Aktion Sühnezeichen Friedensdienste verurteilt geschichtsrevisionistische Äußerungen

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) verurteilt die erneuten geschichtsrevisionistischen Äußerungen Alexander Gaulands beim Bundeskongress der AfD-Nachwuchsorganisation am 2. Juni im thüringischen Seebach. Dort behauptete Gauland, Hitler und die Nazis seien nur ein „Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte“.

Die zwölf Jahre der nationalsozialistischen Terrorherrschaft bedeuten einen erschütternden Zivilisationsbruch ohne Gleichen. Im Holocaust wurden durch antisemitische Verfolgung und Vernichtung 6 Millionen Jüdinnen und Juden ermordet. Die gezielte Vernichtung und Ausgrenzung richtete sich darüber hinaus gegen Sinti und Roma, Homosexuelle, politisch Andersdenkende, Menschen mit Behinderungen und Krankheiten sowie gegen viele weitere Menschen, die als nicht zugehörig definiert wurden. Dem deutschen Vernichtungskrieg fielen mehr als 50 Millionen Zivilist*innen, Zwangsarbeiter*innen und Soldat*innen zum Opfer.

Jakob Stürmann vom ASF-Vorstand sagt mit Blick auf Gaulands Äußerungen: „Hier handelt es sich abermals um eine gezielte geschichtspolitische Grenzüberschreitung und um eine Beleidigung aller Opfer des NS-Terrors und deren Nachkommen. Die Äußerungen richten sich auch gegen alle Menschen, die seit Jahrzehnten darum bemüht sind, eine kritische Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen voranzubringen. Es ist unerträglich, diese Äußerungen der AfD immer wieder zu hören um danach vermeintliche Relativierungen über sich ergehen zu lassen.“

Jutta Weduwen, ASF-Geschäftsführerin, ergänzt: „Es zeigt sich wieder einmal, dass Rechtspopulisten eng verwoben mit geschichtsrevisionistischen und völkischen Argumenten agieren. Die Grenze zum Rechtsextremismus ist überschritten, wenn die Verbrechen der Nationalsozialisten geleugnet oder bagatellisiert werden“.

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste engagiert sich mit Freiwilligendiensten, Bildungsarbeit und Kampagnen gegen Antisemitismus, Rassismus und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Der Arbeitsbereich „Geschichte(n) in der Migrationsgesellschaft“ öffnet den Dialog über Geschichte in der Einwanderungsgesellschaft. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAG K+R), deren Trägerin ASF ist, berät und informiert über den Umgang mit Rechtspopulismus und Rechtsextremismus. Freiwillige engagieren sich in vielfältiger Weise für die Aufnahme von Geflüchteten und die Gestaltung der Migrationsgesellschaft.