„Mennoniten in der DDR"

Ort: 

  • Mennonitenkirche
  • Hamburg-Altona

Datum: 

14.04.2018

Die Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen der Uni Hamburg lädt ein zu einer weiteren öffentlichen Veranstaltung, die Einblick gewährt in laufende Forschungsarbeiten:
am Samstag, den 14. April 2018, 16:30 - 18:00 Uhr, in der Mennonitenkirche Hamburg Altona (anschließend Zeit für Gespräche bei Imbiss und Wein).

Kirchliches Sein und die entsprechende Theologie vollziehen sich immer in geschichtlichen Kontexten und werden von diesen geprägt. Das gilt auch für die Geschichte der Mennoniten in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und in der DDR. Bei der noch ausstehenden, aber dringend erforderlichen Erforschung der Geschichte der Mennonitengemeinde in der SBZ/DDR sollten noch erhaltene Selbstzeugnisse und Interviews mit Zeitzeugen mit den Quellen staatlicher Provenienz verzahnt werden. 

Wie hat sich die kleine Gemeinschaft der Mennoniten, deren Größe in der DDR Anfang der fünfziger Jahre auf etwa 1.000 Mennonitinnen und Mennoniten geschätzt und zum Ende der DDR offiziell noch mit 244 Personen angegeben wurde, zum DDR-Sozialismus verhalten? Eine grundlegende Frage ist z.B. wie sich der für die Mennoniten zentrale Begriff des Friedens zu dem von der SED propagierten Begriff des Friedens verhielt? Hat sich unter den Umständen des real existierenden Sozialismus und seiner Kirchenpolitik eine eigene mennonitische Theologie, ähnlich wie die des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR unter dem Sichtwort „Kirche im Sozialismus“, heraus gebildet und die mennonitische Gemeinde in der DDR geprägt? 

Diese Fragen untersucht der ehemalige Pastor der mennonitischen Gemeinde in Hamburg, Bernhard Thiessen, in einem gerade begonnenen Forschungsprojekt. Seine Quellen sind die Archivalien der Mennonitengemeinde in der DDR und Zeitzeugeninterviews.

Um ein Gesamtbild zeichnen zu können, werden von Frau Dr. Marie Anne Subklew die Akten, die von Staat, Partei und Staatssicherheit über die Mennoniten angelegt wurden, eingesehen.
Pastor Bernhard Thiessen und Dr. Marie Anne Subklew stellen erste Ergebnisse ihrer Forschungen vor.