Kriege beenden - Frieden beginnen

Evangelische Friedensarbeit

Hundert Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs stehen die Rolle der Kirchen bei diesem Weltenbrand, aber auch die Lehren, die die Kirchen daraus gezogen haben, im Mittelpunkt eines Studientages „"Kriege beenden –- Frieden beginnen. 100 Jahre Ende Erster Weltkrieg: Erinnern für die Zukunft“" am 10. Oktober in Berlin. Veranstalter des Studientages sind die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) in Kooperation mit der Evangelischen Akademie zu Berlin.

Dass es neben der wortgewaltigen Unterstützung des Krieges durch Kirchen auch andere, wenn auch wenige mahnende Friedensstimmen gab, wird der Historiker Dr. Karlheinz Lipp mit einem Vortrag „Die Götter des Nationalismus entlarven: Berliner Friedenspfarrer vor und während des Ersten Weltkriegs“ aufzeigen. Warum ein Neuanfang und Friedensinitiativen nach Ende des Ersten Weltkriegs keinen Erfolg haben konnte, darum geht es im Vortrag von Professor Dr. Claudia Lepp von der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Thema: „Protestantismus und Kirchen in der Weimarer Republik“.

Erst mühsam begann nach dem Zweiten Weltkrieg und auch mit Unterstützung der ökumenischen Bewegung eine Umkehr bis hin zum Leitbild des gerechten Friedens, das heute die Friedensethik der christlichen Kirchen bestimmt. Max Weber von der EAK wird beim Studientag die Vielfalt christlicher Friedensarbeit sichtbar machen, bevor der Friedensdienst Eirene aus Neuwied seine vielfältige und generationenübergreifende Arbeit als Beispiel für die heutige Friedensarbeit zur Diskussion wird. Dabei geht es um Friedensarbeit in Mali, um Flüchtlingsarbeit in Neuwied und in Altenkirchen im Westerwald sowie um Friedenspädagogik und Gewaltprävention in Bolivien.

Eirene erhält am Vorabend des Studientages den Friedrich Siegmund-Schultze-Friedenspreis für gewaltfreies Handeln der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden, der in diesem Jahr aus Anlass des Endes des Ersten Weltkriegs gemeinsam mit der Evangelischen Kirche in Deutschland als evangelischer Friedenspreis 2018 verliehen wird.

Zum Abschluss des Studientages geht es dann um die Erwartungen an die „Rede vom Frieden in meiner Kirche heute“ mit Impulsen und Beiträgen des EKD-Friedensbeauftragten Renke Brahms, der Bundestagsabgeordneten Christine Buchholz, die religionspolitische Sprecherin der Linken-Fraktion ist, und der Pfarrerin Sabine Müller-Langsdorf vom Zentrum Oekumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Der Studientag „"Kriege beginnen -– Frieden beenden"“ am 10. Oktober findet statt im Hotel Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Berlin in der Zeit von 10 Uhr bis 17 Uhr. In diesem Hotel wird auch am 9. Oktober ab 18 Uhr der Evangelische Friedenspreis 2018 an den Internationalen Christlichen Friedensdienst Eirene verliehen.
(Dieter Junker)

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Studientag "Kriege beenden - Frieden beginnen"

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