EAK Rundbrief Januar 2019

Suche Frieden und jage ihm nach.

Die Jahreslosung 2019 aus Psalm 34, Vers 15; jede und jeder ist mit dem Satz angesprochen; und wenn jede und jeder angesprochen ist können wir miteinander reden: was ist Frieden für Dich und wie bist Du dahin unterwegs?

Ich lese die beiden Verben im Satz und freue mich, dass es um Bewegung geht, innere Bewegung und Bewegung im Außen.
Wenn ich etwas suche, dann sehne ich mich nach dem, was ich suche. Ich möchte finden. Ich möchte Frieden finden, Frieden für mich, Frieden für das Zusammenleben der Menschen, Frieden für das Zusammenleben aller Geschöpfe.
- Dem Frieden nachjagen, genauer übersetzt „dem Frieden eilig hinterherlaufen“ macht die Dringlichkeit deutlich: ich will unbedingt hin zum Frieden und werde alles dafür einsetzten.
Eilig hinterherlaufen heißt auch, dass es anstrengend wird. Es braucht Kraft und Klugheit, dem Frieden auf der Spur zu bleiben. Ich muss ihn beim Hinterherlaufen im Blick behalten und ich muss sicher sein, dass ich nicht irgendetwas oder irgendjemandem hinterher laufe. Ich brauche ein Bild davon, was Frieden ist.

Suche Frieden und jage ihm nach.

Der Friedenspädagoge Werner Wintersteiner schreibt, dass es in der Vermittlung von Friedensfertigkeiten um drei Aspekte geht:
- Frieden mit sich selbst, er nennt das: eine gefestigte Persönlichkeit
- Frieden mit den Anderen, also Fertigkeiten und Fähigkeiten im Umgang mit Mitmenschen und dem Umgang von Menschengruppen miteinander, gerade wenn es um Konflikte geht
- den großen Frieden, dabei geht es um ein Wissen von den strukturellen Ursachen von Friedlosigkeit, sowie die Einsicht in die Voraussetzungen von Frieden und die Fähigkeit zum Friedenshandeln.
Diese drei Arten von Frieden haben ethische, spirituelle und politische Dimensionen. Zugleich sind es nicht nur Haltungen, Einsichten und Wissen, sondern auch Fähigkeiten und Kompetenzen.
(nach: Werner Wintersteiner, „Friedenspädagogik für das 21. Jahrhundert“, S. 256 in Renate Grasse, Bettina Gruber, Günther Gugel (Hg.) „Friedenspädagogik – Grundlagen, Praxisansätze, Perspektiven“, Reinbek, 2008)

Suche Frieden und jage ihm nach.

Im Februar wird ein „Aufruf an das Europäische Parlament“ veröffentlicht: „Rettet das Friedensprojekt Europa!“. Der Aufruf erinnert daran, dass es das „Ziel der Union ist …, den Frieden, ihre Werte und das Wohlergehen ihrer Völker zu fördern.“ (Art. 3, Vertrag von Lissabon).

Weiter heißt es „… ab 2021 sind Milliardeninvestitionen für die europäische Rüstungsindustrie, gemeinsame Militäreinsätze und noch mehr Grenzsicherung geplant. Die Förderung von Frieden und Menschenrechten droht der Abwehr von Migration und Flucht zum Opfer zu fallen.  …
Wir fordern für den nächsten EU-Finanzrahmen (2021–2027) 7 Milliarden Euro für gewaltfreie Konfliktbearbeitung und Friedensförderung und 3 Milliarden Euro für die Förderung von Menschenrechten und Demokratie.“
Der Aufruf wird Anfang Februar 2019 auf der Internetseite http://static.evangelisch.de/get/?daid=AnTj9RLQeyqnrHFDtz_zPZE400218024 veröffentlicht.

Suche Frieden und jage ihm nach.

Im EAK-Newsletter vom Dezember 2019 erinnert Sabine Müller-Langsdorf  „Vor 100 Jahren im November  wurde das Frauenwahlrecht (in Deutschland) eingeführt. Am 19. Januar 1919 wurde es erstmals praktiziert.“ Ein Schritt auf dem Weg, der eine Struktur festlegt und sicherstellt: Frauen und Männer, die in einem Gemeinwesen in Deutschland leben, sind wahlberechtigt.
Ein weiterer struktureller Schritt war vor 70 Jahren Artikel 3 Absatz 2 im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland „Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“ An dieser Struktur arbeiten wir nach wie vor.

Aktuell beschäftigt sich das Referat Friedensbildung der Nordkirche mit dem Thema Rassismus-Awareness. Ich habe im Dezember gelernt, dass ich Persons of Color (PoCs), ganz anders und viel mehr als ich bisher gedacht habe, zuhören muss damit ich eine Ahnung bekomme, was Leben unter weißen für sie bedeutet. Ich lerne, was sie verletzt, was sie anstrengt, wie PoCs Geschichte lesen und was ihnen gefällt. Ich bekomme ein Gespür für die Privilegien, die ich unverdient genieße, weil ich an einem bestimmten Ort geboren bin und meine Haut hell ist. In mir steigt Scham hoch, ich spüre ihre Hitze. Ich will weiter hinschauen und handeln.
Was sind die nächsten Schritte, für mich, für Friedensbildungsarbeit, für Veränderung in Strukturen?

Suche Frieden und jage ihm nach.

Ein gesegnetes Jahr wünsche ich Ihnen mit der Jahreslosung. Es wird Erkenntnisse bringen, es wird anstrengend sein, es wird Freude bereithalten und hoffentlich können wir unsere Kraft spüren und die Kraft die uns zuwächst. Mit Gottes Hilfe.

Julika Koch
Referat Friedensbildung der Nordkirche

 

Inhaltsverzeichnis

  • Rettet das Friedensprojekt Europa! Für Frieden. Für Menschenrechte. Für Europa.
  • Ökumenisches Institut für Friedenstheologie gegründet
  • Evangelische Friedensarbeit dankt Eva Hadem für langjährige Mitarbeit
  • Die Bilanz der Rüstungsexportpolitik der Bundesregierung ist ernüchternd
  • EKD-Friedensbeauftragter besorgt über drohende Entwicklungen der EU hin zur Militärmacht
  • „Der Friede auf Erden ist keine Utopie, wenn Jesus Christus das Sagen hat“
  • Renke Brahms zur Jahreslosung 2019: „Der Frieden beginnt im Kleinen, in mir, bei uns!“
  • "2019 - Ein Jahr des Friedens"
  • Studientag in Arnoldshain fragt nach gewaltfreien Initiativen für den Frieden
  • ÖKGF-Studientag "Entspannungspolitik"
  • Tagung zu 50 Jahre AGDF: "Christliche Friedensarbeit hat Geschichte"
  • Norddeutsches Netzwerk Friedenspädagogik tagt in Ratzeburg
  • Würde - Wir müssen handeln: Menschenwürde als Haltung
  • Veranstaltung zu 100 Jahre Desertion und Militärstreik im I. Weltkrieg

 

Wissenswertes
 

Rettet das Friedensprojekt Europa! Für Frieden. Für Menschenrechte. Für Europa.

„Ziel der Union ist es, den Frieden, ihre Werte und das Wohlergehen ihrer Völker zu fördern.“ (Art. 3, Vertrag von Lissabon)

Die Europäische Einigung brachte nachdem Zweiten Weltkrieg Versöhnung zwischen Feinden. Damit wurde die Europäische Union weltweit zum Friedensprojekt mit Vorbildcharakter.
 

Ökumenisches Institut für Friedenstheologie gegründet

Am Samstag, 12. Januar 2019 gründeten 19 evangelische und katholische Theologinnen und Theologen das „Ökumenische Institut für Friedenstheologie“ (ÖFT).

„Dieses Institut ist im Raum der Volkskirchen die erste Forschungseinrichtung, die sich auf friedenstheologische Fragen spezialisiert“, sagte Prof. Thomas Nauerth aus Bielefeld, einer der Gründer.
 

Evangelische Friedensarbeit dankt Eva Hadem für langjährige Mitarbeit

(11.01.2019) Die evangelische Friedensarbeit hat die langjährige Arbeit der Friedensbeauftragten der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) und Leiterin des Lothar-Kreyssig-Ökumenezentrums in Magdeburg, Eva Hadem, gewürdigt und ihr für ihr Friedens-Engagement gedankt. Pfarrerin Eva Hadem wird im Februar neue Superintendentin des evangelischen Kirchenkreises Harlingerland in Ostfriesland und damit ihre Tätigkeit in Magdeburg beenden. 
 

Die Bilanz der Rüstungsexportpolitik der Bundesregierung ist ernüchternd

Die GKKE hat heute eine erste Bilanz der Rüstungsexportpolitik der neuen Bundesregierung vorgelegt. „Die Bilanz, die wir nach einem dreiviertel Jahr ziehen, ist ernüchternd. Entgegen aller Ankündigungen ist nicht zu erkennen, dass die Bundesregierung dem Ernst der rüstungsexportpolitischen Fragen gerecht wird. Die noch für 2018 angekündigte Verschärfung der Rüstungsexportrichtlinien ist nicht in Sicht.“ Diese kritische Einschätzung gab Prälat Dr. Karl Jüsten, der katholische Vorsitzende der GKKE.
 

EKD-Friedensbeauftragter besorgt über drohende Entwicklungen der EU hin zur Militärmacht

Besorgt hat sich der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Pastor Renke Brahms (Bremen), über die aktuellen sicherheitspolitischen Entwicklungen der Europäischen Union gezeigt. Anlass sind die Beratungen zum Europäischen Verteidigungsfonds im Rahmen des Mehrjährigen Finanzrahmens der EU im Europäischen Parlament in dieser Woche.
 

„Der Friede auf Erden ist keine Utopie, wenn Jesus Christus das Sagen hat“

(24.12.2018) Auf die Protestkraft der christlichen Weihnachtsbotschaft hat der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski hingewiesen. Weihnachten, die Geburt von Gottes Sohn, eröffne der Menschheit neue Möglichkeiten, sowohl persönlich als auch weltweit, sagte Rekowski in seiner Predigt an Heiligabend in der Johanneskirche in Düsseldorf.
 

Renke Brahms zur Jahreslosung 2019: „Der Frieden beginnt im Kleinen, in mir, bei uns!“

Jeder kann nach Ansicht des Friedensbeauftragten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Renke Brahms, einen Beitrag zum Frieden leisten. „Der Frieden beginnt bei uns, in unserem Umgang miteinander, bei jedem Eintreten gegen alle Formen der Gewalt in unserem Umfeld, in der Familie, in der Stadt, in unserem Land, im Kleinen, bei mir, bei uns“, so Brahms. Und er fügt hinzu: „Und so kann er weite Kreise ziehen in diese oft so unfriedliche Welt.“
 

"2019 - Ein Jahr des Friedens"

(31.12.2018) Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, ruft in seiner Botschaft zum Jahreswechsel dazu auf, 2019 zu einem "Jahr des Friedens" zu machen. Er bezieht sich dabei auf die biblische Jahreslosung aus Psalm 34, Vers 15 "Suche Frieden und jage ihm nach". Dies sei für ihn eine vielversprechende Aussicht auf das neue Jahr, so der Ratsvorsitzende: "2019 - ein Jahr des Friedens - für mich selbst und hoffentlich auch für die Welt!" 

Veranstaltungen
 

Studientag in Arnoldshain fragt nach gewaltfreien Initiativen für den Frieden

(14.01.2019) Gewalt gehört zum Alltag in der Welt. In Europa, auf anderen Kontinenten. Oft ist die Gewalt auch eine der Fluchtursachen für viele Menschen. Auf der anderen Seite finden in Medien und Politik die konstruktiven Möglichkeiten dagegen zu wenig Beachtung. Eine Studientagung der Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD und der Evangelischen Akademie Frankfurt am 22. und 23. Januar in Arnoldshain will deutlich machen, dass und warum aus friedensethischer Sicht der Praxis der Gewaltfreiheit der eindeutige Vorrang gebührt.
 

ÖKGF-Studientag "Entspannungspolitik"

Die Ökumenische Konsultation Gerechtigkeit und Frieden (ÖKGF) trifft sich zu ihrem nächsten Studientag am 14. September 2019. Das Thema ist dann "Entspannungspolitik". Der Ort wird noch bekanntgegeben, Interessenten erhalten rechtzeitig die Einladung.

 

Tagung zu 50 Jahre AGDF: "Christliche Friedensarbeit hat Geschichte"

Die AGDF - Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden – feiert 2018 und 2019 das 50jährige Jubiläum des Dachverbandes mit heute 31 Friedensorganisationen. Auf der Zeitgeschichtlichen Tagung „Christliche Friedensarbeit hat Geschichte“ Ende März 2019 blicken wir zurück auf ausgewählte Aspekte von 50 Jahren Friedensengagement.

Norddeutsches Netzwerk Friedenspädagogik tagt in Ratzeburg

(14.01.2019) Hamburg (ce) – Vom 21. bis 23. Februar tagt in Ratzeburg das Norddeutsche Netzwerk Friedenspädagogik zum Thema „Menschenwürde“. „Es geht darum, eine Haltung zum mitmenschlichen Umgang auszubilden. Unsere Zielgruppe sind Lehrer und Lehrerinnen aller Schulformen, Mitarbeitende in der Kinder- und Jugendarbeit, Studentinnen und Studenten sowie Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen im Bereich Erziehungs-, Politik- und Sozialwissenschaft und der Friedens- und Konfliktforschung“, heißt es in einer Mitteilung der Veranstalter. Erwartet werden mehr als 100 Teilnehmende.

Würde - Wir müssen handeln: Menschenwürde als Haltung

„Nicht nur friedenspädagogisch Interessierte erleben eine Welt in Widersprüchen. Immer wieder wird die Einhaltung von grundlegenden Rechten für ein würdevolles Leben eingefordert – und ebenso oft sehen wir die Würde von Menschen verletzt, bedroht und aggressiv in Frage gestellt, auch hierzulande. Manche glauben an einen inneren Kompass, der uns zuverlässig Orientierung bietet im Füreinander und nur genug Entfaltung bräuchte. Andere suchen und entwerfen regelrechte Schulungen und Trainings, in „Critical Whitness“, „Gewaltprävention“, „Mediation“...

Veranstaltung zu 100 Jahre Desertion und Militärstreik im I. Weltkrieg

Di., 19. Februar 2019 (19.00 Uhr) in der Brotfabrik
53225 Bonn-Beuel, Kreuzstr. 16.

Dazu laden herzlich ein Pax Christi Bonn und Evangelische Arbeitsgemeinschaft für KDV und Frieden, Katholisches Bildungswerk, Frauennetzwerk für den Frieden und Bonner Friedensbündnis.

 

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Friedhof 4, 44135 Dortmund
Telefon: +49 (0)231 533827-0
Fax: +49 (0)231 533827-20
mitte-west(at)datenschutz.ekd.de

Mit herzlichen Grüßen,
Max Weber

Referent der EAK

 

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im Verein für Friedensarbeit im Raum der EKD e.V. (VfF) 
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