Erklärung der EAK zum 1. September 2019 - 80 Jahre nach Beginn des 2. Weltkriegs

EAK

(Bonn/Hannover, 18.07.2019) Vor 80 Jahren überfiel Nazi-Deutschland Polen und löste so den Zweiten Weltkrieg aus. Mehr als 60 Millionen Menschen mussten sterben. Eng verbunden mit diesem Krieg ist das größte Verbrechen der Menschheit, der Holocaust, dem Millionen Menschen jüdischen Glaubens zum Opfer fielen.

„Durch uns ist unendliches Leid über viele Völker und Länder gebracht worden.“ So bekannte es 1945 die Stuttgarter Schulderklärung der evangelischen Kirchen. Auch darum stehen wir Deutsche in einer besonderen Verantwortung, unsere Stimme zu erheben, wenn übersteigerter Nationalismus, Menschenverachtung und Rassismus wieder laut werden,wenn durch Militarismus, Rüstung und Rüstungsexporte die Kriegsgefahr wächst. Der 1. September 1939 ist bis heute Mahnung für Versöhnung, Frieden und Gerechtigkeit.

„Suche den Frieden und jage ihm nach“, so heißt es in der Jahreslosung für dieses Jahr. Es ist die Aufforderung an uns Christinnen und Christen, sich einzumischen, wenn der Frieden gefährdet ist. Dazu gehört heute die Mahnung vor einer weiteren Aufrüstung in Deutschland und der Welt. Dazu gehört die Ablehnung einer Erhöhung der Rüstungsausgaben auf 2 % des Bruttoinlandsproduktes. Dazu gehört der Protest gegen Atomwaffen. Dazu gehört die Forderung nach einem Ende der Rüstungsexporte in sog. Drittländer und dazu gehört der Einsatz für friedliche Lösungen von Konflikten.

Doch es geht nicht nur um die kriegerischen Konflikte in der Welt, es geht auch darum, sich zu Wort zu melden, wenn Menschen wegen ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihrer Religion, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Überzeugung ausgegrenzt und verfolgt werden.

80 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs ist der Frieden wieder in Gefahr. Das Heidelberger Konfliktbarometer listet derzeit weltweit 214 gewaltsam ausgetragene Konflikte auf, darunter 16 Kriege. Menschen verlassen aus Furcht vor Gewalt und Verfolgung ihre Heimat, Rüstungsexporte tragen mit dazu bei, dass Konflikte nicht friedlich gelöst werden können, sondern sich verschärfen. Deutschland als eine der größten Rüstungsexportnationen hat an dieser folgenschweren Entwicklung einen wesentlichen Anteil. Krieg ist heute die Hauptursache für aktuell 70 Millionen Menschen, die auf der Flucht sind.

Deutsche Verantwortung für den Frieden in der Welt sollte darin bestehen, sich für Versöhnung und Gerechtigkeit einzusetzen. Finanzielle Mittel für eine zivile Konfliktbearbeitung sind auszubauen sowie die Friedens-und Freiwilligendienste national und international stärker zu unterstützen. Den Klimaschutz gilt es massiv auszubauen, um eine weitere Ursache für Krieg und Flucht einzugrenzen.In Europa gilt es, einen friedenspolitischen Ansatz stark zu machen, damit Europa als eine Friedensmacht agiert und nicht als eine Militärmacht.

Der Zweite Weltkrieg endete durch den Abwurf zweier Atombomben in Japan, die Hundertausenden den Tod brachten, mit Folgen bis heute für die Opfer. 80 Jahre danach wollen die Atommächte der Welt ihre Waffenarsenale modernisieren und aufrüsten, so auch die amerikanischen Atomwaffen, die in Büchel in der Eifel lagern. Abrüstungsverträge werden gekündigt, die Gefahr eines nuklearen Konflikts steigt angesichts dieser bedrohlichen Entwicklung. Die Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg verlangen eine atomwaffenfreie Welt.

Die Opfer des Zweiten Weltkriegs sind auch 80 Jahre nach dessen Beginn eine laute und andauernde Mahnung für den Frieden. „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein“ haben die Kirchen der Welt 1948 erklärt. Dem sind Christinnen und Christen bis heute verpflichtet.
Lutz Krügener (für den Vorstand der EAK) und Wolfgang Burggraf (Geschäftsführer der EAK)

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