Aktuelles

Zum Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung werden am 13. Mai, in 15 Städten in Deutschland sowie in Jerusalem Mahnwachen und Aktionen stattfinden. Connection e.V. und AWC Deutschland e.V. fordern damit gemeinsam mit vielen anderen Gruppen und Organisationen gegenüber der israelischen Regierung die Anerkennung der Kriegsdienstverweigerung, die sofortige Freilassung von Tair Kaminer und Omri Baranes aus Israel, sowie die Einstellung aller Strafverfahren gegen KriegsdienstverweigerInnen.

Seit 1986 wird am 15. Mai alljährlich der Tag der Kriegsdienstverweigerung begangen. Er soll an all diejenigen Männer und Frauen erinnern, die aufgrund ihrer Entscheidung, sich dem Militär- und Kriegsdienst zu verweigern, verfolgt und inhaftiert werden.

Die Kriegsdienstverweigerung wird nur in etwa 50 von insgesamt 200 Ländern anerkannt. In allen anderen Staaten müssen Kriegsdienstverweigerer und -verweigerinnen mit strafrechtlicher Verfolgung rechnen. Demgegenüber betont der Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen, dass die Kriegsdienstverweigerung, auch von Soldaten oder Berufssoldaten, ein Menschenrecht darstellt.

Mehr dazu finden sie unter: www.connection-ev.org

Quelle:
Weltweites Bündnis von Friedensorganisationen fordert Umwidmung der Militärausgaben

Anlässlich des globalen Aktionstages gegen Militärausgaben fordert das Forum Ziviler Friedensdienst gemeinsam mit 27 Friedensorganisationen mehr Geld für Friedensförderung und die Beseitigung der wahren Ursachen von Konflikten. Nur mit einer Umverteilung der horrenden Militärausgaben zugunsten von Friedensförderung, Armutsbekämpfung, Klimawandel und der Umsetzung der globalen Agenda für nachhaltige Entwicklung wird eine andere Welt möglich, die Frieden und Sicherheit für alle Menschen bietet. 

Den vollständigen Text zum Nachlesen finden sie unter: www.forumzfd.de

Gemeinsame Studientagung von AGDF und FEST beschäftigte sich in Heidelberg mit „Pazifismus auf neuen Wegen“

1901 wurde von dem französischen Notar und Präsidenten der „Internationalen Liga des Friedens und der Freiheit“ Émile Arnaud erstmals in einer belgischen Zeitung der Begriff „Pazifismus“ verwendet. 115 Jahre später fragten sich in Heidelberg gut dreißig Vertreterinnen und Vertreter aus der Friedenspraxis, der Friedensbewegung und der Friedensforschung, wie aktuell heute eine Haltung ist, die den Krieg prinzipiell ablehnt, sich für gewaltfreie Wege der Krisenprävention und der Konfliktbearbeitung einsetzt und die Bedingungen für eine friedlichere und gerechtere Welt anstrebt. „Pazifismus auf neuen Wegen?“, so das Thema der „Heidelberger Gespräche 2016“, einer gemeinsamen Studientagung der evangelischen Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) und der Forschungsstätte der evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg.

„Pazifismus bewährt sich in der konkreten Friedensarbeit“, so formulierte Jan Gildemeister, der AGDF-Geschäftsführer, ein Ergebnis dieser Tagung. So hätten die Berichte von sechs Friedensorganisationen deutlich gemacht, wie deren Arbeit in den vergangenen Jahrzehnten stets den pazifistischen Idealen treu geblieben sei, gleichzeitig immer wieder auch ein neuer Rückbezug auf die Gründungsziele erfolgte. „Und unsere Mitglieder reagierten stets auch auf gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen und neue Herausforderungen, und sie reflektierten kontinuierlich ihre eigene Praxis“, so Gildemeister. Dabei hätten die Stimmen und Anregungen der internationalen Partner eine besondere, in neuster Zeit eher wachsende Bedeutung gehabt, fügte der AGDF-Geschäftsführer hinzu.

Quelle:

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) fordert das Ende jeglicher deutscher Kleinwaffenexporte. Das hat die BDKJ-Hauptversammlung, die vom 21.-24.April 2016 getagt hat, beschlossen.

„Kinder und Jugendliche verbindet weltweit, dass sie in Frieden aufwachsen möchten. Dieser Frieden muss erarbeitet werden. Dazu sind sehr konkrete Schritte erforderlich“, erklärt der BDKJ-Bundespräses Dirk Bingener.

Die vollständige Pressemitteilungen finden sie auf der Homepage des BDKJ unter: www.bdkj.de

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Beratungen von Kriegsdienstverweigerern bei der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) in Bonn deutlich gestiegen. Dies ergibt sich aus der Bilanz der EAK für 2015, die jetzt vorgelegt wurde.

Danach gab es im vergangenen Jahr in der EAK-Geschäftsstelle in Bonn 37 Beratungsanfragen zur KDV, dies entspricht einem Zuwachs von nahezu 20 Prozent gegenüber 2014. „Das ist schon eine deutliche Steigerung“, so Jasmin Schwarz, die KDV-Referentin bei der EAK. In der Zeit vom 1. Juli 2014 bis zum 30. April 2015 hatten nach Angaben der Bundesregierung 132 Berufs- und Zeitsoldaten einen KDV-Antrag gestellt, 2013 wurden 262 Anträge gezählt. „Das macht deutlich, dass viele der Betroffenen offenbar bei der EAK Beratung und Hilfe suchten“, sagt Jasmin Schwarz.

Aus Anlass des 70-jährigen Bestehens des Internationalen Gerichtshofs hat der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, die Bedeutung des Rechts als Grundlage eines gerechten Friedens betont. „Für eine friedliche Welt brauchen wir Institutionen, Regeln und Verfahren eines international vereinbarten Rechtszustands“, ist der Theologe überzeugt. Völkerrecht könne keine Friedensethik ersetzen, aber die Friedensethik müsse auf das Völkerrecht bezogen bleiben, unterstreicht Brahms. „Frieden ohne Rechtsordnung ist nicht vorstellbar“, so der EKD-Friedensbeauftragte, der auch der Leitende Geistliche der Bremischen Evangelischen Kirche ist.

Der „Michael-Sattler-Friedenspreis“ 2016 geht an die Ekklesiyar Yan'uwa a Nigeria (EYN – „Kirche der Geschwister in Nigeria“) und ihre 2010 mit muslimischen Partnern gegründete „Christian and Muslim Peace Initiative” (CAMPI). Die Preisverleihung ist am 20. Mai in Rottenburg am Neckar vorgesehen. Erwartet werden dazu Ephrahim Kadala (55), Pastor und Friedenskoordinator der EYN, und Hussaini Shuaibu (51), Fachhochschullehrer, Mediator und muslimischer Mitarbeiter von CAMPI.

Der Michael-Sattler-Friedenspreis wird seit 2006 von dem in Bammental bei Heidelberg ansässigen Deutschen Mennonitischen Friedenskomitee (DMFK) verliehen. Damit zeichnet das vor 60 Jahren von der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in der Bundesrepublik gegründete DMFK zum fünften Mal Projekte oder Personen aus, die sich praktisch, theoretisch oder theologisch für Frieden und Versöhnung eingesetzt haben. 

Weitere Informationen erhalten sie unter: www.apd.info

Tair Kaminer zum vierten Mal verurteilt

Am 27. März 2016 wurde die israelische Kriegsdienstverweigerin Tair Kaminer zum vierten Mal zu einer Haftstrafe verurteilt, dieses Mal zu 20 Tagen Gefängnis. Ihre erste Haftstrafe trat sie am 10. Januar 2016 an. Seitdem ist sie bereits 75 Tage im Militärgefängnis inhaftiert gewesen.

Am 29. März 2016 wurde zudem die 19-jährige Kriegsdienstverweigerin Aiden Katri zu einer ersten Haftstrafe von sieben Tagen Haft verurteilt. Zur Musterung hatte sie sich zunächst als Mann beim Militär gemeldet. Inzwischen sieht sie sich selbst als Frau. Sie ist die erste inhaftierte Transgender, die in Israel den Kriegsdienst verweigert hat.

Mehr Informationen erhalten sie unter: www.connection-ev.org.

Wie sie die israelischen Kriegsdienstverweigerinnen unterstützen können, erfahren sie hier

Quelle:

Äußerst kritisch hat sich die evangelische Friedensarbeit zum Einsatz von bewaffneten Drohnen geäußert. Anlass ist eine Gerichtsverhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, in der es um die Klage eines Pfälzers geht, der das Bundesministerium der Verteidigung zur Überwachung bewaffneter Drohneneinsätze, die über die US-Air Base Ramstein gesteuert werden, verpflichten möchte.

Die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) und die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) haben die Bundesregierung nachdrücklich aufgefordert, sich innerhalb der NATO für ein Ende der nuklearen Teilhabe und einen Abzug der US-amerikanischen Atomwaffen aus Europa einzusetzen. 

„Vor genau sechs Jahren, am 26. März 2010, hat der Deutsche Bundestag mit einer großen Mehrheit der Bundesregierung aufgefordert, sich für eine atomare Abrüstung einzusetzen. Doch geschehen ist seither nichts“, kritisiert AGDF-Geschäftsführer Jan Gildemeister. Und der EAK-Geschäftsführer Wolfgang Burggraf fügt hinzu: „Stattdessen hat die Bundesregierung in der NATO einer Modernisierung der US-Atomwaffen in Europa zugestimmt und im Dezember in der Generalversammlung der Vereinten Nationen sogar gegen Resolutionen votiert, die eine ethische Verpflichtung zur Abschaffung und eine Ächtung von Atomwaffen beinhalten.“ Es handelt sich um die Resolutionen A/RES/70/48 und 50.

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