19.11.2018 / Renke Brahms: „Antwort auf Krieg 3.0 muss Frieden 3.0 sein“

EKD

Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Renke Brahms, hat aus Anlass der Ökumenischen FriedensDekade vor den Gefahren einer zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung kriegerischer Waffen gewarnt. „Es ist höchste Zeit, dass es möglichst bald zu einer internationalen Ächtung automatischer Waffensysteme kommt“, betont Renke Brahms, der auch der Leitende Geistliche der Bremischen Evangelischen Kirche ist.

Der EKD-Friedensbeauftragte sieht sich dabei in Übereinstimmung mit IT-Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Bereich künstliche Intelligenz, die bereits im August vergangenen Jahres in einem Schreiben an die UN ein Verbot von Killerrobotern gefordert haben. „Und auch Nichtregierungsorganisationen haben deren Verbot gefordert. Hier muss die Staatengemeinschaft reagieren“, so der Theologe.

Renke Brahms begrüßt daher, dass die Ökumenische FriedensDekade, die noch bis zum 21. November begangen wird, dieses Thema aufgegriffen und in den Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltungen gestellt hat. „Die Digitalisierung macht uns auch in unserem Alltag angreifbar. Darauf muss die Politik antworten und sich verteidigen, aber dies kann nicht automatisch eine Sache des Militärs sein“, so Renke Brahms. Und mit Blick auf das Motto der diesjährigen Friedensdekade betont der EKD-Friedensbeauftragte: „Unsere Antwort auf einen Krieg 3.0 muss Frieden 3.0 sein. Dazu gehört der klare Vorrang für Zivil und Prävention.“ 

Der EKD-Friedensbeauftragte hofft auf eine große Beteiligung der Kirchengemeinden an der Ökumenischen FriedensDekade. „Es ist wichtig, dass viele auf diese zunehmenden Gefahren der Digitalisierung und deren Auswirkungen auch in der Sicherheitspolitik aufmerksam werden“, so Renke Brahms.
(Dieter Junker)