EAK: Kritik an Rekrutierung Minderjähriger und an Rüstungsexporten stärker in gesellschaftliche Debatte einbringen

EAK

(2.10.2019) Die Kritik an der Rekrutierung Minderjähriger durch die Bundeswehr wie auch die Frage nach dem Zusammenhang von Rüstungsexporten und der Migration will die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für KDV und Frieden (EAK) stärker in die gesellschaftliche Debatte einbringen. Dafür sprach sich die Mitgliederversammlung der EAK in Nürnberg aus.

Es sind vor allem zwei Projekte, in denen sich die EAK derzeit besonders engagiert. So ist der evangelische Friedensverband Teil der Kampagne „Unter 18 nie!“, die von zahlreichen Gruppen und Organisationen der Kirchen, der Gewerkschaften und der Friedensbewegung getragen wird. Die Kampagne fordert, das Rekrutierungsalter für den Militärdienst auf 18 anzuheben sowie jegliche Bundeswehrwerbung bei Minderjährigen zu verbieten. 

„Hier ist die EAK mit dabei, aber auch das Zentrum Oekumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Die Kampagne ist auf einem guten Weg“, betont Wolfgang Buff, einer der beiden Sprecher der EAK. Er würde sich freuen, wenn sich auch andere Landeskirchen oder kirchliche Gruppen daran beteiligen würden. Ebenso könnte das Thema auch in der Friedensbildung in Schulen oder bei der Friedensarbeit in den Kirchengemeinden stärker in den Blick genommen werden. Dies unterstützte die EAK-Mitgliederversammlung nachdrücklich.

Das soll nach Ansicht der EAK auch für die Folgen von Rüstungsexporten gelten, gerade, was Fluchtursachen und Migration angeht. Hier hat sich der evangelische Friedensverband im vergangenen Jahr an dem bundesweiten Staffellauf „Frieden geht“ gegen Rüstungsexporte beteiligt. In diesem Jahr hat die EAK eine Broschüre „Gegen Rüstungsexport und Migrationsabwehr“ herausgegeben, die am Beispiel der Ägäis-Region in Griechenland deutsche Rüstungsexporte und europäische Grenzsicherung darstellt und dabei die Konsequenzen für geflüchtete Menschen vor Ort beschreibt. Die Broschüre soll dabei der kirchlichen und politischen Bildungsarbeit dienen.

Anlass für diese Broschüre waren Taschen, die auf der griechischen Insel Lesbos aus liegen gebliebenen Rettungswesten geflüchteter Menschen hergestellt werden. Auf jeder dieser bunten, nachhaltigen und auch provozierenden Taschen prangt der Stempel „Safe Passage“ und sie sind so „sprechende Objekte“ zum Thema Flucht und Migration, wie die beiden EAK-Referenten Maike Rolf und Max Weber bei der EAK-Mitgliederversammlung erläuterten.

Beim Deutschen Evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund stand „Safe Passage“ im Mittelpunkt eines Gottesdienstes mit dem hannoverschen Landesbischof Rolf Meister, ebenso wurden diese Taschen im Friedensdorf auf dem Markt der Möglichkeiten verkauft. Und nun soll dieses Projekt stärker auch in der Friedensbildung, in den Landeskirchen und den Kirchengemeinden bekanntgemacht und Veranstaltungen angeboten werden, kündigte die EAK auf ihrer Mitgliederversammlung an. 

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