Extraausgabe EAK Rundbrief

Liebe Friedensinteressierte,

die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) blickt in diesem Jahr auf ihr 60-jähriges Bestehen und damit auf ihren langjährigen Einsatz für das Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung, vor allem aber auf die Beratung für Kriegsdienstverweigerer und -verweigerinnen zurück.

Dies feiert die EAK am 09. und 10. Juni 2016 mit einem umfangreichen Programm in Bonn.

Ein Kinoprogramm, eine Stadtführung zu den Bonner Orten von Kriegsdienstverweigerung und Friedensbewegung, die Inszenierung eines Luftschutzbunkers, ein Friedensgebet und ein Studientag regen zum Nachdenken an und machen deutlich, dass Friedensengagement in Form von Gewissens-  und Friedensbildung unverzichtbarer Bestandteil der kirchlichen Friedensarbeit sind, um Alternativen zum Krieg ins Bewusstsein zu bringen.

Das genaue Programm entnehmen Sie bitte dem Anhang.

Vielen Dank und herzliche Grüße aus Bonn,
ihr EAK-Geschäftstellenteam


EAK: 60 jähriges Jubiläum am 09. und 10.Juni 2016 in Bonn

60 Jahre Beratung von Kriegsdienstverweigerern
- notwendig damals wie heute- 

Man könnte meinen, dass seit 2011, mit Aussetzung der Wehrpflicht, eine Beratung für Kriegsdienstverweigerer in Deutschland obsolet geworden sei. Ein weit verbreiteter Irrtum! Die Einberufung zur Wehrpflicht in Friedenszeiten ist ausgesetzt. Die Wehrpflicht selbst besteht weiterhin.
Wenn eine Armee sich verändert, immer häufiger auch Jugendliche rekrutiert, sich zur Einsatzarmee entwickelt und ihr Aufgabenfeld auch nach innen erweitert, bekommt die Beratung von Kriegsdienstverweigerern eine neue Qualität. Heute sind es vor allem aktive Soldaten und Soldatinnen, freiwillig Wehrdienstleistende, aber auch Reservisten, die in der angespannten politischen Lage ihr Recht auf Kriegsdienstverweigerung (KDV), den Schutz ihres Gewissens, in Anspruch nehmen.

Im Mai 1949 hat die BRD das Recht auf KDV in ihr Grundgesetz geschrieben. In vielen Ländern, z.B. der Ukraine, Eritrea oder Ägypten, existiert dieser Rechtsschutz nicht. Dort kann nicht verweigert werden. 
Den Gewissensschutz gibt es nicht. 
Oft sind die Kriegsdienstverweigerer von Inhaftierungen bedroht. Manche sind gezwungen ihr Land zu verlassen, um anderswo, auch in Deutschland, Hilfe durch einen Asylantrag zu suchen.

Für die evangelische Friedensarbeit in Deutschland ist die Gewissensfrage immer fester Bestandteil ihrer Arbeit. Bis heute ist dies in der KDV-Beratung zentral. Und zunehmend stellt sie sich in vermeintlich zivilen Lebensbereichen: Lege ich mein Geld bei einer Bank an, die in Rüstungsgeschäfte investiert? Für welche internationale Politik setze ich mich ein? Gibt es eine Politik der zivilen Konfliktbearbeitung, die ich unterstützen kann? Schreibe ich mich an einer Hochschule ein, die im Auftrag der Rüstungsindustrie forscht?

Das 60 jährige Bestehen der EAK zeigt die Aktualität dieser Fragestellungen!
Welche Werte will ich als Einzelner, wollen wir als Gesellschaft, wir in der Kirche leben?
Diese Jubiläumsveranstaltung macht deutlich, dass Friedensengagement in Form von Friedensbildung und Friedensarbeit unverzichtbarer Bestandteile der EAK sind, um Alternativen zum Krieg ins Bewusstsein zu bringen.


EAK-Filmreihe in Bonn zum Thema Kriegsdienstverweigerung

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) feiert in diesem Jahr ihr 60-jähriges Bestehen. 

Sie tut dies nicht nur mit einem Festakt am 9. und 10. Juni in Bonn, sie will mit Filmen, die im Kino WOKI in Bonn gezeigt werden, das Thema Kriegsdienstverweigerung aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln zeigen. Mit Hilfe von Zeitzeugen wird dabei auf eindrückliche Weise gezeigt, auf welche Widerstände man stieß, aber auch heute noch stößt, wenn man seinem Gewissen folgt und den Kriegsdienst verweigert.

Den Auftakt der Filmreihe bildet der Film „Schwerter zu Spaten – Die Bausoldaten in der DDR“, ein Film von Johannes Maier, der an die einzige Möglichkeit erinnert, die es in der ehemaligen DDR gab, den Dienst an der Waffe zu umgehen: der 18-monatige Dienst als Bausoldat, mit schwerer körperlicher Arbeit. In der Dokumentation kommen sechs ehemalige Bausoldaten zu Wort, die als Zeitzeugen von ihrem Erleben berichten. Der Film dauert 34 Minuten und wird am Dienstag, 17. Mai, 19 Uhr im WOKI gezeigt. Der Eintritt kostet drei Euro.

Am Sonntag, 22. Mai, gibt es um 19 Uhr im WOKI den Film „Out of Society“ von Nancy Brandt. Hier wird sowohl die Geschichte von Emil Richter gezeigt, der aus der deutschen Wehrmacht flieht und nach Serbien gelangt, wo er sich vor der deutschen Armee versteckt, wie auch die Geschichte von André Shepherd, der aus der US-amerikanischen Armee flieht und 19 Monate in Bayern lebt, wo er als erster amerikanischer Soldat Asyl in Deutschland beantragt. Der Eintritt hier kostet 5,50 Euro.

Den Abschluss der Filmreihe bildet am Freitag, 10. Juni, um 18.30 Uhr der Film „Das schwergeprüfte Gewissen“ von Stephan Haberzettl. Diese Dokumentation taucht ein in die Situation einer mündlichen Verhandlung der 1960er Jahre und lässt über Interviews Beteiligte aus der Friedensbewegung und der evangelischen Kirche zu Wort kommen. Der Eintritt kostet drei Euro.

Im Anschluss an die Filme ist es den Zuschauern möglich, mit den Filmemachern das Gespräch zur Entstehung des Filmes zu suchen.

Alle Filme werden im Kino WOKI, Bertha-von-Suttner-Platz 1-7, 53111 Bonn, gezeigt. Ticketbuchungen sind über das Kino (www.woki.de) möglich.


Vor zwei Tagen, am 15. Mai, war der Internationale Tag der Kriegsdienstverweigerung. Hierzu hat die EAK eine Pressemitteilung veröffentlicht. Zusätzlich möchten wir Sie auf Aktionen und Kampagnen von Connection e.V. und War Resisters' International hinweisen.

Die Pressemitteilung der EAK finden sie unter: www.eak-online.de/aktuelles/pressemitteilung-eak.

Informationen über die Arbeit von Connection e.V. erhalten sie unter: connection-ev.org.

Mehr über die Arbeit von War Resisters' International finden sie unter: www.wri-irg.org


Impressum 


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Endenicher Str. 41
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Tel.: +49 (0) 228 - 24999- 0
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