EAK Rundbrief März 2017

Postfaktisch!?. Zählt Wahrheit, zählen Werte noch? Oder nur „FIRST“?

Ein Faktencheck. In der Pressemitteilung[1]  von terre des hommes - Hilfe für Kinder in Not - vom 02.03.2017 lese ich, dass Konflikt- und Kriegsparteien auf die UN Einfluss nehmen, um nicht auf der „Liste der Schande“ zu landen. Hier dokumentiert die UN Länder, die Kindersoldaten[2] rekrutieren, einsetzen, in Kauf nehmen, dass Kinder in bewaffneten Konflikten verletzt, entführt, getötet oder sexuell missbraucht werden oder die Schulen und Krankenhäuser in Konfliktregionen angreifen.
2015 und 2016 ist es Israel und Saudi-Arabien durch politischen Druck und Drohungen gelungen, wieder von der „Liste der Schande“ gestrichen zu werden, obwohl schwere Kinderrechtsverletzungen festgestellt wurden. 2014 im Gaza-Streifen durch israelische Streitkräfte. 2015 durch Saudi-Arabien im Jemen. Neben diesen fehlen in der Liste Konfliktländer wie Indien, Pakistan, Thailand, Libanon und Libyen, in denen ebenfalls seit Jahren schwere Kinderrechtsverletzungen festgestellt sind.

Terre des hommes fordert einflussreiche Staaten wie USA, EU, Deutschland, Frankreich, Großbritannien auf, den Vereinten Nationen öffentlich den Rücken zu stärken. Bei  Kindsrechtsverletzungen dürfen keine Zugeständnisse mehr gemacht werden, egal welcher Staat wie politisch droht.
Über terres des hommes bin ich mehr als froh; sie machen dieses Leid öffentlich und fordern zu gleich politische Unterstützung.
Die UN und vor allem die gequälten Kinder dieser Erde brauchen unsere Stimme!  Es gibt Möglichkeiten, unsere Werte zu vertreten: Petitionen, Politiker*innen ansprechen, Wählen gehe, Vorträge, Demonstrieren, Widerspruch am Stammtisch, etc. Geben wir den Kindern unsere Stimme!

Mit diesem Vorwort verabschiede ich mich aus der EAK.
Ich trete ab 01.04.2017 ein neues Aufgabenfeld in der Rummelsberger Diakonie an.
Danke für alle Verbundenheit und Kooperation!
Ihre
Elisabeth Peterhoff, Diakonin
Referentin Arbeitsstelle kokon in der ELKB

[1]https://www.tdh.de/presse/pressemitteilungen/detaildarstellung/un-liste-...

[2] https://www.tdh.de/was-wir-tun/themen-a-z/kindersoldaten/daten-und-fakten/

 

Inhaltsverzeichnis

  • Joachim Gauck hätte ein Zeichen setzen können
  • Kriegsdienstverweigerung als Menschenrecht anerkennen
  • Ministerin von der Leyen: Stoppen Sie die Rekrutierung unter 18-Jähriger!
  • Brahms: Kirche muss den Vorrang von Zivil in der politischen Diskussion betonen
  • Friedenskreis Pankow und AGDF laden zur Friedenswerkstatt beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin
  • Wie geht Frieden?
  • "Du unser Gott alleine" klingt besser als "America First"
  • Malu Dreyer übernimmt Schirmherrschaft im Jahr 2017
  • 2. April 2017 - Sonntag „Judika”

Aus der Arbeit der EAK

Joachim Gauck hätte ein Zeichen setzen können

(14.03.2017) Die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) und die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) haben bedauert, dass der scheidende Bundespräsident Joachim Gauck bei seiner Verabschiedung nicht auf einen Großen Zapfenstreich der Bundeswehr verzichtet. Entsprechende Forderungen hatte es von unterschiedlicher Seite gegeben.

Kriegsdienstverweigerung

Kriegsdienstverweigerung als Menschenrecht anerkennen

„Allein aus der Ukraine kamen mehrere Tausend, die sich dort nicht an dem Krieg im Land beteiligen wollten. Sie suchen hier in Deutschland Schutz und Asyl vor einem Kriegseinsatz. Sie wollen nicht an den Verbrechen eines Krieges beteiligt werden", berichtete der Experte in Fragen der internationalen Kriegsdienstverweigerung, Rudi Friedrich aus Offenbach, der Regionalen Arbeitsgemeinschaft Westfalen der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft Kriegsdienstverweigerung und Frieden, (EAK), die sich in Dortmund mit dem Thema Kriegsdienstverweigerung und Asyl befasste.

Ministerin von der Leyen: Stoppen Sie die Rekrutierung unter 18-Jähriger!

Unter 18-Jährige dürfen in Deutschland nicht wählen, sie dürfen nicht selber Auto fahren oder gewaltverherrlichende Videospiele spielen. Jungen und Mädchen dürfen aber mit 17 Jahren schon zur Bundeswehr gehen, dort Panzer fahren und in Techniken der realen Kriegsführung ausgebildet werden, einschließlich der simulierten Tötung. Sie bekommen dort dasselbe militärische Training wie Erwachsene, das Jugendarbeitsschutzgesetz gilt ebenso wenig wie besondere Maßnahmen zum Schutz vor sexueller Belästigung oder Missbrauch.

Aus der Arbeit der EKD

Brahms: Kirche muss den Vorrang von Zivil in der politischen Diskussion betonen

(09.03.2017) Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, hat die Notwendigkeit kirchlicher Friedensarbeit angesichts globaler Herausforderungen betont. Bei einem „Offenen Abend“ in der Elberfelder Johanneskirche in Wuppertal unterstrich dabei den Vorrang von Zivil, den die Kirche in der politischen Diskussion betonen müsse.

Wissenswertes

Friedenskreis Pankow und AGDF laden zur Friedenswerkstatt beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Berlin

(07.03.2017) Angesichts der täglichen Nachrichten von Terror und Gewalt, den Bildern von Tod und Vertreibung, Flucht und Elend, aber auch der steigenden Rüstung und einem zunehmenden Denken in Richtung militärischer Lösungen von Konflikten wollen Friedensgruppen und Friedensverbände während des Deutschen Evangelischen Kirchentags in Berlin zeigen, dass auch in Taten und Worten Frieden gestiftet werden kann. Und dies bei einer Friedenswerkstatt in Pankow, zu der der Friedenskreis Pankow und die evangelische Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) einladen.

Wie geht Frieden?

(07.03.2017) Am Sonnabend, den 4. März, fand der erster Fachtag für Friedensbildung für den Raum Mitteldeutschland in Halle (Saale) statt. Lehrkräfte, Studierende und viele Akteure der lokalen Friedensbildung trafen sich an diesem Tag in den Räumlichkeiten der Christlichen Akademie um in einen inhaltlichen und methodischen Austausch zu treten. Ziel des Fachtages war es darüber hinaus, das noch junge Netzwerk in Mitteldeutschland bekannt zu machen und zum mitgestalten einzuladen.

"Du unser Gott alleine" klingt besser als "America First"

(05.03.2017) Es ist eins der bekanntesten Friedenslieder, das auch bei den Friedensgebeten in Leipzig, vor den Toren des Raketenstationierungsgeländes in Hasselbach im Hunsrück oder im Gerichtssaal in Mutlangen bei den Blockadeprozessen gesungen wurde. Und das in der heutigen Sprach- und Ratlosigkeit nun wieder angestimmt werden könnte, das „Verleih uns Frieden gnädiglich“ von Martin Luther. Davon ist der Bonner Pfarrer Siegfried Eckert überzeugt.

Malu Dreyer übernimmt Schirmherrschaft im Jahr 2017

(09.03.2017) Nun steht es fest: Die Schirmherrschaft für die Ökumenische FriedensDekade 2017 übernimmt die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer.

Veranstaltungen

2. April 2017 - Sonntag „Judika”

Die aktuellen Entwicklungen weltweit sind beunruhigend. Die Gewalttaten in Berlin, Paris, Brüssel, Nizza, aber auch in Beirut, Bagdad, Istanbul und Ankara lösen Wut, Trauer und eine große Verunsicherung aus. Die Nachrichten und die Bilder, die uns aus den Kriegs- und Krisengebieten dieser Welt erreichen, sind erschreckend. Besonders dramatisch ist die Lage im Mittleren Osten. Der Sondergesandte der Vereinten Nationen für Syrien, Staffan de Mistura schätzte im April 2016, dass seit Beginn des Krieges 400.000 Menschen, allein in Syrien, getötet wurden.

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