EAK Rundbrief Dezember 2018

Liebe Leserin, lieber Leser!

Vor 100 Jahren im November  wurde das Frauenwahlrecht eingeführt. Am 19. Januar 1919 wurde es erstmals praktiziert. Darum denke ich in diesem Rundbrief „zwischen den Jahren“ über die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der evangelischen Friedensarbeit nach.

75% der freiwilligen Friedensdienste in Deutschland werden von Frauen geleistet. Bei Mahnwachen und Friedensaktionen sichern Frauen die Kontinuität in der Arbeit. Die Besetzung der leitenden Gremien in der Evangelischen Friedensarbeit bildet das nicht ab. Das 5. der Ziele für Nachhaltige Entwicklung heißt: "Gleiche Rechte, gleiche Pflichten, gleiche Chancen und gleiche Macht für Frauen und Männer". Das hieße übersetzt: mehr Männer in den praktischen Friedensdienst. Mehr Frauen in die Vorstände und Geschäftsführungen derselben.

Weltweit sind Frauen Akteurinnen auf der Suche nach Lösungen und in Friedensbemühungen. Frauen und Männer bringen geschlechtsspezifische Erfahrungen, Kenntnisse und Ressourcen mit. Bei politischen Friedensverhandlungen aber wird die Genderperspektive marginalisiert.  Die UN-Resolution 1325 fordert, Frauen gleichberechtigt in Friedensverhandlungen einzubeziehen. Also: Geschlechterparität und eine Genderbrille an Konferenz- und Verhandlungstischen! Das angewendet auf die Konferenz für Friedensarbeit gäbe auch ein neues Bild.

Die mehr als 100-jährige Geschichte des Weltgebetstags der Frauen ist mit dem Motto „Informiert beten – betend handeln“ angetreten. Spiritualität und politisches Engagement gehören zusammen. Als Teil der Evangelischen Friedensarbeit wird die Weltgebetstags-Bewegung jedoch selten gesehen. Dabei belegt sie, was Frieden braucht: vernetztes Handeln in ökumenischer Weite.

Wer definiert eigentlich, was Friedensarbeit ist? Wer bestimmt die Diskurse und hat die Hoheit zum Thema in Akademien und Synoden?

Ich bin Friedensbeauftragte einer Landeskirche. Meine Stelle verdankt sich wesentlich dem Engagement von Frauen. Sie haben in den 80ger Jahren in der Evangelischen Kirchen in Hessen-Nassau (EKHN) dafür gestritten, dass kirchliche Friedensarbeit neben den Militärseelsorge-Stellen (Männer) und den Beratungsstellen zur Kriegsdienstverweigerung  (Männer) unbedingt eine weitere Stelle braucht: eine „Friedenspfarrstelle“. Ihre Aufgabe: die pazifistische Tradition der Bibel in den friedensethischen Diskurs in Gemeinden und Kirchenleitung einzubringen. Die EKHN hat die Friedenspfarrstelle durchweg über 30 Jahren mit Frauen besetzt. Ob das ein Zufall ist, weiß ich nicht. Ich glaube auch nicht, dass Frauen Frieden „besser können“ als Männer. Aber ich weiß, dass es das Können und Wissen, die Fantasie und Kreativität von Frauen und Männern braucht, damit Frieden wachsen kann und nachhaltig gelingt. Und ich glaube, in Sachen Gleichberechtigung ist in der Friedensarbeit noch viel Luft nach oben.

Pfrin. Sabine Müller-Langsdorf,
Beauftragte für Friedensarbeit im Zentrum Oekumene der Evangelischen Kirche in Hessen-Nassau und von Kurhessen-Waldeck

 

Inhaltsverzeichnis

  • 7.11.2018 / Europäischer Rüstungsboykott gegen Saudi-Arabien Interview mit Pastor Lütz Krügener
  • Evangelische Friedensarbeit für europäischen Rüstungsboykott gegen Saudi-Arabien
  • 26.11.2018 / Auf dem Weg zu einer Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens
  • 19.11.2018 / Renke Brahms berichtet über Vorbereitungen zur Dresdner EKD-Friedenssynode
  • 19.11.2018 / Renke Brahms: „Antwort auf Krieg 3.0 muss Frieden 3.0 sein“
  • Verleihung des Menno-Simons-Predigtpreises 2018
  • Internationaler Freiwilligendienst begrüßt Etaterhöhung, kritisiert aber gleichzeitig die Bundesfamilienministerin
  • Vor 50 Jahren wurde im Frankfurter Dominikanerkloster die AGDF gegründet
  • Motto 2019: friedensklima
  • Landeskirche Hannovers fördert Friedensorte
  • 11.11.2018 / Gottesdiensthilfe zur Eröffnung der Ökumenischen Friedensdekade 2018
  • Lippische Landeskirche befasst sich neu mit dem Thema Frieden
  • ÖKGF-Studientag "Entspannungspolitik"
  • 19.11.2018 / „… und werden nicht mehr lernen, Krieg zu führen“
  • 26.11.2018 / Tagung zu 50 Jahre AGDF: "Christliche Friedensarbeit hat Geschichte"
  • Tagung zu 50 Jahre AGDF: "Christliche Friedensarbeit hat Geschichte"
  • Würde - Wir müssen handeln: Menschenwürde als Haltung
  • Akademischen Fest mit dem Thema „Versöhnung - Axiom jeder Friedenstheologie- im interdisziplinären Gespräch“

 

 

EAK relevante Meldungen/Aus der Arbeit der EAK

7.11.2018 / Europäischer Rüstungsboykott gegen Saudi-Arabien Interview mit Pastor Lütz Krügener

Pastor Lutz Krügener, Sprecher der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden, über die Forderung nach einem europäischen Rüstungsboykott gegen Saudi-Arabien und die humanitäre Katastrophe im Jemen, für die Saudi-Arabien viel Verantwortung trägt.

Interview (1.11.2018) mit Pastor Lutz Krügener, Sprecher der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden und Fabian Ekstedt von freie-radios.net (Audioportal Freier Radios).
 

Wissenswertes
 

Evangelische Friedensarbeit für europäischen Rüstungsboykott gegen Saudi-Arabien

Die evangelische Friedensarbeit hat sich angesichts des Krieges im Jemen, aber auch aufgrund der Menschenrechtsverletzungen nachdrücklich für ein europaweites Verbot von Rüstungsexporten nach Saudi-Arabien ausgesprochen. „Hier muss Europa mit einer Stimme sprechen und deutlich machen, dass es für gemeinsame Werte steht“, so Renke Brahms, der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).
 

26.11.2018 / Auf dem Weg zu einer Kirche der Gerechtigkeit und des Friedens

Die Tagung vom 23.-24.11.2018 in Bad Boll trug den Titel „Auf dem Weg des Gerechten Friedens. Kirche und Gesellschaft 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges". Sie beschäftigte sich mit der aktuellen Friedenspolitik und diskutierte Perspektiven für friedenschaffende Maßnahmen. Im Rahmen dieser Tagung stellte Max Weber, Referent der EAK, den Prozess zur EKD-Synode 2019 in Dresden vor, die sich dem Thema „Frieden" widmet.
 

19.11.2018 / Renke Brahms berichtet über Vorbereitungen zur Dresdner EKD-Friedenssynode

Die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland 2019 in Dresden wird die „Friedensarbeit in der evangelischen Kirche“ als Schwerpunktthema haben. Schon jetzt laufen dazu die Vorbereitungen, auf der EKD-Synode in Würzburg berichtete nun der EKD-Friedensbeauftragte Renke Brahms über den aktuellen Stand.
 

19.11.2018 / Renke Brahms: „Antwort auf Krieg 3.0 muss Frieden 3.0 sein“

Der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Renke Brahms, hat aus Anlass der Ökumenischen FriedensDekade vor den Gefahren einer zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung kriegerischer Waffen gewarnt. „Es ist höchste Zeit, dass es möglichst bald zu einer internationalen Ächtung automatischer Waffensysteme kommt“, betont Renke Brahms, der auch der Leitende Geistliche der Bremischen Evangelischen Kirche ist.
 

Verleihung des Menno-Simons-Predigtpreises 2018

Am Sonntag, 09. Dezember 2018, verlieh die Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen den MennoSimonsPredigtpreis an Rainer W. Burkart, mennonitischer Theologe und Pastor in Enkenbach und Neudorferhof (Rheinland-Pfalz).

 

Internationaler Freiwilligendienst begrüßt Etaterhöhung, kritisiert aber gleichzeitig die Bundesfamilienministerin

Der Gesprächskreis Internationale Freiwilligendienste (GIF) hat die Entscheidung des Deutschen Bundestags nachdrücklich begrüßt, im kommenden Jahr für den Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) mehr Mittel zu bewilligen, als die Bundesregierung in ihrem Haushaltsentwurf für 2019 vorgesehen hat. „Angesichts eines erstarkenden Nationalismus und Populismus sowie einer Gefährdung der Demokratie übernehmen internationale Freiwillige eine wichtige Rolle.
 

Vor 50 Jahren wurde im Frankfurter Dominikanerkloster die AGDF gegründet

Vor 50 Jahren, am 9. Dezember 1968, war es soweit: Im Dominikanerkloster in Frankfurt/Main wurde die „Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden“ (AGDF) von Personen gegründet, die mehrere Friedensdienste vertraten.
 

Motto 2019: friedensklima

Bonn/Kassel, 29. November 2018. Das Gesprächsforum der Ökumenischen FriedensDekade hat auf seiner Novembertagung Anfang dieser Woche in Kassel das Jahresmotto für das Jahr 2019 festgelegt. „friedensklima“ lautet das neue Motto, unter dem vom 10. - 20. November des kommenden Jahres die 39. FriedensDekade bundesweit in Kirchengemeinden und Friedensinitiativen begangen wird.
 

Landeskirche Hannovers fördert Friedensorte

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers fördert erstmals sechs Friedensorte in der Landeskirche. Aus dem Fonds Friedenswege erhalten sie eine Fördersumme von insgesamt 580.000 Euro. Die Friedensorte machen Bildungsangebote für unterschiedliche Altersgruppen und übernehmen für Kirchenkreise und Sprengel stellvertretende Aufgaben im Rahmen der Friedensarbeit. Durch die Verbindung der Orte soll eine vernetzte und strukturierte Friedensarbeit in der Landeskirche entstehen.

Gefördert werden die folgenden sechs Friedensorte:
 

11.11.2018 / Gottesdiensthilfe zur Eröffnung der Ökumenischen Friedensdekade 2018

Sabine Müller-Langsdorf, Mitglied des EAK Vorstands, hat zur Eröffnung der Ökumenischen Friedensdekade 2018 einen Gottesdienstentwurf verfasst.
 

 

Veranstaltungen
 

Lippische Landeskirche befasst sich neu mit dem Thema Frieden

Die Diskussion über Auslandseinsätze der Bundeswehr nimmt die Lippische Landeskirche mit zwei Veranstaltungen neu auf. Am Dienstag, 13. November, referiert Ulrich Frey von der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden über das Thema „Militärische Gewalt überwinden – Auslandseinsätze und der christliche Glaube“. Beginn ist um 20 Uhr im Gemeindehaus der ev.-ref. Kirchengemeinde St. Johann, Lemgo (Hinter dem Kloster 1).
 

ÖKGF-Studientag "Entspannungspolitik"

Die Ökumenische Konsultation Gerechtigkeit und Frieden (ÖKGF) trifft sich zu ihrem nächsten Studientag am 14. September 2019. Das Thema ist dann "Entspannungspolitik". Der Ort wird noch bekanntgegeben, Interessenten erhalten rechtzeitig die Einladung.

 

19.11.2018 / „… und werden nicht mehr lernen, Krieg zu führen“

Die Möglichkeiten und Herausforderungen gewaltfreier Konfliktbearbeitung stehen im Mittelpunkt des nächsten Heidelberger Gesprächs am 8. und 9. März 2019 in Frankfurt/Main. Die Veranstaltung, zu der die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) und die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) einladen, dient dem Austausch zwischen Friedensforschung und Friedenspraxis und versteht sich dabei im nächsten Jahr als Beitrag im Rahmen des Vorbereitungsprozesses hin zur EKD-Friedenssynode 2019 in Dresden.
 

26.11.2018 / Tagung zu 50 Jahre AGDF: "Christliche Friedensarbeit hat Geschichte"

Die AGDF - Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden – feiert 2018 und 2019 das 50jährige Jubiläum des Dachverbandes mit heute 31 Friedensorganisationen. Auf der Zeitgeschichtlichen Tagung „Christliche Friedensarbeit hat Geschichte“ Ende März 2019 blicken wir zurück auf ausgewählte Aspekte von 50 Jahren Friedensengagement.
 

Tagung zu 50 Jahre AGDF: "Christliche Friedensarbeit hat Geschichte"

Die AGDF - Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden – feiert 2018 und 2019 das 50jährige Jubiläum des Dachverbandes mit heute 31 Friedensorganisationen. Auf der Zeitgeschichtlichen Tagung „Christliche Friedensarbeit hat Geschichte“ Ende März 2019 blicken wir zurück auf ausgewählte Aspekte von 50 Jahren Friedensengagement.
 

Würde - Wir müssen handeln: Menschenwürde als Haltung

„Nicht nur friedenspädagogisch Interessierte erleben eine Welt in Widersprüchen. Immer wieder wird die Einhaltung von grundlegenden Rechten für ein würdevolles Leben eingefordert – und ebenso oft sehen wir die Würde von Menschen verletzt, bedroht und aggressiv in Frage gestellt, auch hierzulande. Manche glauben an einen inneren Kompass, der uns zuverlässig Orientierung bietet im Füreinander und nur genug Entfaltung bräuchte. Andere suchen und entwerfen regelrechte Schulungen und Trainings, in „Critical Whitness“, „Gewaltprävention“, „Mediation“...
 

Akademischen Fest mit dem Thema „Versöhnung - Axiom jeder Friedenstheologie- im interdisziplinären Gespräch“

Einladung zur Einrichtung der Stiftungsprofessur "Theologie der Friedenskirchen" im Fachbereich Evangelische Theologie und Einführung der Wissenschaftlichen Geschäftsführung der Arbeitsstelle Theologie der Friedenskrichen.

Ort:
Lichthof der Staats- und Universitätsbibliothek, Hamburg
Von-Melle-Park 5
20146 Hamburg

Beginn: 15:30 Uhr

Sonstiges

 

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Fax: +49 (0)231 533827-20
mitte-west(at)datenschutz.ekd.de

Mit herzlichen Grüßen,
Max Weber

Referent der EAK

 

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