EAK Rundbrief Mai 2016

Den Film hätte ich mir freiwillig nie angesehen. Zu viel Spannung. Zu viel Blut. „A War“ von Tobis Lindholm. Grade angelaufen. Nominiert für den Oskar 2016 in der Kategorie „bester ausländischer Film“.

Die Handlung: A War, ein Krieg, in Afghanistan. Der dänische Kompaniechef Claus Michael Pedersen und seine Männer sind in einer Ortschaft in Helmand stationiert. Claus' Frau Maria ist zu Hause in Dänemark allein mit den drei Kindern. Sie alle vermissen ihren Vater, ihren Ehemann, wenn er im Einsatz ist.
Dann kehrt Claus unerwartet nach Dänemark zurück. Während einer Mission ist er mit seinen Leuten ins Kreuzfeuer von Taliban geraten und hat eine Entscheidung getroffen, um seinen Männern das Leben zu retten. Aufgrund seiner Entscheidung sind Zivilisten ums Leben gekommen. War die Entscheidung richtig? Er muss sich vor einem Gericht verantworten.
Ich wünschte, dass es nur Filme wie „A War“ wären, die von Dilemma-Situationen erzählen, dass niemand so etwas wirklich erleben muss, nicht als Entscheidender und nicht als Mensch der auf Grund solcher Entscheidungen sein Leben verliert.

In einem Nachgespräch mit Zuschauer_innen stellt sich die Frage nach der Loyalität/ den Loyalitäten des Kompaniechefs. Was ist seine Priorität? Die Regeln der Kriegsführung und die Regeln der Armee? Leitet ihn die Loyalität zu den Männer und Frauen seiner Kompanie, oder die Loyalität zu seiner Ehefrau und den drei Kinder? Was ist mit der Loyalität zu sich selbst, seinen Empfindungen und seinem Erfahrungswissen, oder seinem Verständnis von Verantwortung? Welcher „Logik“ folgt er?

Die zweite Frage im Nachgespräch war: was wollen und sollen diese Soldaten an diesem ihnen fremden Ort? Wofür setzten alle ihr Leben aufs Spiel und einige verlieren es? Wofür werden von ihnen Menschen getötet? Welche anderen, nicht-militärischen, gewaltfreien und nachhaltigen Ansätze zur Konfliktlösung können statt der Intervention einer Armee eingesetzt werde? Eine aktuelle Frage.

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) hat sich entschieden. Für ein Leitbild Frieden. Für Denken und Handeln, dass der Logik von Frieden folgt (siehe z. B. Hanne Margret Birckenbach bei Brot für die Welt: info.brot-fuer-die-welt.de).

Daraus leiten sich zwei Arbeitsbereiche ab, in denen die EAK und ihre Mitglieder aktiv sind: sie setzt sich ein für die, die den Dienst mit der Waffe verweigern, vor der Einberufung oder während des Einsatzes. Der zweite Arbeitsbereich ist Menschen zu friedenslogischem Denken und Handeln anzuleiten.
60 Jahre engagiert sich die EAK. Das feiern wir im Juni 2016 in Bonn. Die Einladung dazu und noch mehr folgen in Kürze.

Mit herzlichen Grüßen aus dem Referat Friedensbildung der Nordkirche

Julika Koch
- EAK-Vorstandsmitglied - 


Aus der Arbeit der EAK und der Evangelischen Friedensarbeit

Pressemitteilung EAK: Deutlich gestiegenes Interesse an KDV-Beratungen

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Beratungen von Kriegsdienstverweigerern bei der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) in Bonn deutlich gestiegen. Dies ergibt sich aus der Bilanz der EAK für 2015, die jetzt vorgelegt wurde.

Danach gab es im vergangenen Jahr in der EAK-Geschäftsstelle in Bonn 37 Beratungsanfragen zur KDV, dies entspricht einem Zuwachs von nahezu 20 Prozent gegenüber 2014. „Das ist schon eine deutliche Steigerung“, so Jasmin Schwarz, die KDV-Referentin bei der EAK. In der Zeit vom 1. Juli 2014 bis zum 30. April 2015 hatten nach Angaben der Bundesregierung 132 Berufs- und Zeitsoldaten einen KDV-Antrag gestellt, 2013 wurden 262 Anträge gezählt. „Das macht deutlich, dass viele der Betroffenen offenbar bei der EAK Beratung und Hilfe suchten“, sagt Jasmin Schwarz.

Pressemitteilung EKD-Friedensbeauftragter Renke Brahms: Frieden ohne internationale Rechtsordnung ist nicht vorstellbar

Aus Anlass des 70-jährigen Bestehens des Internationalen Gerichtshofs hat der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, die Bedeutung des Rechts als Grundlage eines gerechten Friedens betont. „Für eine friedliche Welt brauchen wir Institutionen, Regeln und Verfahren eines international vereinbarten Rechtszustands“, ist der Theologe überzeugt. Völkerrecht könne keine Friedensethik ersetzen, aber die Friedensethik müsse auf das Völkerrecht bezogen bleiben, unterstreicht Brahms. „Frieden ohne Rechtsordnung ist nicht vorstellbar“, so der EKD-Friedensbeauftragte, der auch der Leitende Geistliche der Bremischen Evangelischen Kirche ist.

Wissenswertes

Pressemitteilung AGDF: Pazifismus – aktuell und unverzichtbar

1901 wurde von dem französischen Notar und Präsidenten der „Internationalen Liga des Friedens und der Freiheit“ Émile Arnaud erstmals in einer belgischen Zeitung der Begriff „Pazifismus“ verwendet. 115 Jahre später fragten sich in Heidelberg gut dreißig Vertreterinnen und Vertreter aus der Friedenspraxis, der Friedensbewegung und der Friedensforschung, wie aktuell heute eine Haltung ist, die den Krieg prinzipiell ablehnt, sich für gewaltfreie Wege der Krisenprävention und der Konfliktbearbeitung einsetzt und die Bedingungen für eine friedlichere und gerechtere Welt anstrebt. „Pazifismus auf neuen Wegen?“, so das Thema der „Heidelberger Gespräche 2016“, einer gemeinsamen Studientagung der evangelischen Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) und der Forschungsstätte der evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg.

„Pazifismus bewährt sich in der konkreten Friedensarbeit“, so formulierte Jan Gildemeister, der AGDF-Geschäftsführer, ein Ergebnis dieser Tagung. So hätten die Berichte von sechs Friedensorganisationen deutlich gemacht, wie deren Arbeit in den vergangenen Jahrzehnten stets den pazifistischen Idealen treu geblieben sei, gleichzeitig immer wieder auch ein neuer Rückbezug auf die Gründungsziele erfolgte. „Und unsere Mitglieder reagierten stets auch auf gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen und neue Herausforderungen, und sie reflektierten kontinuierlich ihre eigene Praxis“, so Gildemeister. Dabei hätten die Stimmen und Anregungen der internationalen Partner eine besondere, in neuster Zeit eher wachsende Bedeutung gehabt, fügte der AGDF-Geschäftsführer hinzu.

Pressemitteilung BDKJ: "Kinder wollen Frieden, keine Waffen. BDKJ fordert das Ende jeglicher deutscher Kleinwaffenexporte"

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) fordert das Ende jeglicher deutscher Kleinwaffenexporte. Das hat die BDKJ-Hauptversammlung, die vom 21.-24.April 2016 getagt hat, beschlossen.

„Kinder und Jugendliche verbindet weltweit, dass sie in Frieden aufwachsen möchten. Dieser Frieden muss erarbeitet werden. Dazu sind sehr konkrete Schritte erforderlich“, erklärt der BDKJ-Bundespräses Dirk Bingener.

Die vollständige Pressemitteilungen finden sie auf der Homepage des BDKJ unter: www.bdkj.de

forumZFD: „Dem Frieden eine Chance geben“

Anlässlich des globalen Aktionstages gegen Militärausgaben fordert das Forum Ziviler Friedensdienst gemeinsam mit 27 Friedensorganisationen mehr Geld für Friedensförderung und die Beseitigung der wahren Ursachen von Konflikten. Nur mit einer Umverteilung der horrenden Militärausgaben zugunsten von Friedensförderung, Armutsbekämpfung, Klimawandel und der Umsetzung der globalen Agenda für nachhaltige Entwicklung wird eine andere Welt möglich, die Frieden und Sicherheit für alle Menschen bietet. 

Den vollständigen Text zum Nachlesen finden sie unter: www.forumzfd.de

Peace Academy 2016: 13.-16.Mai 2016 in Dresden

Die Peace Academy in und an der Frauenkirche Dresden ist ein internationales Jugendtreffen mit Akademiecharakter. Aller zwei Jahre findet es am Pfingstwochenende statt.

Die vier Tage sind gefüllt mit Workshops, Konzerten, Mitmachangeboten, Andachten, einem internationalen Abend, einem Erfahrungsweg und vielem, vielem mehr.

Organisiert wird die Peace Academy von der Stiftung Frauenkirche Dresden in Kooperation mit dem Evangelisch-Lutherischen Stadtjugendpfarramt Dresden, dem Evangelisch-Lutherischen Landesjugendpfarramt Sachsen und der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.

Weitere Informationen zur Peace Academy sowie das diesjährige Programm finden sie unter: www.peace-academy.de

Publikation

FriEnt, FES, Brot für die Welt: Dokumentation der Podiumsdiskussion zum Internationalen Friedenstag 2015

Frieden auf der globalen Nachhaltigkeitsagenda - ein Thema für Kommunen?

Dokumentation der Podiumsdiskussion zum Internationalen Friedenstag 2015

Am 25. September 2015 verabschiedeten die Vereinten Nationen die 2030 Agenda für nachhaltige Entwicklung mit 17 globalen Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDGs). Fünf Tage vorher, am 20. September 2015, veranstalteten die Arbeitsgemeinschaft Frieden und Entwicklung (FriEnt), Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst und das Landesbüro NRW der Friedrich-Ebert Stiftung eine jährliche Podiumsdiskussion zum Internationalen Friedenstag im Rahmen der Bonner Friedenstage.

Die Dokumentation zum Nachlesen finden sie unter: www.frient.de

Veranstaltungen

Vortrag und Diskussion „Weißbuch 2016 und kritische Betrachtung" mit Otmar Steinbicker am 03.Mai 2016 in Jülich.
Mehr dazu unter: www.kkrjuelich.de

In Lindau/ Bad Schachen findet am 03.Mai 2016 ein Vortrag und Diskussion zum Thema „Gewalt als letztes Mittel? - Über die Wirksamkeit militärischer und ziviler Handlungsoptionen" statt.
Informationen finden sie unter: http://www.friedens-raeume.de

Am 20.Mai 2016 findet die Aktion „Kunst macht Frieden" von verschiedenen Künstlern in Aachen statt.
Mehr dazu unter: www.euregioprojekt-frieden.org

Am 20.Mai 2016 findet eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Deutschland im Netzwerk des Waffenhandels“ in Passau statt, Veranstalter sind die Petra-Kelly-Stiftung und sneep e.V.
Mehr dazu unter: www.petra-kelly-stiftung.de

Vom 25. bis 29. Mai 2016 findet in Leipzig der 100. Deutsche Katholikentag statt. Das diesjährige Leitwort lautet „Seht, da ist der Mensch“
Mehr Informationen finden sie unter: www.katholikentag.de

Vom 25. Bis 29.Mai 2016 findet in Leipzig die Ausstellung „Frieden geht anders - Ausstellung zur zivilen Konfliktberatung“ statt.
Mehr dazu unter: www.paxchristi.de

Am 27. Mai 2016 veranstaltet Pax Christi im Rahmen des 100. Katholikentages in Leipzig eine Vorführung des Films „Meister des Todes“ mit anschließendem Gespräch mit dem Regisseur Daniel Harrich.
Weitere Informationen unter: www.paxchristi.de

Am 30.Mai 2016 findet in Berlin die Auftaktveranstaltung zum Studienprozess der EKD an der Forschungsstelle der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) statt unter dem Titel „Orientierungswissen zum Gerechten Frieden - Im Spannungsfeld zwischen ziviler gewaltfreier Konfliktprävention und rechtserhaltender Gewalt“.
Das genaue Programm finden sie unter: www.eaberlin.de

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Herausgeber
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im Verein für Friedensarbeit im Raum der EKD e.V. (VfF) 
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