EAK Rundbrief September 2016

Liebe Leserinnen und Leser,

als Praktikantin der EAK hatte ich die Möglichkeit auch für den befreundeten Verein Connection e.V. Recherchen zum Kriegsdienst in Algerien durchzuführen. In diesem Zuge konnte ich viel zu dem Thema lernen und fand es beispielsweise bemerkenswert, dass die Wehrpflicht von 24 auf 18 und zuletzt 12 Monate reduziert wurde.

Leider gibt es für Verweigerer in Algerien kaum Möglichkeiten. Die Verweigerung des Wehrdienstes wird als Desertion angesehen und mit zwei Jahren Gefängnis bestraft, wobei der Wehrdienst im Anschluss sogar verlängert abgeleistet werden muss. Für Manche gibt es trotzdem die Möglichkeit, ihre Befreiung zu beantragen, zum Beispiel wenn sie der einzige Ernährer ihrer Familie sind. Währenddessen können Berufs- und Zeitsoldaten nach Ablauf ihrer Dienstzeit lediglich aus der Armee ausscheiden, wenn sie ein Jahr vor diesem Zeitpunkt kündigen. Für Wehrpflichtige in Gewissensnot hingegen besteht die einzige Chance in vorhandenen Mängeln in der Verwaltung sowie Korruption; diese Faktoren ermöglichen es Vielen, den Dienst zu umgehen. Dennoch ist dieser Weg mit Risiken wie Verurteilung zu Militärgefängnis und dem Nichterhalt eines regulären Status verbunden.

Den Status als Kriegsdienstverweigerer/in gibt es jedoch in Deutschland. Das ist unter anderem der langjährigen – aus meiner Sicht großartigen - Arbeit von Friedensinstitutionen zu verdanken, zu denen auch die EAK zählt. Dennoch, die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Arbeit trotz erreichter Fortschritte auch heute noch notwendig ist. Über die Friedensarbeit im Umfeld der EKD im September möchten wir Sie darum mit diesem Newsletter informieren.

Herzliche Grüße,
Ihre Maike Rolf
Praktikantin in der EAK

 


Inhaltsverzeichnis

  • Pressemitteilung der EAK zum Antikriegstag (1. September)
  • Pressemitteilung EAK und AGDF
  • EKD-Friedensbeauftragter äußert Unverständnis über Werbekampagne der Bundeswehr zu Olympia
  • Pressemitteilung Komitee für Grundrechte und Demokratie e.V.
  • Bunt kickt cool
  • Ausbilder für Friedensstifter-Training
  • Publikation

Pressemitteilung der EAK zum Antikriegstag (1. September)

Mit zunehmender Sorge beobachtet die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) die Diskussionen in Europa über die Wiedereinführung und die Ausweitung der Wehrpflicht. „Anscheinend setzen immer mehr Regierungen wieder verstärkt auf das Militär angesichts der vielen Konflikte in der Welt“, bedauert Dr. Christoph Münchow, der Bundesvorsitzende der EAK, aus Anlass des Antikriegstages (1. September). Und er macht deutlich: „Das ist der falsche Weg. Mehr Militär erhöht die Gefahr des Krieges und sorgt nicht für mehr Frieden.“

Pressemitteilung EAK und AGDF

Die „Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden“ (AGDF) und die „Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden“ (EAK) haben die Pläne der Bundesregierung und von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die Bundeswehr auch im Innern einzusetzen, scharf kritisiert. „Aus gutem Grund setzt das Grundgesetz einem solchen Einsatz hohe Hürden, die nicht aufgeweicht werden dürfen“, betonen AGDF-Geschäftsführer Jan Gildemeister und EAK-Geschäftsführer Wolfgang Burggraf übereinstimmend. Beide evangelischen Friedensverbände fordern die Ministerin und die CDU auf, diese Debatte umgehend zu beenden.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte sich angesichts der jüngsten Terroranschläge, aber auch angesichts des Amoklaufs in München, dafür ausgesprochen, die Bundeswehr auch im Inneren zur Terrorabwehr einzusetzen. Auch das neue Weißbuch der Bundesregierung zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr, das vor Kurzem vorgestellt wurde, spricht davon, dass der Einsatz von Soldaten bei „terroristischen Großlagen“ denkbar wäre.

EKD-Friedensbeauftragter äußert Unverständnis über Werbekampagne der Bundeswehr zu Olympia

Völkerverständigung und der Gewaltfreiheit eng verbunden. Doch die Bundeswehr muss im Falle eines Einsatzes die Gewalt gerade mit bedenken und mit planen“, gibt der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, zu bedenken. Das passe mit dieser Werbekampagne nicht zusammen, ist er überzeugt. Und der EKD-Friedensbeauftragte fügt hinzu: „Es war die Grundidee von Pierre de Coubertin, den Wettkampf nicht auf dem Schlachtfeld auszutragen, sondern sich im fairen sportliche Wettbewerb zu begegnen. Diese olympische Grundidee verträgt sich gerade deshalb nicht mit einer Werbung, die junge Menschen für den Dienst in der Bundeswehr gewinnen will.“

Pressemitteilung Komitee für Grundrechte und Demokratie e.V.

„ […] Bundeswehreinsätze mit militärischen Waffen sind nicht nur verfassungswidrig, sondern gefährden die Grundlagen der Demokratie“.

Die vollständige Pressemitteilung des Grundrechtekomitees finden Sie unter: www.grundrechtekomitee.de.

Bunt kickt cool

Mit dem Fußballfest "Bunt ist cool" in Nürnberg haben 1400 Sportler der Evangelischen Jugend in Bayern und zahlreiche Legenden des gastgebenden Clubs ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung gesetzt.

Ausbilder für Friedensstifter-Training

Die Kurszeit ist von Montag, 10.10. - Donnerstag, 13.10.2016.
Der Kurs richtet sich an hauptamtliche Mitarbeitende und ist FEA, FRED, FEB und FED anerkannt. Die Unterbringung erfolgt in Einzelzimmern.
Teilnehmende erwerben den Abschluss „Ausbilder/in Friedensstifter/in“ und sind befähigt Trainings für Jugendliche anzubieten.

Publikation

Im August erschien die neue Ausgabe von "Kritische Pädagogik - Eingriffe und Perspektiven" zum Thema Krieg und Frieden.

Mehr dazu und wie Sie das Heft bestellen können unter: www.paedagogik-und-politik.eu.

Impressum 


Herausgeber
Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK)
im Verein für Friedensarbeit im Raum der EKD e.V. (VfF) 
Endenicher Str. 41
53115 Bonn
Tel.: +49 (0) 228 - 24999- 0
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