EAK Rundbrief Mai 2017

Wege  zum Frieden entdecken und entwickeln

Die aktuellen Nachrichten sind voll mit Bildern von Krieg, Gewalt, blutigen Konflikten, Flucht und Terror. Auch Deutschland ist davon betroffen. Deutsche Soldaten sind im Einsatz in vielen Krisengebieten, Menschen aus den Konfliktregionen kommen als Flüchtlinge zu uns. Die evangelische Friedensarbeit will sich nicht damit abfinden, dass es auf dieser Welt so viele Kriege und so viel Hass und Gewalt gibt, sie will stattdessen gemeinsam Wege zum Frieden entdecken und entwickeln. Ein Ort dafür soll das Café #Friedenswege in Wittenberg sein.

Die evangelische Friedensarbeit orientiert sich dabei am Leitbild des gerechten Friedens, das den Blick weitet über aktuelle nationale Interessen und Sicherheitsbedürfnisse hinaus für die Bedingungen nachhaltigen Friedens auf der Welt. Denn nur, wo die Menschen die Möglichkeit haben, in Sicherheit und mit den notwendigen Ressourcen zu leben, kann auch dauerhaft Frieden entstehen. Darum muss nach Ansicht der evangelischen Friedensarbeit deutsche Außen- und Sicherheitspolitik dafür eintreten, dass nachhaltig Prozesse gefördert werden, die Menschen vor Gewalt schützen, die Gerechtigkeit fördern, die Not abbauen und kulturelle Vielfalt gewährleisten.

Für die evangelische Friedensarbeit gehört dazu, dass eine die Völker verbindende internationale Friedensordnung als internationale Rechtsordnung entsteht, mit allgemein verpflichtenden und verbindlichen Normen. Frieden braucht aber auch eine nachhaltige Entwicklung hin zu einer Welt, frei von Armut, Hunger, Flucht und Gewalt. So müssen nach Ansicht der evangelischen Friedensarbeit illegale Waffen- und Finanzströme unterbunden, auch die deutschen Rüstungsexporte müssen reduziert werden. Weltweite Abrüstungsbemühungen sind dagegen zu unterstützen.

Die evangelische Friedensarbeit hält in Deutschland eine kohärente, ressortübergreifend koordinierte friedens- und sicherheitspolitische Strategie unter dem Primat einer zivilen Krisenprävention für dringend erforderlich und ist dabei überzeugt davon, dass Sicherheit nicht allein durch Streitkräfte, Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden gewährleistet werden kann, sondern dass es hier einen umfassenden, präventiv ausgerichteten Ansatz in der Außen- und Sicherheitspolitik geben muss.

Die Akteure der evangelischen Friedensethik sind sich dabei einig darin, dass der Einsatz militärischer Gewalt keinen Frieden schaffen kann, möglicherweise kann im besten Fall für eine begrenzte Zeit ein Raum geschaffen werden, mit zivilen Mitteln friedensschaffende und friedensfördernde Prozesse in Gang zu bringen. Doch bei der Förderung des Friedens müssen gewaltfreie Mittel eindeutig den Vorrang haben, die Androhung und Ausübung von militärischer Gewalt kann nur als äußerste Handlungsmöglichkeit zur befristeten Sicherung der äußeren Rahmenbedingungen für einen eigenständigen Friedensprozess ethisch noch gerechtfertigt werden.

Menschen streiten über den richtigen Weg zum Frieden. Auch die Akteure der evangelischen Friedensarbeit vertreten oft unterschiedliche Auffassungen und Positionen. Im Café #Friedenswege sollen diese unterschiedlichen Positionen zur Diskussion gestellt werden, aber auch gemeinsam überlegt werden, wie Schritte zu einem Frieden aussehen können. Gemeinsam ist allen Akteuren dabei das Leitbild eines gerechten Friedens. Und das bedeutet die Achtung der gleichen menschlichen Würde, die Vermeidung von Gewalt, der Schutz vor Gewalt, die Sicherstellung eines Lebens in Würde, was Freiheit voraussetzt sowie der Abbau von Not und die Anerkennung kultureller Verschiedenheit.

Wolfgang Burggraf
Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden, Projektleitung im Café #Friedenswege

 

Inhaltsverzeichnis

  • EAK beim Kirchentag mit eigenen Angeboten dabei
  • Baden war 1947 ein Vorreiter beim Grundrecht auf KDV
  • Gerichtsurteil des Oberverwaltungsgerichts Münster: Kein Asyl für syrische Kriegsdienstverweigerer
  • Kirchentag auf dem Weg: Von Magdeburg aus soll ein Zeichen des Friedens ausgehen
  • Renke Brahms: Friedenskirchen geben wichtige Impulse auf dem Weg zur Kirche des gerechten Friedens
  • Renke Brahms: Staatengemeinschaft muss Schritte unternehmen, um drohenden Völkermord im Südsudan zu verhindern
  • Chancen, aber auch die Herausforderungen einer Internationalisierung der Freiwilligendienste erkennen
  • Interreligiös und Gewaltfrei - Konferenz in Kroatien (28. April 2017)
  • "Wir halten unser Schweigen nicht mehr aus"
  • Heidelberger Gespräch: Reformation und Widerstand
  • Kinostart von "NATIONAL BIRD - Wohin geht die Reise Amerika?" am 18. Mai 2017
  • Was brauchen wir in der politischen Auseinandersetzung? I 4. Forum Kirche und Rechtsextremismus im Norden |
  • „Demokratieentwicklung durch kirchliche und zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit?“
    Du sollst nicht töten (lassen)? Evangelische Friedensethik im 21. Jahrhundert

 

Aus der Arbeit der EAK

EAK beim Kirchentag mit eigenen Angeboten dabei

(10.05.2017)
Vom 24. bis zum 28. Mai kommt in Berlin und Wittenberg der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag zusammen. Wie in den vergangenen Jahren bei Kirchentagen wird auch in Berlin die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) mit eigenen Veranstaltungen und Angeboten mit dabei sein.

Baden war 1947 ein Vorreiter beim Grundrecht auf KDV

(08.05.2017)

Kriegsdienstverweigerung

Gerichtsurteil des Oberverwaltungsgerichts Münster: Kein Asyl für syrische Kriegsdienstverweigerer

Das OVG Münster hat am 4. Mai 2017 einem syrischen Militärdienstentzieher den Flüchtlingsstatus versagt, da „es keine Erkenntnisse gebe, dass rückkehrende Asylbewerber wegen des Umstandes, dass sie sich durch Flucht dem Wehrdienst entzogen haben, vom syrischen Staat als politische Gegner angesehen und verfolgt würden.“ Es gelte, die Wehrdienstentziehung als solche im Interesse der Aufrechterhaltung der militärischen Schlagkraft des syrischen Staates zu bekämpfen. Zudem drohe dem Kläger keine Verwicklung in völkerrechtswidrige Kriegshandlungen. (14 A 2023/16.A)
 

Aus der Arbeit der EKD

Kirchentag auf dem Weg: Von Magdeburg aus soll ein Zeichen des Friedens ausgehen

(13.05.2017) Krieg und Frieden, es ist ein immer wiederkehrendes Thema auf Kirchentagen und in der Kirche. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren es die deutsche Wiederbewaffnung und Atomwaffen, in den 1980er Jahren die Stationierung von Atomraketen und die Aufrüstung in West und Ost, die für leidenschaftliche Debatten nicht nur im deutschen Protestantismus sorgten. Nach dem Fall der Mauer glaubten viele an eine Zeit des Friedens, doch heute stehen wieder Konflikte, Gewalt und Kriege im Blick der Weltpolitik. 

Renke Brahms: Friedenskirchen geben wichtige Impulse auf dem Weg zur Kirche des gerechten Friedens

(04.05.2017)
Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirchen in Deutschland, Renke Brahms, hat die friedensethische und theologische Arbeit der historischen Friedenskirchen gewürdigt. Anlass ist die Präsentation aktueller Forschungsfragen zum Weiterbestehen der Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen am 6. Mai an der Universität Hamburg in der Mennonitenkirche Hamburg-Altona.

Renke Brahms: Staatengemeinschaft muss Schritte unternehmen, um drohenden Völkermord im Südsudan zu verhindern

(27.04.2017)
 

Wissenswertes

Chancen, aber auch die Herausforderungen einer Internationalisierung der Freiwilligendienste erkennen

(15.05.2017) Das Interesse an der Aufnahme von internationalen Freiwilligen, dem sogenannten Incoming, steigt stetig. Dies bestätigen die Dachverbände für In- und Auslandsfreiwilligendienste. Bei einer zweitägigen Fachtagung beschäftigten sich etwa 100 Vertreterinnen und Vertreter dieser Verbände in Friedrichsdorf bei Frankfurt/Main mit aktuellen gesellschaftspolitischen Fragestellungen in Bezug auf Incoming-Freiwilligendienste, besonders in Deutschland. Ziel war es, Chancen aber auch die Herausforderungen einer Internationalisierung der Freiwilligendienste zu erkennen.

Interreligiös und Gewaltfrei - Konferenz in Kroatien (28. April 2017)

(Schöffengrund, 27.04.2017) 'Re: Aktion - Gläubige für den Frieden in Zeiten von Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit' war das Thema einer Konferenz, die Anfang April in der Nähe von Zagreb/Kroatien mit mehr als 70 Teilnehmenden aus Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Serbien sowie Gästen aus Deutschland, Großbritannien, der Schweiz und den USA stattfand. Muslime/a, Christ*innen, unter ihnen Imame und serbisch-orthodoxe Priester, Ordensleute und Pastor*innen verschiedener Denominationen, nahmen daran teil.

"Wir halten unser Schweigen nicht mehr aus"

(04.05.2017)

Heidelberger Gespräch: Reformation und Widerstand

(25.04.2017) Nicht nur Martin Luther, auch Thomas Müntzer und die Täuferbewegung strebten eine Reformation der Kirche an. Doch anders als Luther lebten die Täufer in zweifachem Widerstand, zum einen gegen die bestehende kirchliche und staatliche Ordnung, zum anderen aber auch gegen die neu entstehenden Ordnungen der Reformation.

Kinostart von "NATIONAL BIRD - Wohin geht die Reise Amerika?" am 18. Mai 2017

Am 18. Mai ist bundesweiter Kinostart des neuen Dokumentarfilms zum US-Drohnenkrieg "NATIONAL BIRD - Wohin geht die Reise Amerika?" von Sonia Kennebeck. Ausführende Produzenten sind Wim Wenders und Errol Moris.
NATIONAL BIRD fragt, ob eine andere Welt als die voller Gewalt und Gegengewalt möglich ist. Der Film begleitet Menschen, die entschlossen sind, das Schweigen über eine der umstrittensten militärischen Maßnahmen der jüngeren Zeit zu brechen: den geheimen Drohnenkrieg der USA. Er wurde bei vielen Filmfestivals, auch bei der Berlinale, gezeigt.

Veranstaltungen

Was brauchen wir in der politischen Auseinandersetzung? I 4. Forum Kirche und Rechtsextremismus im Norden |

Worte können Hass schüren, einschüchtern und ermutigen. Worte markieren Positionen. Mit Worten wollen wir andere von unseren Ansichten überzeugen. Wer den Dialog sucht, bringt unterschiedliche Überzeugungen und Interessen in ein Gespräch. Wie kann Kommunikation auf Augenhöhe, auch über widersprüchliche politische Standpunkte, gelingen, und wie finden und vertreten wir die eigene Positionierung in der aktuellen gesellschaftlichen Situation und in unseren Kirchen?

„Demokratieentwicklung durch kirchliche und zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit?“

Montag 22. Mai 2017, 18.15 – 19.45 Uhr
mit Prof. Dr. Claudia Warning, Evangelisches Werk Diakonie und Entwicklung / Brot für die Welt, Berlin

Du sollst nicht töten (lassen)? Evangelische Friedensethik im 21. Jahrhundert

18.–21. September 2017

 

Impressum 


Herausgeber
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