, sondern letztlich zu noch größerem Leid geführt hätten. Gildemeister: „Sie tragen nicht zu mehr Sicherheit in Deutschland bei, sondern befördern vielmehr den islamischen Terror.“

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie unter: friedensdienst.de.

Pressemitteilung EKD-Friedensbeauftragter: Gespräch mit Russland suchen und neues Vertrauen aufbauen

Die Erinnerung an den deutschen Überfall auf die Sowjetunion vor 75 Jahren könnte ein Anlass sein, wieder das Gespräch mit Russland zu suchen und neues Vertrauen zwischen Deutschland und Russland aufzubauen. Dies betonte der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms. „Es darf nicht sein, dass eine nach dem Ende des Kalten Kriegs überwunden geglaubte Konfrontation in Europa wieder aufbricht“, warnte Brahms, der auch Leitender Geistlicher der Bremischen Evangelischen Kirche ist.

Brahms erinnerte dabei an die Millionen Opfer dieses Krieges auf beiden Seiten. „Wir dürfen nicht vergessen, wieviel unendliches und schreckliches Leid dieser von den Deutschen begonnene Krieg über die Menschen in der Sowjetunion gebracht hat. Dies ist eine bleibende Verantwortung, der wir uns immer bewusst sein müssen“, unterstrich der Theologe.

Mit Sorge beobachte er, wie sich derzeit die Beziehungen zwischen Russland und den NATO-Staaten verschlechtere, meinte der EKD-Friedensbeauftragte. Der Ukraine-Konflikt, die russische Annexion der Krim, die dauerhafte Präsenz neuer NATO-Truppen in Osteuropa, die Drohung Russlands mit dem Einsatz von Atomwaffen, die wachsende Zahl von Manövern auf beiden Seiten oder die Aussetzung von Gesprächen zwischen den NATO-Staaten und Russland seien beunruhigende Zeichen. „Hier sind Gespräche statt Konfrontation angesagt“, betonte Renke Brahms.

Pressemitteilung BSV: NATO - Russland

Der Bund für Soziale Verteidigung schließt sich den Stimmen aus Friedensbewegung, Politik und Gesellschaft an, die dringend vor den Gefahren einer Eskalation zwischen Russland und der NATO warnen. Er verweist darauf, wie in der Vergangenheit vergleichbare Probleme konstruktiv gelöst wurden und welche nichtmilitärischen Instrumente es gibt, Sicherheit herzustellen.

In ihrer Pressemitteilung weist der BSV u.a. auf die Möglichkeiten der Prävention von Konflikt in den baltischen Staaten und auf Soziale Verteidigung als Alternative nicht-militärischer Verteidigung hin und machen den Vorschlag, das Problem der Krim durch einen Minsk III-Vertrag anzugehen, bei dem ein erneutes Referendum unter internationaler Aufsicht stattfindet.

Die Pressemitteilung finden sie unter: www.soziale-verteidigung.de

NATO Gegengipfel fordert die Auflösung des Militärbündnisses und die Schaffung eines zivilen Sicherheitssystems

Sechs Polnische Organisationen aus der Friedens- und sozialen Bewegung sowie das internationale Netzwerk No to War – No to NATO veranstalteten am Freitag den 8.7. in Warschau den NATO Gegengipfel „No to War – No to Militarism – Yes to Refugees“. Ziel der Veranstaltung war die weitere Delegitimierung des größten Militärbündnisses der Welt, das weltweit permanent in Kriege verwickelt ist.

Es diskutierten auf dem unerwartet großen Gegengipfel mehr als 150 Personen aus 18 Ländern, unter anderem aus Russland, den USA, Tschechien, Ukraine, Polen, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Belgien und Spanien über die aktuellen Kriege und Konflikte, über die Gestaltung des Friedens, soziale Gerechtigkeit und gemeinsame Sicherheit in Europa. 

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie unter: www.no-to-nato.org.

Pressemitteilung EKD-Friedensbeauftragter Renke Brahms: Rüstungsexporte dürfen nicht verdoppelt, sie müssen reduziert werden

Der deutliche Anstieg deutscher Rüstungsexporte ist auf scharfe Kritik des Friedensbeauftragten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, gestoßen. „Es ist in meinen Augen ein Skandal, dass Deutschland mit diesen Exporten dazu beiträgt, dass Konflikte in der Welt entstehen, fortgeführt oder verschärft werden“, betonte Brahms, der auch der Leitende Geistliche der Bremischen Evangelischen Kirche ist. Der EKD-Friedensbeauftragte reagierte damit auf Medienberichte, wonach sich laut dem am kommenden Mittwoch vom Bundeskabinett zu verabschiedende Rüstungsexportbericht für 2015 im vergangenen Jahr die deutschen Rüstungsexporte gegenüber 2014 nahezu verdoppelt haben.

„Rüstungsexporte tragen zur Friedensgefährdung bei. Sie dürfen nicht ausgeweitet, sondern sie müssen drastisch reduziert werden“, machte Renke Brahms deutlich. Es reiche nicht aus, wenn die Bundesregierung in Erklärungen immer davon rede, Rüstungsexporte zu begrenzen, wenn am Ende die Ausfuhrgenehmigungen doch so stark steigen würden. „Hier müssen den Worten dann auch erkennbare Taten folgen“, so der EKD-Friedensbeauftragte.

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie unter: www.evangelische-friedensarbeit.de.

EKD-Friedensbeauftragter Renke Brahms: Global Zero ist das Ziel

Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Renke Brahms, hat sich erneut nachdrücklich für einen Abzug der amerikanischen Nuklearwaffen aus Deutschland und eine weltweite atomare Abrüstung ausgesprochen. „Atomwaffen sind heute kein Mittel der Abschreckung mehr, das Ziel ist klar ein Global Zero, als die Abschaffung alles Atomwaffen“, so Brahms, der auch der Leitende Geistliche der Bremischen Evangelischen Kirche ist.

Den vollständigen Artikel finden sie unter: www.evangelische-friedensarbeit.de.

Pressemitteilung EKIBA: Militarisierung führt zu humanitären Katastrophen

Der deutliche Anstieg deutscher Rüstungsexporte ist auf scharfe Kritik der evangelischen Kirche gestoßen. Am Mittwoch, 6. Juli hatte die Bundesregierung den Rüstungsexportbericht 2015 vorgelegt, wonach sich die deutschen Rüstungsexporte gegenüber 2014 nahezu verdoppelt haben. Für den badischen Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh zeigt sich darin die vorschnelle Einschätzung, dass Konflikte mit militärischen Mitteln gelöst werden können. Die Militarisierung destabilisiere ganze Regionen, entziehe allen Entwicklungsbemühungen den Boden und habe oft humanitäre Katastrophen zur Folge. Die badische Landeskirche hat deshalb zu Beginn dieses Jahres ein Projekt gestartet, das zur Transparenz von Rüstungsexporten beitragen und das öffentliche Bewusstsein für deren Wirkungen in der deutschen Gesellschaft stärken will. Ende 2015 besuchte Landesbischof Cornelius-Bundschuh einen Rüstungshersteller am Bodensee: „Ich möchte weiter im Austausch mit den Verantwortlichen für Rüstungsproduktion in Baden bleiben.“

Die vollständige Pressemitteilung können Sie nachlesen unter: www.ekiba.de.

Pressemitteilung AGDF: Die Friedensbewegung muss gemeinsame Strategien finden

Angesichts der weltpolitischen Situation und der wachsenden Zahl von Konflikten und politischen Krisen hält die evangelische Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) eine starke Friedensbewegung für unverzichtbar. „Die politische Situation verlangt, dass die Stimme der Gewaltfreiheit gestärkt wird“, ist AGDF-Geschäftsführer Jan Gildemeister überzeugt. Dazu ist es in seinen Augen wichtig, dass die einzelnen Friedensgruppen und friedenspolitischen Kampagnen enger zusammenarbeiten und gemeinsame Strategien entwickeln.

„In Syrien, Irak, Libyen und vielen anderen Länder der Region läuft ein Krieg, in dem es im Wesentlichen um Macht- und Einflusszonen geht. Die Mittelmächte China, Indien, Brasilien und Russland suchen sich wirtschaftlich und machtpolitisch zu etablieren, die NATO-Staaten versuchen, ihren Macht- und Einflussbereich zu halten oder auszudehnen, die EU steckt in einer tiefen Krise und die Zahl der failed-States wächst“, beschreibt Jan Gildemeister die weltpolitische Situation. Dazu kämen eine steigende Zahl von Flüchtlingen und Migranten angesichts von Klimawandel, wirtschaftlicher Ungerechtigkeit und gewaltsam ausgetragenen Konflikten. „Die Entwicklung ist besorgniserregend“, mahnt der AGDF-Geschäftsführer.

Den vollständigen Text finden Sie unter: friedensdienst.de.

Veranstaltungen

Vom 06. Juli 2016 bis zum 12.Februar 2017 findet im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn eine Ausstellung statt mit dem Titel „Ab morgen Kameraden! Armee der Einheit“.
Mehr dazu unter: www.hdg.de.

„Eine Welt ohne Militär ist nötig und möglich - und sollte in Deutschland beginnen!" – Vortrag mit Diskussion am 21.Juli 2016 in Überlingen.
Mehr unter: bawue.dfg-vk.de.

Am 22.Juli 2016 findet in Augsburg ein Vortrag mit Diskussion zum Thema „Ein mutiger Deserteur: André Shepherd entzieht sich dem Irakkrieg" statt.
Weitere Informationen unter: www.augsburger-friedensinitiative.de.

Die DFG-VK Bayern und NRW veranstalten ab dem 30.Juli 2016 eine FriedensFahrradtour.
Mehr dazu auf den Homepages der entsprechenden Regionalgruppe der DFG-VK.

Publikationen/ Veröffentlichungen

Pressemitteilung Ziviler Friedensdienst: Flucht. Gewalt vorbeugen, Zusammenleben fördern, Rückkehr erleichtern

65 Millionen Menschen befinden sich aktuell auf der Flucht. So viele wie noch nie. Der Zivile Friedensdienst arbeitet mit Fachkräften ziviler Konfliktbearbeitung daran, in betroffenen Regionen Gewalt zu verhindern und Frieden zu fördern. Die Erfahrungen und Beiträge des Zivilen Friedensdienstes wurden jetzt in dem Online-Dossier „Flucht. Gewalt vorbeugen, Zusammenleben fördern, Rückkehr erleichtern“ (www.flucht.ziviler-friedensdienst.org) veröffentlicht.

Zivile Konfliktbearbeitung beugt Gewalt vor, entschärft Konflikte auf dem Fluchtweg, fördert Frieden im Zusammenleben zwischen Geflüchteten und der Aufnahmegesellschaft und erleichtert Menschen die Rückkehr in die Heimat. Das zeigt das neue Dossier des Zivilen Friedensdienstes mit zahlreichen Beispielen aus der Praxis: Im Südsudan werden Menschen gestärkt, die einer von Gewalt geprägten Gesellschaft unermüdlich friedliche Alternativen entgegen halten. In Mexiko setzen sich einheimische Initiativen gewaltfrei für die Rechte von Migrantinnen und Migranten auf ihrem Fluchtweg ein. Im Libanon bauen ZFD-Fachkräfte Spannungen zwischen syrischen Geflüchteten und der libanesischen Bevölkerung ab, und in Burundi verhandeln Friedenskomitees erfolgreich Landkonflikte, die bei der Rückkehr von Geflüchteten auftreten.

Mehr über die Arbeit des Zivilen Friedensdienstes unter: www.ziviler-friedensdienst.org

"Friede sei!" - Impulse aus der internationalen Friedensarbeit

Friedensbildung und Friedensethik, gewaltlose Konfliktbearbeitung und das Recht auf Kriegsdienstverweigerung, Friedenstheologie und Friedensspiritualität: Vierzig Fotos und Texte bringen die Vielfalt internationaler Friedensarbeit ins Bild und zur Sprache. Informativ und berührend erzählen sie von schweren Schicksalen, von Ängsten und Kämpfen, aber auch von Erfolgen und Freude. Und sie machen deutlich: Der Einsatz für Frieden und Kriegsdienstverweigerung ist hoch aktuell: in Deutschland, in Europa und weltweit.

Voranfragen richten Sie bitte per Mail an office [at] eak-online.de unter Angabe des Betreffs "Voranfrage Buch" oder telefonisch an 0228 24 999 26.

Bittgottesdienst für den Frieden 2016: Kriegsspuren

Unter dem Titel "Kriegsspuren“ ist das Begleitmaterial zum diesjährigen Bittgottesdienst für den Frieden erschienen. Der wird jeweils zur Ökumenischen FriedensDekade gefeiert, einer Gebetszeit, die jährlich in den zehn Tagen vor dem Buß- und Bettag stattfindet.

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Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK)
im Verein für Friedensarbeit im Raum der EKD e.V. (VfF) 
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