EKD-Friedensbeauftragter „tief besorgt“ über drohende Eskalation im Golf

EKD

Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, hat sich tief besorgt über eine drohende Eskalation in der Golfregion gezeigt. „Die Gefahr eines Krieges ist nach dem US-Angriff auf einen iranischen General wohl gestiegen“, befürchtet der evangelische Theologe. Dazu gehört bei ihm auch die große Sorge vor einer gefährlichen Spirale von Rache und Vergeltung, die den Konflikt noch verschärfen könnte. „Gerade als Kirchen können wir dazu nicht schweigen “, mahnt Brahms.

Seiner Ansicht nach ist es jetzt wichtig, dass nach politischen Lösungen gesucht wird, bevor die Krise in einen militärischen Konflikt münde. „Ich kann die Mahnungen des Ökumenischen Rates der Kirchen wie auch des UN-Generalsekretärs an die Konfliktparteien zu einer größtmöglichen Zurückhaltung nur unterstützen“, so Brahms. 

Der EKD-Friedensbeauftragte fordert aber auch die Bundesregierung auf, im Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen mäßigend auf die Konfliktparteien einzuwirken, Gespräche zu führen und gemeinsam mit anderen Staaten nach friedlichen Lösungen zu suchen. „Es muss nun alles getan werden, damit es nicht zu einem Krieg mit unübersehbaren Folgen kommt“, mahnte Renke Brahms und betont: „Es ist jetzt die Stunde der Diplomatie.“

Der EKD-Friedensbeauftragte unterstützt dabei die Entscheidung der Bundesregierung für einen Teilabzug der Bundeswehrsoldaten aus dem Irak. „Wenn der Irak in diesen Konflikt stärker verwickelt wird, bestünde auch für diese Personen die Gefahr, in die Auseinandersetzungen mit hingezogen zu werden“, warnt Renke Brahms. Nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums sind derzeit im Irak rund 130 Bundeswehrsoldaten im Auslandseinsatz, vor allem in der Ausbildung der irakischen Streitkräfte. Der Theologe verwies aber auch auf den Beschluss des irakischen Parlaments, wonach ausländische Truppen das Land verlassen sollen. „Wenn die irakische Regierung dieser Entscheidung folgen sollte, wäre es richtig, wenn die Bundesregierung die Bundeswehrsoldaten, aber auch die zivilen Mitarbeiter, die im Irak tätig sind, dann auch ganz abzieht“, so der EKD-Friedensbeauftragte.
(Dieter Junker)