EAK Rundbrief September 2019

Liebe Leser*innen,

der Herbst ist da und die Geschäftsstelle bereitet sich auf die Herbsttagung der EAK mit Studientag vor. In diesem Jahr wird ein neues, öffentliches Studientags-Format getestet und im Anschluss in der Herbsttagung reflektiert: Die einladende Landeskirche ELKB hat gemeinsam mit der EAK-Geschäftsstelle einen Studientag organisiert, der zugeschnitten ist auf die Zielgruppe Lehrer*innen und Multiplikator*innen. Knapp 100 Lehrer*innen und Multiplikator*innen haben sich bereits für den Friedensbildungs-Tag angemeldet, und werden in 3 Runden aus 17 Workshops auswählen und Friedensbildungs-Projekte kennen lernen und sie weitertragen. Es gibt noch ein paar wenige freie Plätze! Kurzentschlossene können sich hier anmelden: https://www.arbeitsstelle-kokon.de/gut-miteinander-auskommen

Und auch sonst sind die Terminkalender prall gefüllt. Neben vielfältigen Terminen, Planungstreffen und Veranstaltungen wie dem Antikriegstag im Gedenken an den Überfall auf Polen am 1.9. oder dem Weltfriedenstag der Vereinten Nationen am 21.9. ist die EKD-Synode aktuell das zweite größere Thema in der Geschäftsstelle. Die Evangelische Friedensarbeit wird auf der Synode mit einem Stand vertreten sein Infrastruktur wie eine Gesprächsecke, Arbeitsplätze sowie vertiefende Informationen zum Friedensthema. Im Oktober-Rundbrief gibt es dazu noch konkretere Informationen, aber an dieser Stelle bereits eine herzliche Einladung an die Anwesenden, uns am Stand zu besuchen! Außerdem ist das friedenstheologische Lesebuch, das für die Synode erstellt wurde, nun erschienen! Den Link zum Lesebuch als pdf-Dokument finden Sie unten.

Auch auf internationaler Ebene sehen wir erneut eindrücklich, wie dringend der Handlungsbedarf – auch durch die EKD-Synode – ist. In diesen Tagen, vermutlich auch aufgrund des nahenden Winters, kommen wieder erheblich mehr Geflüchtete vor allem auf den griechischen Inseln an. Die Lage wird immer katastrophaler- mit Stand vom 11.9. ist beispielsweise das Lager Moria auf Lesbos mit 10.000 statt 3.000 Menschen mehr als dreifach (!) überbesetzt. Für die nächsten Tage und Wochen werden tausende weitere Ankömmlinge erwartet. Gleichzeitig streitet sich die EU darüber, welches Land 5 gerettete Menschen aufnimmt (am 10.9. von Malta aufgenommen). Ein kleiner Lichtblick mit großer Signalwirkung ist, dass die Planungen der EKD konkreter werden, als Resultat des vergangenen Kirchentages ein eigenes Schiff auf das Mittelmeer zu schicken, um Menschen aus Seenot zu retten. Auch wenn dies sicher nicht die einzige Lösung sein kann, sondern vielmehr ein Plan benötigt wird, wie Geflüchtete mittel- und langfristig zu ihrem Recht kommen, ist es zumindest für den Übergang nötig. Dass das EAK-Projekt „Safe Passage“ weiterhin nichts an Aktualität verliert, zeigt sich auch daran, dass die Publikation inzwischen auch bei Veranstaltungen u.a. von pax christi, der DFG-VK oder von Kirchengemeinden eingesetzt wird.

Zu guter Letzt noch ein Terminhinweis von uns: Unter dem Motto „Peaceworkers for Future- stop wars, save the planet“ rufen Friedensgruppen wie das Netzwerk Friedenskooperative zur Teilnahme am internationalen Klimastreik am 20. September auf. Eine deutschlandweite Streikkarte kann hier eingesehen werden: https://fridaysforfuture.de/allefuersklima/

 

Wir freuen uns, viele von Ihnen bei der Herbsttagung und/ oder Studientag zu sehen und wünschen bis dahin eine inspirierende Lektüre.

Ihre

Max Weber und Maike Rolf,

Referent*innen-Team der EAK

 

Inhaltsverzeichnis

  • EAK: Rüstungsexportstopp nach Saudi-Arabien muss verlängert werden
  • Initiative "Gesichter des Friedens" gestartet
  • ÖKGF-Studientag "Entspannungspolitik"
  • Feministische Perspektiven in der Friedens- und Konfliktforschung
  • EAK mit 80 Organisationen aus Friedensbewegung, Politik und Medienpädagogik Erstunterzeichnerin der Kampagne
  • MIGRATION GESTALTEN Zwischen politisch-gesellschaftlichem Handlungsdruck und Nachhaltigkeit: Welche Wege zwischen Afrika und Europa wollen wir gehen (lassen)?
  • EAK erinnert an Deserteure und Kriegsdienstverweigerer im Zweiten Weltkrieg
  • Die Evangelische Friedensarbeit fragt... Peter Steudtner (Menschenrechtsaktivist)
  • Erklärung der EAK zum 1. September 2019 - 80 Jahre nach Beginn des 2. Weltkriegs
  • 2. Weltkrieg ist bis heute Mahnung für Versöhnung, Frieden und Gerechtigkeit
  • AGDF Bahn-Freifahrten auch für junge Menschen in Freiwilligendiensten
  • Nukleare Abschreckung - eine "heute noch mögliche" ethische Option?

EAK: Rüstungsexportstopp nach Saudi-Arabien muss verlängert werden

(17.09.2019) Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für KDV und Frieden (EAK) hat die Bundesregierung aufgefordert, den Rüstungsexportstopp nach Saudi-Arabien, der am 30. September ausläuft, zu verlängern und keine Waffen in diese Krisenregion zu liefern. Entsprechende Forderungen hatte es in diesen Tagen aus der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gegeben.

Initiative "Gesichter des Friedens" gestartet

Zwei Jahre nach Gründung der Initiative Gesichter der Demokratie gaben die Organisatoren am 11. September 2019 den Start der Initiative Gesichter des Friedens bekannt. Erstes „Gesicht des Friedens“ ist Dan Smith, Friedensforscher und Direktor des international renommierten Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI).

Abkommen statt „Deals“

ÖKGF-Studientag "Entspannungspolitik"

Die Ökumenische Konsultation Gerechtigkeit und Frieden (ÖKGF) trifft sich zu ihrem nächsten Studientag am 14. September 2019. Das Thema ist dann "Entspannungspolitik". Der Ort wird noch bekanntgegeben, Interessenten erhalten rechtzeitig die Einladung.

 

Feministische Perspektiven in der Friedens- und Konfliktforschung

Unter dem Titel "Women beyond passive victimhood" findet am 7. und 8. Oktober 2019 der zweite englischsprachige Work-in-Progress-Workshop vom Frauennetzwerk der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg statt (s. Flyer im Anhang). Eine Anmeldung ist noch bis zum 20.09.2019 möglich durch eine formlose Email an: fem-peace19 [at] ovgu.de.

EAK mit 80 Organisationen aus Friedensbewegung, Politik und Medienpädagogik Erstunterzeichnerin der Kampagne

Kampagnenaufruf Misch Dich ein – für ein #NetzohneHass!

Das Internet soll wieder ein Ort der freien Rede werden

MIGRATION GESTALTEN Zwischen politisch-gesellschaftlichem Handlungsdruck und Nachhaltigkeit: Welche Wege zwischen Afrika und Europa wollen wir gehen (lassen)?

24.10.2019 bis 25.10.2019

EAK erinnert an Deserteure und Kriegsdienstverweigerer im Zweiten Weltkrieg

Die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für KDV und Frieden (EAK) hat aus Anlass des Beginns des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren an das Schicksal und die Verfolgung von Kriegsdienstverweigerern, Kriegsgegnern und Deserteuren erinnert, die einer unnachgiebigen Verfolgung durch das NS-Regime ausgesetzt waren und ihren Widerstand oft mit dem Leben bezahlen mussten.

Die Evangelische Friedensarbeit fragt... Peter Steudtner (Menschenrechtsaktivist)

Die Evangelische Friedensarbeit hat den Menschenrechtsaktivisten Peter Steudtner auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund interviewt. Auch in den nächsten Tagen werden weitere Interviews in der Reihe "Die Evangelische Friedensarbeit fragt" online gestellt.

Erklärung der EAK zum 1. September 2019 - 80 Jahre nach Beginn des 2. Weltkriegs

(Bonn/Hannover, 18.07.2019) Vor 80 Jahren überfiel Nazi-Deutschland Polen und löste so den Zweiten Weltkrieg aus. Mehr als 60 Millionen Menschen mussten sterben. Eng verbunden mit diesem Krieg ist das größte Verbrechen der Menschheit, der Holocaust, dem Millionen Menschen jüdischen Glaubens zum Opfer fielen.

2. Weltkrieg ist bis heute Mahnung für Versöhnung, Frieden und Gerechtigkeit

(24.08.2019) 80 Jahre nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs hat die Evangelische Friedensarbeit vor einer neuen Kriegsgefahr gewarnt und betont, dass der 1. September 1939 bis heute eine Mahnung für Versöhnung, Frieden und Gerechtigkeit ist. „Durch unser Land ist vor 80 Jahren unendlich viel Leid über viele Völker und Länder gebracht worden.

AGDF Bahn-Freifahrten auch für junge Menschen in Freiwilligendiensten

(23.08.2019) Die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) hat die Bundesregierung aufgefordert, auch jungen Menschen, die Freiwilligendienste leisten, Freifahrten mit der Deutschen Bahn zu ermöglichen. Grund für die Forderung ist die Einführung von kostenlosen Bahnfahrten für Bundeswehrangehörige in Uniform ab dem 1. Januar 2020. 

Nukleare Abschreckung - eine "heute noch mögliche" ethische Option?

Rückkehr des Kalten Krieges? Eine alte sicherheitspolitische Machtfrage erlebt gerade ihre Renaissance. Atomwaffen gehören wieder zum integralen Bestandteil der Militärstrategien in den USA und Russland. Damit muss sich auch Deutschland klar in der Frage nuklearer Abschreckung positionieren.